Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

Vorstellung Elly

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.

Moderator: Moderatoren

Elly
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1317
Registriert: 25.01.2007, 16:23
Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Alkoholikerin

Vorstellung Elly

Beitrag von Elly » 26.01.2007, 16:44

Hallo,

seit gestern bin ich hier registriert und habe schon viel in dem offenen Bereich gestöbert. Mir hat das Lesen allein schon sehr geholfen um zu sehen, ich bin nicht allein.

Nun habe ich mich überwunden mich vorzustellen:

Ich bin 40 Jahre alt, vh. und habe schon seit Jahren mal mehr mal weniger Probleme mit dem Alk, wie soviele andere hier.

Schon vor 2 Jahren besorgte ich mir Literatur zu diesem Thema weil ich selbst in Sorge war, denn es wurde immer mehr "Stoff" um zu entspannen. (Allerdings nur Abends!)
Seit gestern bin ich ohne Alk und ich werde es auch heute sein, denn ich kann so einfach nicht mehr leben.
Ich bin der Meinung es allein zu schaffen, hab ja auch allein angefangen mit dieser Art von Betäubung.
Bei mir gab es bisher nur wenige Erinnerungslücken, Probleme können bekanntlich schwimmen. Aber ich habe Angst vor den körperlichen Schäden und ich schäme mich vor meiner eigenen Schwäche...
Gibt es hier auch andere, die es ganz ohne Arzt, Klinik, Psychiater geschafft haben?
Für heute komme ich erstmal zum Schluss und freue mich auf Reaktionen!
LG Elly

Martin

Re: Vorstellung Elly

Beitrag von Martin » 26.01.2007, 17:14

Hallo und Willkommen,

du hst doch sicherlich schon gelesen welche Meinung über einen "kalten entzug" hier vertreten wird, das ist auch meine Meinung. Ich habe gelesen dass du dir bereits vor 2 Jahren Literatur zu diesem Thema besorgt hast, dann müßtest du doch schon einiges wissen. Wenn du jemanden in diesem Forum suchst der dir sagt daß du es auch ganz ohne Hilfe schaffen kannst, glaube ich daß du lange suchen musst. Du bekommst hier Hilfe ,wenn du Hilfe suchst, und dir helfen lässt.

Freund

Beitrag von Freund » 26.01.2007, 17:29

Hallo Elly,

deine Vorstellung, entschuldige bitte, kommt mir etwas „larifari“ vor, speziell der Umgang mit deiner Alkoholkrankheit und einer eventuell angestrebten Trockenheit.

Willst du für immer mit dem Alkohol abschließen und eine glückliche, zufriedene Trockenheit erlernen ?

Gruß, Freund.

Elly
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1317
Registriert: 25.01.2007, 16:23
Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Alkoholikerin

Beitrag von Elly » 26.01.2007, 17:52

Freund hat geschrieben:Hallo Elly,

deine Vorstellung, entschuldige bitte, kommt mir etwas „larifari“ vor, speziell der Umgang mit deiner Alkoholkrankheit und einer eventuell angestrebten Trockenheit.

Willst du für immer mit dem Alkohol abschließen und eine glückliche, zufriedene Trockenheit erlernen ?

Gruß, Freund.
Na klar, Freund bin ich larifari, wir sind im offenen Bereich!

Ja, ich will mit dem Alk abschliessen und endlich wieder lernen mit den Gefühlen und Emotionen auf normale Art umzugehen!
Und zu dem Begriff kalter Entzug... ich habe ja nicht rund um die Uhr getrunken!
Natürlich möchte ich Hilfe von Euch und Rat aber keine Angriffe!!!
Es kommt fast so rüber, trink mal wieder + geh zum Doc. Nein ich habe gestern angefangen und werde es durchziehen!
LG Elly

Freund

Beitrag von Freund » 26.01.2007, 18:00

Hallo Elly,

ich hatte deinen Zeilen entnommen, dass es immer mehr "Stoff" wurde, du dich seit 2 Jahren mit der Krankheit beschäftigst, damit einfach nicht mehr leben kannst ... deine Worte, ... die bei mir Alarmsignale waren und du Fürsprache für einen kalten Entzug suchst.

