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Aufgeben ist keine Option

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.
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Karsten
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Aufgeben ist keine Option

Beitrag von Karsten » 30.06.2018, 16:12

Hallo,

danke für die Antworten im anderen Thema der Woche, welches natürlich auch noch weiter diskutiert werden kann.

Diese Woche startet ein neues Thema mit dem Titel: Aufgeben ist keine Option

Leider wird unsere Krankheit von vielen Rückfällen begleitet.
Nur wenige, die sich ernsthaft auf dem Weg zur dauerhaften Trockenheit machen, erreichen auch ein längeres trockenes Leben.
Ich schreibe bewusst von "ernsthaft auf dem Weg machen", denn neben der Einsicht gehört ja mehr dazu, als nur nicht mehr zu trinken.

Ich selbst habe ja von 1992 bis 1999 immer wieder Versuche unternommen, mir ein trockenes Leben aufzubauen. Da war in dieser Zeit sogar 4 mal je ca. ein Jahr nüchtern ud hatte dann die Rückfälle.
Insgesamt habe ich in diesen Jahren vielleicht zusammen ein Jahr gesoffen und der Rest waren Trockenphasen.

Aufgeben wollte ich damals nicht, weil ich wusste, dass ich so nicht weiter leben kann.
Nach jedem Rückfall, der meist nur wenige Tage dauerte, bin ich wieder aufgestanden und habe mir Hilfe gesucht.
1999, also noch im vorigen Jahrtausend, habe ich den den Absprung geschafft, der mir bis heute erhalten blieb.

Nun kann ich für mich den Satz umkehren und sagen: Saufen ist keine Option

Ich sage immer, jeder kann es schaffen, aber man muss auch etwas dafür tun.

Niemand wird einen an die Hand nehmen und die Nüchternheit hinterhertragen.

Gruß
Karsten

NNGNeo
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Re: Aufgeben ist keine Option

Beitrag von NNGNeo » 01.07.2018, 23:01

hallo karsten

nun, aufgeben wollte ich auch nie und hab es auch nie getan.
ich habe das glück das ich noch keinen rückfall hatte und möchte natürlich das dies weiterhin so bleibt.
das dies nicht von allein geht wissen wir ja alle.

allerdings hatte ich wohl wie die meisten auch mit den hürden des trockenwerdens zu kämpfen. gerade in der anfangszeit hatte ich sehr oft suchtdruck, beinahe fast jeden abend. dann kamen noch depressionen dazu die es mir nicht gerade leichter machten trocken zu bleiben.
doch aufgeben wollte ich unter keinen umständen, wollte nicht wieder da hin wo ich herkam. hätte ich aufgegeben, tja wer weiß was mit mir heute wäre.

aufgeben ist auch heute für mich immer noch kein thema, und das nicht nur in sachen trockenheit. das betrifft mein ganzes leben.
grüße
NNGNeo

Thalia1913
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Re: Aufgeben ist keine Option

Beitrag von Thalia1913 » 02.07.2018, 23:06

Hallo Karsten,

wie du weißt, (und wie ich auch neulich in deinem ersten Thema „zur Woche“ schon schrieb, finde ich gut, dass Fragestellungen auch im offenen Bereich zur Diskussion gestellt werden. Ich werde mich auch gerne beteiligen. Auch dabei, Themenvorschläge zu machen. Ist dafür ein Bereich vorgesehen, oder kann jeder einfach ein Thema eröffnen, oder (dritte Variante) stellst nur du Themen zur Diskussion?

Nach diesen allgemeinen Fragen jetzt konkret zu diesem Diskussionsangebot „Aufgeben ist keine Option“. Ich verstehe vermutlich die Frage nicht ganz. Wenn sie lautet, ob es für mich eine Option ist, wieder zu trinken, dann empfinde ich es derzeit nicht so. Ich hoffe, das ändert sich auch nicht, und dafür tue ich auch etwas (Stichwort Trockenarbeit).

Aber vielleicht verstehe ich auch nicht richtig, worauf du hinauswillst.

Grüße
Thalia

Karsten
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Re: Aufgeben ist keine Option

Beitrag von Karsten » 02.07.2018, 23:14

Hallo Thalia,

ich habe eben in diesem Forenbereich ein Thema eröffnet, wo Vorschläge gesammelt werden können.

