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LeniM ist neu hier

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.

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LeniM
neuer Teilnehmer
Beiträge: 92
Registriert: 24.01.2007, 22:24

LeniM ist neu hier

Beitrag von LeniM » 26.01.2007, 22:59

hallo!

ich bin nicht durch zufall hier gelandet. ich habe dieses forum gesucht. und ich habe es gefunden.

ich trinke seit 18 jahren regelmäßig. fast jeden tag alkohol. ich bin alkoholkrank.

und ich will aufhören damit. weil es nicht mehr geht. weil ich es nicht mehr will. und ich werde mir hilfe holen. ärztliche!

bemitleiden tu ich mich nicht. ich tu mir nicht leid. nein.

ich habe angst! vor dem entzug. vor dem, was dann kommt. vor dem, was dann nicht mehr ist. und vor dem, was mich erwartet.

aber nun weiß ich, ich bin nicht allein. und das ist gut für mich!

LeniM

Freund

Beitrag von Freund » 27.01.2007, 08:54

Hallo Leni,

herzlich willkommen im Forum, du hast gesucht und du hast gefunden !

Du bist schon einen großen Schritt gegangen, den der Erkenntnis, der vielen so schwer fällt, alkoholkrank zu sein und Hilfe beanspruchen zu wollen.

Ärztliche Hilfe und Beratung ist fundamental, deinen Weg Schritt für Schritt vorzubereiten. Tag für Tag. Was hält dich ab ?

Du sprichst auch gleichzeitig von Angst vor dem heute, vor Entzug/Entgiftung, vor dem morgen. Es tut eigentlich nichts weh, kann ich dir sagen.

Was kommt ? Produktive „Arbeit“ an dir, bewußtere Wahrnehmung. Freiheit, dein eigentliches Ich, Unabhängigkeit, Lebensfreude, Zukunft etc..

Was ist nicht mehr ? Du bist nicht mehr Knecht des Teufels Alkohol, süchtig und japsend nach dieser Droge. Eingesperrt in deinen Suchtmustern mit dem Wissen, es gibt keinen Ausgang. Dieser Aussichtslosigkeit kannst du entrinnen.

Packen wir`s an, wir sind da !

Gruß, Freund.

LeniM
neuer Teilnehmer
Beiträge: 92
Registriert: 24.01.2007, 22:24

Beitrag von LeniM » 27.01.2007, 18:44

hallo freund,

danke für deine willkommenswünsche! sie bedeuten mir viel.

ich lese hier viel. und was ich lese, das macht mir mut. denn ich bin nicht allein. es macht mir aber auch angst.

ich bin ein mensch, der sehr viel angst hat. vor diesem und jenem. der alkohol hat mir über vieles hinweg geholfen. und er tut es ja immer noch. bei mir ist es so, daß das nicht-aushalten-können von gefühlen einer von den gründen ist, warum ich soviel getrunken habe und immer noch trinke.

was mich abhält ist diese angst. klar. die angst vor dem, was mich erwartet. kalter entzug. das klingt nicht nach einem sonntag nachmittags spaziergang. und dann ist da noch die angst vor der angst. die ich sonst immer wegtrinken konnte.

ansonsten hält mich nix ab.

nächste woche (sprich am montag) mache ich einen termin. bei meiner ärztin. mit ihr werde ich darüber sprechen. wie es ablaufen wird.

mein umfeld sieht es "lockerer". ich sollte "einfach" aufhören. mit dem gesaufe. aber diese einfachheit wurde mir genommen. bei all dem, was ich hier lesen konnte. was macht einen kalten entzug aus? wann hat man den? fragen über fragen...

wie auch immer. meine ärztin wird mir sagen, was für mich das beste sein wird. da bin ich mir sehr sicher. ich vertraue ihr.

danke, freund!

LeniM

Oliver van Troogk
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Registriert: 27.01.2007, 17:09

Beitrag von Oliver van Troogk » 27.01.2007, 19:19

Ich kann gut verstehen, dass du Angst hast, LeniM. Es macht einen großen Teil der Sucht aus, sich nicht vorstellen zu können, wie ein Leben ohne Alkohol aussehen soll.
Aber da sind noch sehr viel mehr Ängst, die man durchstehen muss, wenn man "nass" ist. Das geht damit los, dass es an der Tür klingelt und man nicht aufmachen kann, weil man getrunken hat, dass man an seinem Gegenüber vorbeispricht, in der Hoffnung, dass die Fahne nicht auffällt. Dass man Freunde versetzt, die Familie belügt und am Arbeitsplatz immer die Angst im Nacken hat, dass ein Chef auftaucht und die 1 000 000-Dollar-Frage stellt: "Kann es sein, dass Sie was getrunken haben?"
Nüchtern sein ist nichts, wovor man Angst haben muss - im Gegenteil - es ist unfassbar befreiend.

