Bräuchte Rat als Co-Alkoholiker

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charmaine
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Bräuchte Rat als Co-Alkoholiker

Beitrag von charmaine » 20.06.2006, 13:07

Hallo zusammen,

ich bin neu hier und finde dieses Forum spitze, da ich sehr viel über Alkoholismus usw. nachlesen konnte.
Mein Mann ist momentan zur Entgiftung in einer Klinik (heute 3. Tag).
Der Grund dafür war, mein Mann hatte einen Arbeitsunfall und dadurch den kleinen Zeh gebrochen. Er bekam Medikamente gegen die Schmerzen und Trombose-Spritzen. Er sollte am Dienstag (also heute) operiert werden, doch dazu kam es nicht!
Ich habe ihm wegen der Einnahme von Medikamenten gesagt es wäre besser nichts zu trinken und anscheinend muss er sich daran gehalten haben. Der Unfall ist am Mittwoch abend passiert und am Sonntag musste ich ihn zur Klinik bringen (wo er nach einigen zögern auch freiwillig mitging). Er hatte Halluziniationen, hat Gott und den Teufel gesehen, uvm.
Ich bekam es mit der Angst zu tun, weil ich sowas noch nie erlebt habe. Im Gegenteil, mein Mann viel nie negativ auf, war nie "krank". Ich wusste auch wirklich nicht WAS ausser Bier er noch trinkt, denn in meiner Anwesenheit hat er höchstens 1-2 Flaschen Bier am Tag nach Feierabend getrunken. Riechen konnte ich auch nichts an ihm - für mich war er immer "normal".
Bei der ärztlichen Untersuchung in der Klinik am Tag der Einlieferung wollte er auch das ich aus dem Zimmer gehe, als er die Frage - Wieviel und Was er trinke - beantworten sollte.
Also wusste ich - es war nicht nur 1-2 Bier sonder was anderes und davon viel.
Am nächsten Tag sprach ich mit der Ärztin und sie hat mir gesagt, dass ich ihn noch rechtzeitig gebracht habe, da er ein Delirium Tremens hat und das lebensgefährlich sei. Sie hat mich darüber sehr gut aufgeklärt!!! Ebenso haben sie das Gehirn untersucht und festgestellt, das der Alkohol bei ihm schon kleinere Schäden hinterlassen hat, die sich jedoch wieder regenerieren, wenn er abstinent bleibt!!! Alle anderen Werte sind dementsprechend "gut". Auch die Leber ist noch nicht zu stark angegriffen.
Ich liebe meinen Mann sehr und bin sehr STOLZ auf ihn, dass er wenigstens bis jetzt die Entgiftung durchzieht.
Aber wie verhalte ich mich jetzt - mit all dem neuen Wissen - wenn er wieder nach hause kommt? Ich will ihn nicht ständig kontrollieren müssen ob er was trinkt - das würde mich fertig machen.

Martl
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Vielleicht

Beitrag von Martl » 29.06.2006, 14:29

Hallo charmaine,

man kann darauf wie man sich verhalten soll, natürlich keine allgemein gültigen Ratschläge geben. Deswegen ist alles was ich schreibe ein Vielleicht.

Ich würde an Deiner Stelle erst mal herausfinden wollen, warum mein Mann trinkt! Hast Du dazu denn einen Anhaltspunkt? Du scheinst ja aus allen Wolken gefallen zu sein als das rauskam. Da musst Du wohl viel nachfragen und nicht locker lassen, vielleicht ist auch eine weitere Therapie oder ein AA-Treffen für ihn sinnvoll. Denn ich denke nicht das er so viel getrunken hat weil er so glücklich ist. Vielleicht kannst Du herausfinden was ihn unglücklich macht. Kontrollieren kann man einen Alkoholiker denke ich nur schwer. Das habe ich seit ich mich errinnern kann bei meiner Mutter erlebt. Viele Ratschläge kann ich Dir nicht geben, vielleicht schreibst Du noch ein bisschen mehr über Dich und Deinen Mann.

Alles Liebe

Martl

meriamun
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Beitrag von meriamun » 29.06.2006, 20:02

Aber wie verhalte ich mich jetzt - mit all dem neuen Wissen - wenn er wieder nach hause kommt? Ich will ihn nicht ständig kontrollieren müssen ob er was trinkt - das würde mich fertig machen.
hallo charmaine,



du fragst wie du dich verhalten sollst. erst einmal ist es wichtig, dass du eure wohnung alkoholfrei machst. dein mann macht jetzt eine entgiftung, hier wird nur der körper entgiftet so dass dieser den alkohol nicht mehr braucht. die entwöhnung vom alkohol die fängt erst nach der entgiftung an. ich denke mal, dass er bei einem delir auf der suchtstation ist, dort wird man ihm wege aufzeigen was es hinterher alles für möglichkeiten gibt, um eine zufriedene abstinenz zu erreichen. allerdings muss er es auch wollen.

behandel ihn ganz normal, kontrolliere ihn nicht, rede mit ihm und biete ihm deine unterstützung an, denn der weg in die trockenheit ist nicht einfach, aber er ist zu schaffen, wie du sicher schon viel hier gelesen hast.

ich wünsche euch viel glück.

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