Dieses Thema meine ich so, wenn man ein Ziel hat, dass man es dann ja auch erreichen möchte.
Das Ziel muss ja nicht nur ein selbstbestimmtes Leben sein.

Gruß
Karsten

Thalia1913
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Re: Aufgeben ist keine Option

Beitrag von Thalia1913 » 06.07.2018, 12:03

Hallo Karsten,
Dieses Thema meine ich so, wenn man ein Ziel hat, dass man es dann ja auch erreichen möchte.
Das Ziel muss ja nicht nur ein selbstbestimmtes Leben sein.
Danke für die Erklärung.

Dann lautet meine persönlich Antwort: „Ja, Aufgeben ist immer eine Option.“

Warum auch nicht? Wenn ich feststelle, dass es für mich zu schwer ist, zu viel kostet, zu viel Kraft oder was auch immer, oder wenn ich feststelle, dass ich das, was ich mal wollte, vielleicht doch nicht mehr so doll will, weil sich das Leben (und ich mit) geändert hat, dann ist es gut, wenn ich auch (ein Ziel, einen Traum) aufgeben kann.

Siehst du das anders?

Gruß
Thalia

Karsten
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Re: Aufgeben ist keine Option

Beitrag von Karsten » 06.07.2018, 12:11

Hallo Thalia,

ja, das sehe ich anders.
Ziele setzte ich mir, weil ich sie erreichen will.
Wenn die Option aufgeben von vornherein schon vorhanden ist, sollte ich mir auch nur ganz kleine Ziele setzen.

Ein Ziel zu erreichen, bedeutet für mich auch, Energie reinzustecken und alles dafür zu tun.

Selbst bei einem Spaziergang ( was ich eigentlich gar nicht mag ), würde ich die vorher festgelegte Zeit oder Wegstrecke einhalten, weil ich es mir wert bin :)

Gruß
Karsten

kossi
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Re: Aufgeben ist keine Option

Beitrag von kossi » 06.07.2018, 14:48

Wenn ich Ziele habe, dann weiß ich für was ich trocken bleibe, auch wenn es manchmal schwer fällt.
Ziele sind für mich wichtig, denn dann bin ich bei mir, mache Pläne um das Ziel zu erreichen.
Wenn ich ins Fitnessstudio gehe und trainiere, dann will ich etwas erreichen,zB. Gewichtsabnahme,
Kraft aufbauen usw. Ohne Ziel brauche ich auch nicht trainieren.
Das Leben ist nicht leicht, wenn ich immer nach kurzer Zeit aufgebe, werde ich im Leben nichts erreichen.

Gruß, kossi

Penta
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Re: Aufgeben ist keine Option

Beitrag von Penta » 07.07.2018, 06:12

Hallo Karsten,

ob für mich das Aufgeben generell eine Option ist oder nicht, kann ich nicht pauschal beantworten.
Mein selbstbestimmtes Leben wieder aufzugeben, ist für mich keine Option.
Weil ich selbstbestimmt lebe, justiere ich manchmal aber bei meinen Zielen nach.
Ich bin nicht perfekt und merke manchmal erst, wenn ich etwas tue, dass es mir zu groß oder zu schwer ist. Dann ist für mich das Aufgeben eine ganz normale, weil selbstfürsorgliche Entscheidung. Ich schäme mich nicht dafür, Dinge nicht zu schaffen und sie dann aufzugeben.
Seit ich mir auch das Aufgeben ganz bewusst erlaube, erreiche ich viel mehr, weil der Druck und die Pflicht fehlt.
Um bei deinem Beispiel mit dem Spazieren zu bleiben. Wenn ich merke, dass es für mich belastend wird, weil es anfängt zu regnen oder mir die Puste ausgeht, gebe ich auf.
Ich wähle aus, wofür es sich lohnt, "alles" zu geben. Für jedes meiner Ziele tue ich das nicht mehr. Meine Erfahrung aus den vergangenen fast acht Jahren sagt mir, dass es mir damit besser geht und ich sogar viel mehr erreiche.

Schönen Gruß, Penta

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