Grüße von Oliver.

Freund

Beitrag von Freund » 27.01.2007, 19:33

Hallo Leni,

ein kalter Entzug ist lebensgefährlich, du kannst in Krampfanfälle und in ein Delirium verfallen. Bei fehlender klinischen Beobachtung kann das tödlich verlaufen. Du hast keine Gewalt mehr über dich. Bitte lass dich dahingehend von deiner Ärztin beraten.

Eine Entgiftung ist lediglich ein stationärer Aufenthalt mit Medikamentenzugabe und Aufsicht. Tut nicht weh !

Du schreibst, der Alkohol hätte dir sehr geholfen.
Bei dem Vergessen von Problemen, die damit am nächsten Morgen auch noch da waren, größer und größer wurden ?
Du unterdrückst deine Gefühle, bist Gefangene, ertränkst, betäubst sie. Ist das Hilfe ???
Du sitzt im Knast, und dein Schließer ist der Alkohol !

Liebe Leni,
gehe einen Weg, der unbezahlbar ist, mit dem du Freiheit, Lebensgenuß, klaren Verstand, die Wahrnehmung deiner Gefühle, deine Persönlichkeitsentfaltung und vieles mehr erfahren und leben kannst.

Mache den Weg zu deiner Ärztin, verharmlose nichts, fordere eine Überweisung für klinische Entgiftung, mit uns kannst du den weiteren Weg gehen.

Wir sind für dich da, es kommt auf deine Initiative an !

Gruß, Freund.

klaro
neuer Teilnehmer
Beiträge: 269
Registriert: 06.01.2007, 12:33

Beitrag von klaro » 28.01.2007, 17:23

hallo leni!
du hast doch schon mal den ersten schritt getan um hier im forum über dein alkoholproblem zu schreiben. nehme erst einmal für dich an,welche denkanstösse du hier bekommst. ein sprichwort heisst:

Mit dem Trinken ist es wie mit der Williamsbirne.
Wer jung hineingerät, kommt später nicht mehr heraus.
Es sei denn, jemand zertrümmert die Flasche.

hier sind genug die diese flasche zertrümmern und wo du deine ängste und sorgen lassen kannst. falls du aufhören willst zu trinken dann gehe den weg der dir hier geraten wird denke dabei nur an das heute und stelle dir nicht die frage was dir morgen passieren kann.
wünsche dir viel erfolg dabei

herzlichen gruss heinrich

Sensei
aktiver Teilnehmer
Beiträge: 590
Registriert: 05.01.2007, 14:11

Beitrag von Sensei » 28.01.2007, 20:58

Hallo Leni,

Alkohol kann auch Ängste verstärken. Viele nasse Alkis haben Ängste, sogar Panikattacken oder Depressionen. Ich will mich da nicht ausnehmen, hatte auch oft und viel Angst.

Ich bin zwar noch nicht lange trocken, genau erst seit 24 Tagen, aber schon jetzt habe ich kaum noch Angstzustände. Und wenn dann fällt es mir nicht schwer die Ängste bewusst zu benennen und mir Lösungen zu suchen. Ich bin wieder Herr der Lage.

Liebe Grüße

Sensei

gudrun
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Beiträge: 8
Registriert: 23.01.2007, 21:50

Hallo Leni-schön,dass Du da bist!

Beitrag von gudrun » 28.01.2007, 22:28

ich bin zwar noch neu hier - heute 8. Tag ohne Alk u.Qualm :D -aber kann dir aus meiner Erfahrung folgendes sagen:Schon der Gedanke, dass ich mit meinem ganzen Gefühlschaos und meinen Ängsten in dieser Gruppe nicht alleingelassen werde, gibt mir unheimlich viel Kraft und Mut.Den Menschen, die Deine Nachricht lesen,ist es nicht egal, was Du mit Deinem Leben machst, auch wenn Dir nicht jeder antwortet.
Du schreibst,Du hast ANGST VOR DER ANGST. Das Gefühl kenne ich nur zu gut.Diese Angst ist aber im Laufe meiner Alkoholkarriere immer schlimmer geworden.Man kann sie zwar kurz wegtrinken, sie ist aber schon wieder da,noch ehe man wieder ganz nüchtern ist. Am schlimmsten ist so etwas natürlich nachts.Ich habe auch gedacht ,dass sich diese irrationalen Angstzustände im Entzug verschlimmern würden.
Aber im Gegenteil !! Mit nicht umnebeltem Gehirn sind diese Angstgespenster gar nicht mehr so furchtbar.
Setze Deinen Entschluß in die Tat um,geh zum Arzt und fang Dein neues Leben an :!: Es wird bestimmt alles gut.

wünsche Dir viel Mut und Kraft

Liebe Grüße

Gudrun

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