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Gbt sich die Suchthilfe geschlagen?

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.

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Karsten
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Re: Gbt sich die Suchthilfe geschlagen?

Beitrag von Karsten » 15.11.2018, 18:19

Hallo Carl Friedrich,

wenn ich so denken würde ( ist nicht meine Aufgabe ) und viele andere Helfer, dann wäre es sehr traurig in unserem Land.

Mir geht es auch eher um diese Aussage, dass man doch KT versuchen kann, was ich für eine Verhamlosung der Alkoholkrankheit und des Alkohol an sich halte.

Hatte letztens erst eine Diskussion mit jemanden von der einer staatlich geführten Seite, , dass ich es nicht gut finde, was die da machen, weil sie Jugendlichen suggerieren, der Alkohol gehört zum leben, obwohl die Aufmachnung das Gegenteil zeigen soll.

Gruß
Karsten

Missnoalk
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Re: Gbt sich die Suchthilfe geschlagen?

Beitrag von Missnoalk » 15.11.2018, 18:21

Ich persönlich bin ja noch recht neu trocken und darf für mich nicht in die KT Falle tappen. Nicht weil ich jahrelang getrunken hab sondern weil ich eine "ganz oder gar nicht" Persoenlichkeit hab. Bei mir funktioniert der weg nicht.

Ich kenne aber jemand der seit 13 Jahren mit dem KT Erfolg hat. Diese Person war schwerst abhängig von vielen Drogen und hat einige erfolgreiche Entzuege geschafft. Es ist aber wohl so, dass er so lange so viele Drogen konsumiert hat, dass er komplette Abstinenz einfach psychisch nicht kann. Eventuell ist die Ausnahme, dass Alkohol nur sekundärer Suchtstoff war wenn nichts anderes zu beschaffen war. Aber trotzdem er schafft es seit 13 Jahren 4 Tage die Woche 0,5 Liter Bier zu trinken und 3 Tage gar nichts mit 2 alkoholfreien Wochen alle 2 Monat.
Abstinenz macht ihm so grosse Angst weil Drogen so ein fester Bestandteil seines Lebens sind, dass es für ihn nur so geht (mit wahrlich vielen gescheiterten Versuchen trocken zu sein).

Ich sehe durchaus die Gefahr zu propagieren, dass KT eine Methode ist weil es natürlich auch ein vermeintlich "leichter Weg des Selbstbetrugs" ist aber mir sind erfolgreiche KTler lieber als ständig rueckfaellige sich zu Tode trinkende Abstinenz(versuch)ler.

Karsten
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Re: Gbt sich die Suchthilfe geschlagen?

Beitrag von Karsten » 15.11.2018, 18:28

Hallo Missnoalk,

genau an solchen Ausnahmen ziehen sich andere hoch, um es ihnen nachzumachen und verrecken dann daran oder saufen viele Jahre weiter.

Gruß
Karsten

Missnoalk
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Re: Gbt sich die Suchthilfe geschlagen?

Beitrag von Missnoalk » 15.11.2018, 20:22

Ich finde es trotzdem sinnvoll hier zu erwähnen, dass es eben diese 0,0001 Prozent gibt. Grade bei diesem Thema

Hull

Re: Gbt sich die Suchthilfe geschlagen?

Beitrag von Hull » 15.11.2018, 20:22

Guten Abend,

diese ganze Diskussion ist gewissermaßen ein Henne-Ei-Problem. Personen, die tatsächlich kontrolliert trinken können, benötigen keine Anlaufstelle für kontrolliertes Trinken und die, die um ihrer eigenen Gesundheit wegen kontrolliert Trinken müssten, können es eben nicht. Die Übergänge sind natürlich fließend - so schwarz weiß, wie es hier diskutiert wird, ist es nutzlos, tiefer einzusteigen.

Grüße

Correns
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Re: Gbt sich die Suchthilfe geschlagen?

Beitrag von Correns » 15.11.2018, 20:55

Karsten hat geschrieben:
15.11.2018, 16:25
...Was ich grundsätzlich nicht verstehe, wer soll denn den Alkohol verteufeln, wenn nicht wir?...
Hallo Karsten,

ich verteufle den Alkohol nicht.
Der Alkohol und ich gehen lediglich getrennte Wege.
Ich kenne zahlreiche Menschen, die gut mit Alkohol umgehen können.
Für diese Leute ist Alkohol ein Stück Lebensqualität.
Von mir auf andere schließen möchte ich nicht.
Ich kann mit Alkohol nicht umgehen. Andere können es.
Und wieder andere meinen es zu können.

Viele Grüße
Correns

Karsten
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Re: Gbt sich die Suchthilfe geschlagen?

Beitrag von Karsten » 15.11.2018, 20:59

Das unterscheidet uns eben, denn für mich ist der Alkohol eine Droge, der Menschen gefährdet, wie Heroin und deshalb verboten werden müsste.

Sunshine_33
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Re: Gbt sich die Suchthilfe geschlagen?

Beitrag von Sunshine_33 » 15.11.2018, 21:24

Das unterscheidet uns eben, denn für mich ist der Alkohol eine Droge, der Menschen gefährdet, wie Heroin und deshalb verboten werden müsste.
:shock:

Seit Menschengedenken stellen Menschen Drogen in vielerlei Formen her und konsumieren sie. Verbote sind von daher völlig sinnlos.
Ich kämpfe doch nicht gegen derartige Windmühlen. :roll:
Da habe ich aber echt besseres zu tun...

Wenn sich andere zu Tode saufen wollen, dürfen sie das tun. Ist nur schade drum.
Ich fühle mich da in keiner Weise verantwortlich für nur irgendwas diesbezüglich, warum sollte ich denn auch?
Nur weil ich trockene Alkoholikerin bin?
Darum bin ich doch noch lange nicht für alles Elend in der Welt verantwortlich.

Ich persönlich verteufele den Alkohol auch nicht und habe das auch zu keinem Zeitpunkt meiner Abstinenz getan.
Warum sollte ich sowas tun, es ist doch nur ne chemische Droge, mehr nicht.
Der Teufel hat auch nicht den Schnaps gemacht, sondern die Menschen. Also.

KT kam und kommt für mich nicht in Frage, das hat bei mir zu keinem Zeitpunkt funktioniert oder höchstens mal ein paar Tage.
Ich kann mit Alkohol nicht umgehen und werde es auch nie können. Und damit ist das Thema für mich auch schon durch.
Ich glaube auch nicht daran, das man mit KT auch nur irgendwas bewirkt.
Jemand, der kein Alk-Problem hat, braucht sich damit auch gar nicht zu befassen, weil es völlig uninteressant für ihn ist.
Und bei alkoholabhängigen Menschen funzt es eh nicht, wissen wir doch alle.
Vielleicht kann ein Missbräuchler, der noch nicht abhängig säuft, was damit anfangen, keine Ahnung.

Hier brauchen wir das Thema KT im übrigen auch nicht. Frage mich sowieso, warum das hier überhaupt zum Thema geworden ist?

LG Sunshine

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