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Können Angehörige wieder vertrauen?

Jede Woche mindestens ein neues Thema zu Themen der Co-Abhängigkeit, für Angehörige und Kindern von alkoholkranken Eltern

Moderator: Moderatoren

Carl Friedrich
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Re: Können Angehörige wieder vertrauen?

Beitrag von Carl Friedrich » 09.09.2018, 10:22

Yvonne78 hat geschrieben:
08.09.2018, 20:58
Eine Entschuldigung wird niemals folgen, denn er ist sich keiner Schuld bewusst. Er hat mein Unternehmen komplett ruiniert, mein Firmenauto zerfahren und mich mit den Schulden hocken lassen...und seinem Kind. Bis heute hat er keine Reue empfunden. Eine Entschuldigung erfordert Selbstreflektion und die hatte er noch nie. Ja ich finde, da kann ich wütend sein.
Hallo!

Das geht für mich in der ganzen Debatte ein wenig unter und lässt -zumindest für mich- die aufgekommene Wut in einem viel milderen Licht erscheinen. Es wurde wohl sehr viel in die Beziehung investiert und jetzt steht Yvonne vor einem Scherbenhaufen. Sie wird Zeit benötigen, bis die Wunden verheilen.

Gruß
Carl Friedrich

Hull

Re: Können Angehörige wieder vertrauen?

Beitrag von Hull » 09.09.2018, 11:47

Kommt darauf an, wie oft derjenige schon "nüchtern" war und wie standhaft er in anderen Belangen ist. Es gibt durchaus Personen, die ihre Entschlüsse mit allen Mitteln durchsetzen. Diese Personen sind natürlich selten, die meisten Personen sind überall ziellos und wachsweich, egal in welcher Angelegenheit. Dies lässt sich auch in der nassen Zeit schon sehr genau feststellen, die einen saufen am Freitag, stehen dann am Samstag trotzdem um 07:00 Uhr auf und machen etwas sinnvolles; die anderen vergammeln das ganze Wochenende und melden sich zur Krönung am Montag krank. Dies hat für mich nichts mit Sucht usw. zu tun - ganz einfach eine Charaktersache, folglich gibt es auch trotz Alkoholmissbrauch erfolgreichere Personen und Personen, die ganz einfach so oder so zum Scheitern verurteilt sind. Alkoholmissbrauch hin oder her.

Penta
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Re: Können Angehörige wieder vertrauen?

Beitrag von Penta » 09.09.2018, 12:15

Hallo,
Wie lange habt ihr gebraucht, um wieder Vertrauen zu einem Alkoholiker aus eurem engen Umfeld aufbauen zu können?
ich kann hier nur aus meiner Sicht schreiben. Und die ist die einer Alkoholikerin.
Mein Umfeld vertraute mir erst nach einigen Jahren wieder. Das hatte aber weniger damit zu tun, dass ich mich bei irgendwem entschuldigte, denn das tat ich nicht bei allen.
Vielmehr ist es vermutlich eine Folge der Erfahrungen, die meine Angehörigen mit mir in den vergangenen Jahren machten und auch der Gespräche, die wir führten.
Meine Angehörigen und auch mein Exmann erlebten mich immer wieder und bisher dauerhaft trocken.
Trotzdem mir die meisten kein alkoholfreies Leben zutrauten (ich selbst ja auch nicht), erntete ich glücklicherweise nicht keine Vorwürfe. Wäre es so gewesen, hätte ich mich dem definitiv nicht ausgesetzt, geschweige denn bei irgendwem entschuldigt, der Alkoholiker pauschal aburteilt.
Gruß, Penta

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