Möchte meinem Vater helfen

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern
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kerstl1983
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Möchte meinem Vater helfen

Beitrag von kerstl1983 » 04.04.2010, 17:02

Tja, nun ist es wieder soweit. Bin die Tochter eines leider Alkoholkranken Mannes.
Mein Vater hat mit dem Trinken angefangen als er 17 Jahre alt war. Er ist allerdings Quartalsalkoholiker. Mittlerweile ist er 69 Jahre alt. Ich selber bin 26 Jahre alt.
Ich bin neu hier und habe selbst auch ein starkes Alkoholproblem gehabt, allerdings vor drei Jahren durch zwei stationäre Therapien erfolgreich abgeschlossen. Mein Bruder ist auch dem Dämon verfallen, hat allerdings momentan alles im Griff. So, jetzt gehts zum aktuellen Thema. Mein Vater hat mit 17 als Quartalsalkoholiker angefangen. Mittlerweile ist er 68 und hatte bis vor zwei Tagen seine Sucht besiegt.
Mein Vater hat sehr lange als selbständiger freier Mitarbeiter für eine Firma gearbeitet und musste vor zwei jahren durch die Hinterhältigkeit seiner Chefs kündigen weil er dachte er hätte einen Neuen Job sicher, was eigentlich auch so war. Nun müssen sie das Haus das mein Vater selbst gebaut hat verkaufen. Das hat sich letzte Woche entschieden.
Weshalb ich mich jetzt anmelde und nicht vorher... das ist sehr traurig, denn mein Vater hat vor 8 Jahren mit dem Trinken vollständig Schluss gemacht. Wir waren alle sehr stolz, doch das mit dem Haus hat ihm anscheinend so den Rest gegeben, dass er vorgestern wieder angefangen hat. Das schlimme ist, früher als ich noch zu Hause gewohnt habe, war ich wütend auf ihn und froh weil dann sein cholerisches Verhalten ausgestellt war wenn er in seinem Bett vor sich hin vegetiert hat bis wir dann mal den Notarzt gerufen haben. Nun tut er mir richtig leid, denn mein Bruder (der nicht sein richtiger Sohn ist) mir gesagt hat dass er wie früher im Bett liegt. Nur damals gab es nie einen Grund, doch jetzt kann ich verstehen wie er sich fühlt. Ich bin so hilflos weil ich weder meinem Vater, noch meiner Mutter oder meinem Bruder helfen kann. Am liebsten würde ich gleich dafür sorgen dass er abgeholt wird, aber ich habe auch Angst dass er mich dann verachtet. Denn meine Mutter hat nicht mehr die Kraft etwas zu Unternehmen. Ich hoffe ihr habt vielleicht einen Rat wie ich mich verhalten soll, ich trau mich gar nicht bei meinen Eltern anzurufen aus Angst er geht ans Telefon und ich fange an zu heulen ode zu schimpfen.

Linde66
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Beitrag von Linde66 » 04.04.2010, 19:42

Hallo kerstl,

herzlich Willkommen hier im Forum bei uns Erwachsenen Kindern.

Höre auf deine innere Stimme. Und wenn die sagt "nicht anrufen", dann rufe lieber nicht an.

Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann bist du selber seit drei Jahren trocken. Dann weißt du ja aus eigener Erfahrung, was alles zum Trockenwerden dazugehört. Von außen kann man nichts machen, als Angehöriger ist man tatsächlich hilflos, wenn die Hilfe nicht gewünscht ist.

Du hast zwei Therapien für dich gemacht. Wie geht es DIR im Moment? Siehst du für dich eine Gefahr?

Viele Grüße, Linde

kerstl1983
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Beitrag von kerstl1983 » 07.04.2010, 09:13

Ja, habs glücklicherweise geschafft. Mir wird schon schlecht wenn ich Alkohol nur rieche. Sehe mich nicht Rückfallgefährdet, möchte diesen Zustand gar nicht mehr erleben. Deshalb tut mir ja mein Vater so leid. Der ist übrigens am Montag in seinem Suff nach Amerika (war eine geplante Geschäftsreise, wir hätten nicht gedacht dass er die dann so antritt) geflogen. Hat sein Navi, sein deutsches und sein amerikanisches Handy vergessen. Er ist auch nicht erreichbar. Ich gehe davon aus, dass er sein Notebook im Flugzeug vergessen hat, das passierte ihm oft auch nüchtern.
Danke für deine Antwort :)

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