Bitte nichts für ungut. Das war kein Angriff.

Gruß, Freund.

Karsten
Administrator
Administrator
Beiträge: 26589
Registriert: 04.11.2004, 22:21
Geschlecht: Männlich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Alkoholiker

Beitrag von Karsten » 26.01.2007, 18:02

Hallo und Willkommen Elly,

wir wollen hier sicherlich keinen Angreifen.
Manchmal kommt aber ein Beitrag bei dem einen anders an, als es gemeint ist.

Das mit dem zum Doc gehen, ist kein "na vielleicht mal" oder "oder bei mir ist es anders"

Jeder, der getrunken hat und nun aufhören möchte, sollte zum Arzt gehen und sich untersuchen lassen. Es geht ja nicht darum, dass jeder ins Kranknehaus muß, aber eine Untersuchung bringt Aufschluß darüber, ob man eine stationäre Entgiftung machen sollte und ob durch das Trinken andere körperliche Folgerkrankungen entstanden sind.
Zuletzt geändert von Karsten am 26.01.2007, 18:24, insgesamt 1-mal geändert.

Elly
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1317
Registriert: 25.01.2007, 16:23
Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Alkoholikerin

Guten Abend!

Beitrag von Elly » 26.01.2007, 18:19

Guten Abend!

Natürlich weiss ich das es besser wäre zum Doc zu gehen. Doch ich habe noch nicht den richtigen Mut dazu.

Aber ich finde, ich habe nun den Sprung gewagt und möchte es einfach weiterführen. Mich ekelt der Gedanke an Alk und ausserdem habe ich nichts mehr hier. Weil es besser ist.

Vielleicht ist es naiv von mir zu glauben, nur weil ich abends getrunken habe, schaffe ich es. Denk es ist evtl. doch nur eine Angewohnheit? Aber doch eher ich bin krank und muss dem Alk aus dem Weg gehen für immer....

Innerlich habe ich mich davon verabschiedet weiterzutrinken. Das Leben muss einfach besser werden und das geht nur nüchtern.

Und ich werde das erste Glas stehen lassen!

LG Elly

Freund

Beitrag von Freund » 26.01.2007, 18:36

Hallo Elly,

solche Gedanken sind mir ja nicht fremd, 1000 mal passiert.
Ich hatte auch in so manchen stabilen psychischen Momenten den Drang, von dieser Volksdroge wegzukommen. Habe auch gesagt: Nie wieder !
Was habe ich 1000 mal falsch gemacht ?

Ich habe nur nichts getrunken, habe mich aber nie zu meiner doch so gravierenden Alkoholkrankheit ernsthaft bekannt, dachte immer, das schaffst du selbst.
Irgendwo und irgendwann kamen aber immer wieder diese Momente, tagsüber oder abends, umgeben von dieser Atmosphäre, die mich immer zum Saufen verleitet haben und schlugen wieder zu.
Auch wenn ich es mit Willen und Disziplin mal Wochen, gar einmal mit einem wichtigen Beweggrund 3 Monate geschafft habe, ich habe dabei nie meinen ultimativen Wendepunkt im Leben gehabt und nie für immer abgeschlossen.

Mit dem Tag 1 meines neuen Lebens, vor 5 ¾ Jahren, bin ich einen Weg gegangen, den ich bisher noch nie gegangen bin.
Ich hatte für mich beschlossen, dass der Alkohol für immer Vergangenheit ist.
Ich bin zu meinem Hausarzt gegangen, der mich untersuchte und mir weitere Maßnahmen vorschlug.
Ich habe wöchentlich aktive Trockenheitsarbeit, auch mittels einer Gruppe, geleistet, bedingungslos angenommen und mein Leben neu strukturiert.

Diese Möglichkeit hast auch du, auch hier im Forum mittels unserer Hilfe.
Ich würde mich freuen.

Gruß, Freund.

Antworten