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Stellenwert von Selbsthilfe und Psychologen bzw. Therapeuten

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.

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Karsten
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Re: Stellenwert von Selbsthilfe und Psychologen bzw. Therapeuten

Beitrag von Karsten » 20.07.2018, 11:22

Hallo Mario,

und wie sieht es im Gegenzug hier bei uns aus?

Das Gleiche gibt es ja hier auch.

Interessiert mich wirklich :)

Gruß
Karsten

Mario B.
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Re: Stellenwert von Selbsthilfe und Psychologen bzw. Therapeuten

Beitrag von Mario B. » 24.07.2018, 08:55

Karsten hat geschrieben:
20.07.2018, 11:22
Hallo Mario,

und wie sieht es im Gegenzug hier bei uns aus?
Hallo Karsten,

im Moment ist der Stellenwert dieser Selbsthilfegruppe (hier im Forum) eher niedrig. Ich lese hier immer öfter Dinge die mir persönlich nicht gut tun und negative Gedanken in mir aufkommen lassen. Entweder war es am Anfang meiner Zeit hier nicht so, oder aber ich nehme das was ich gelesen habe anders auf.

Aktuell nehme ich hier extrem viel Schwarz-Weiss Denken wahr, ich stolpere ständig über Unterstellungen gegenüber Neulingen oder Frischlingen zwischen den Zeilen, zudem empfinde ich den Ton gegenüber diesen als extrem rechthaberisch und oft besserwissend.

In einem anderen Thread habe ich schon geschrieben dass ich Social Media Aktivitäten extrem heruntergeschraubt habe, weil sie mir unnötige schlechte Gedanken bringen und ich keine unnötige Energie deswegen vepulvern will. Aehlich ist es hier mit diesem Forum.

Was ich nicht lese, regt mich nicht auf und löst auch keine "Schreiblust" in mir auf um Contra zu geben oder verschieden Standpunte zu verteidigen damit eine Auseinandersetzung dann hier im Forum danach ständig in meinem Kopf herum geistert.

Aber wie schon geschrieben, ich spreche hier nur für mich und wie ich das empfinde. Es ist auch gut möglich dass dieses Gefühle und Empfinden irgendwann wieder vorbei geht oder ich diese hier aktuell wahr genommene "Streitkultur" nicht mehr ausmache.

Dies unterscheidet sich dann auch mit meinen Sitzungen beim Psychiaters, dort habe ich nicht dauernd das Gefühl eine Meinung verteidigen zu müssen oder Contra mit Argumenten zu geben.

Ein Grund hierfür könnte natürlich in der Ausbildung meines Psychiaters liegen. Oder aber dass er kein Alkoholiker ist (zumindest meines Wissens nach). Ich weiss es aber natürlich nicht genau... die Gründe können vielfältig sein und komplett anderswo liegen.

Na ja, die Zeit wird zeigen wie ich in Zukunft zu diesem Thema stehen werde.

Gruss,

Mario B.

Barthell
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Re: Stellenwert von Selbsthilfe und Psychologen bzw. Therapeuten

Beitrag von Barthell » 24.07.2018, 10:52

Hmm also für mich ist es aktuell so, dass sich beides ganz gut ergänzt.

Ich bin auf der einen Seite 1-2 mal die Woche beim Kreuzbund (+1xambulante Gruppensitzung die ja auch als fokussierte SHG gesehen werden kann)

Das Forum dagegen ist aktuell eher ein Ort wo ich spontane Gedanken "Tagebuchartig" zu jeder Zeit am Tag aufschreiben kann, was mir auch recht viel hilft, deshalb stehen da in der letzten Zeit wohl recht viele "negativ-Sachen"...

Daher ergänzt es sich für mich, für mich ist das Forum kein Ersatz zum sozialen Kontakt mit "Gesichtern", andererseits möchte ich die Leute auch nicht nachts um 2 rausklingeln um Gedanken fest zu halten, könnte ich wenns mir zuviel wird sicher, will ich aber nicht, im Forum kann ich den Gedanken dalassen ...

Grüße

Barthell

Karsten
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Re: Stellenwert von Selbsthilfe und Psychologen bzw. Therapeuten

Beitrag von Karsten » 24.07.2018, 12:53

Hallo Mario,

negative Dinge oder Konfrontrationen möchte ich auch nicht gerne lesen, aber sie gehören zum Leben dazu.
Jeder hier hat seine Meinung, die auf seinen Erfahrungen beruhen und die sind auch sehr oft unterschiedlich.

Ich finde es selbst auch besser, wenn man dem Leser die Wahl zu einer eigenen Entscheidung lässt.

Wenn ich lese: "Du musst" oder "Du sollst" , dann stellen sich bei mir auch die Nackenhaare auf.

Das hat wohl auch etwas mit einer Ich-Bezogenheit des Antwortenden zu tun.
Es gibt ja diese Charakter: Egoismus, Egozentrik und Narzissmus.

Das kommt natürlich bei Gesprächen mit einem Psychologen oder Therapeuten nicht so zum tragen, allerdings ist es dann auch nur eine Sichtweise.

Wichtig für mich ist, deshalb auch die Frage in diesem Thema, ob jemand hier "nur" allgemein mal etwas über sich schreiben will oder es als echte Hilfe ansieht?
Ob es nur das Forum ist oder als Ergänzung zu anderen Hilfsangeboten, ist dabei nebensächlich.

Danke Barthell für deine Sichtweise.

Gruß
Karsten

Barthell
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Re: Stellenwert von Selbsthilfe und Psychologen bzw. Therapeuten

Beitrag von Barthell » 24.07.2018, 15:46

Gerne Karsten,

das war auch schonmal anders, wird und kann sich für mich denke ich auch in Zukunft wieder ändern.

Menschen, Ändern sich, Bedürfnisse ändern sich.

Der SOS Button hat mir schon 1-2 mal geholfen dafür bin ich dankbar.

Ich würde nicht ohne die reale SHG sein wollen, eben so wenig möchte ich aktuell ohne das Forenangebot sein.


Grüße

Barthell

Mario B.
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Re: Stellenwert von Selbsthilfe und Psychologen bzw. Therapeuten

Beitrag von Mario B. » 24.07.2018, 15:53

Hallo Karsten,

danke erstmal für deine Antwort.
Karsten hat geschrieben:
24.07.2018, 12:53
Wichtig für mich ist, deshalb auch die Frage in diesem Thema, ob jemand hier "nur" allgemein mal etwas über sich schreiben will oder es als echte Hilfe ansieht?
Also aus meiner Sicht ist das "nur" schreiben auf jeden Fall für mich eine grosse Hilfe gewesen und ist es auch immer noch. Dies sehe ich dann eher als echte Hilfe an, ähnlich wie das "nur" lesen der Tagebücher hier im Forum. Für mich war viel von dem Gelesenen, besonders in der Anfangszeit, als ich null Plan hatte wo und womit ich überhaupt anfangen sollte, eine sehr grosse Hilfe und Orientierung für meinen Krankeneinsicht als auch für meine Abstinenz.

Damit entfremde ich natürlich den Sinn eines Forums ein wenig, da ja das primäre Ziel eines Forums ja eher das "Diskutieren" sein sollte. Und eben nicht nur das Tagebuch führen oder das stille Mitlesen.

Gruss,

Mario B.

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