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Risiken im ersten Jahr meiden und dann?

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.

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Linde66
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Re: Risiken im ersten Jahr meiden und dann?

Beitrag von Linde66 » 12.05.2020, 11:56

Was meines Erachtens der größte Fehler meiner Eltern war, ist, dass bei uns alles totgeschwiegen wurde. Mir wurde nicht erklärt, warum sich mein Vater so krank verhält und ich wurde total allein mit meiner Unsicherheit, meinen Ängsten und Traumata gelassen. Das ist das Schlimmste, was man einem Kind antun kann. Dadurch musste ich ungesunde Überlebensstrategien entwickeln, die in meinem Fall in die Sucht führten.
Dito bei mir, mit dem Unterschied, daß meine Mutter Alkoholikerin ist und mein Vater Co.
Mein Leben führte mich auch ins Suchtverhalten und in merkwürdige Überlebensstrategien, die mich aber irgendwann später so einschnürten, daß sie eher Lebensverhinderungsstrategien wurden.

Bei uns gab es nie Gespräche, ich hatte nicht einmal außerhalb vom Elternhaus Ansprechpartner. Jeder wußte Bescheid, keiner hat uns Kindern geholfen oder auch nur mal nachgefragt.

Aber ich merke gerade, so ganz paßt das nicht mehr zur Threadüberschrift. :oops:
LG, Linde

Dhyana
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Re: Risiken im ersten Jahr meiden und dann?

Beitrag von Dhyana » 12.05.2020, 12:04

Hallo ihr Lieben

Danke ! Es tut mir gut, zu lesen, dass ich nicht alleine bin mit den Sorgen und Ängsten. Die Lösung wird es nicht geben, aber reden und aufklären ist ein guter Schritt. Meine Kinder werden auch 18 und 21. Der Kleine ist ganz der sportliche, häusliche und abgeneigt von allen was mit Alkohol, Rauchen, Partys zu tun hat. Er macht eine Lehre, alles normal. Der Grosse das Gegenteil, hat 2 Lehren abgebrochen und hängt am liebsten mit Freunden rum. Früher hat er auch Fussball gespielt, Klavier etc. Dann mit 17 hat er sich verändert, die falschen Freunde gehabt .. keine Ahnung. Jedenfalls neigt er zu Konsum Verhalten und ich mache mir Sorgen. Ein auf und ab ist das mit ihm.

Carmen, ich bin ja auch so ein Kind gewesen, in ähnlichen Verhältnissen aufgewachsen wie du es beschreibst. Ich habe spät angefangen meine Geschichte zu verarbeiten, mit Hilfe von Therapeuten und viel Arbeit am inneren Kind. Es hat mir sehr geholfen, Frieden zu schliessen und mich besser zu verstehen. Vielleicht wirst du ja noch Kinder haben, so oder so, ist es gut, wenn du das Trauma für dich bearbeitest. Es ist nie zu spät. Und es dauert und dauert, bis man einiges verstanden hat und bei sich ändert.
Ich hoffte, irgendwann damit abzuschliessen mit der Suchtproblematik in der Familie ...sie zu begraben, mit meiner Abstinenz. Das war auch der erste wichtige Schritt, ohne dem wäre es gar nicht möglich, weiteres zu verändern. Ich hoffe ich mache aus einem Mücken ein Elefanten und meine Sorgen sind übertrieben. Finde es schwer, den ich habe auch alles durch, bin als EKA aufgewachsen, dann selbst abhängig und jetzt fühle ich mich, wie eine Co. mit meinem Sohn. Aber ich bleibe dran.

Liebe Grüsse
Dana

Carmen
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Re: Risiken im ersten Jahr meiden und dann?

Beitrag von Carmen » 12.05.2020, 12:11

Hallo Linde,
Linde66 hat geschrieben:
12.05.2020, 11:56
Mein Leben führte mich auch ins Suchtverhalten und in merkwürdige Überlebensstrategien, die mich aber irgendwann später so einschnürten, daß sie eher Lebensverhinderungsstrategien wurden.
Du hast es auf den Punkt gebracht. Es war nur noch ein elendes Dahinvegetieren - kein Leben mehr.

Aber wie Du schon sagtest. Es weicht zu sehr vom eigentlichen Thema ab. :)

LG
Carmen

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Re: Risiken im ersten Jahr meiden und dann?

Beitrag von Carmen » 12.05.2020, 12:29

Hallo Dana,
Dhyana hat geschrieben:
12.05.2020, 12:04
sie zu begraben, mit meiner Abstinenz. Das war auch der erste wichtige Schritt, ohne dem wäre es gar nicht möglich, weiteres zu verändern.
Ja, meine Abstinenz ist für mich der Grundbaustein, das Fundament, auf dem ich aufbauen kann. Nur suchtmittelfrei kann ich all meine anderen Probleme angehen. Darum steht die Trockenheit an erster Stelle. Ich habe am Donnerstag meinen ersten Termin bei einem Therapeuten und hoffe, dass ich dann beginnen kann, die Vergangenheit aufzuarbeiten.

Es ist immer gut zu hören, dass so eine Therapie wirklich helfen kann. Es freut mich, dass Dir das gelungen ist.

Deine Ängste sind bei deinem einen Sohn ja auch nicht ganz unberechtigt und darum total verständlich. Außerdem haben wir Süchtigen und EKAs ja auch wesentlich feinere Antennen als nicht Betroffene.

LG
Carmen

Dhyana
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Re: Risiken im ersten Jahr meiden und dann?

Beitrag von Dhyana » 12.05.2020, 12:33

Liebe Linde

Kannst du eventuell ein neues Wochenthema eröffnen ... die Sucht in meiner Familie ... oder so ?

Ich bin ja abgekommen vom Thema, habe angefangen von der Veränderung die bei mir stattgefunden hat, zu schreiben, im Laufe der Trockenheit bzgl. Alkoholkonsum um mich. Und bin bei meinem Sohn gelandet, weil er der einzige ist, den ich in letzter Zeit Alkohol konsumieren gesehen habe. :roll:

LG, Dana

Linde66
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Re: Risiken im ersten Jahr meiden und dann?

Beitrag von Linde66 » 12.05.2020, 15:39

Ja klar, kann ich machen.
Soll ich gleich oder noch paar Tage warten?

Linde66
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Re: Risiken im ersten Jahr meiden und dann?

Beitrag von Linde66 » 12.05.2020, 15:50

Ach, ich mache einfach gleich. :lol:

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