Helfen und Einsicht

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Karsten
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Helfen und Einsicht

Beitrag von Karsten » 12.04.2012, 09:51

Wenn am morgen das erste Licht erweckt,
ich mich früher immer ganz doll erschreckt.
Den neuen Tag wollte ich nicht sehen,
die Flasche half mir, ihn zu überstehen.

Schaute ich mich um, wo lag ich nur wieder,
legte mich am Abend auf einer Parkbank nieder.
Kein Zuhause, keinen Freund, alles verdreckt,
manchmal wünschte ich, ich wär in der Nacht verreckt.

Die Kraft für ein besseres und normales Leben,
suchte ich in der Flasche völlig vergebens.
Ein schönes Leben, alles so weit nur weg,
lieber im Selbstmitleid und in meinem Dreck.

Wer kann mir nur helfen, so dachte ich jeden Tag,
wenn ich morgens aufwachte und irgendwo lag.
Blicke der vorübergehenden Menschen, waren eine Qual,
was wollten die, ich habe doch keine andere Wahl.

Oft hoffte ich, einer würde sich erbarmen und fragen,
mich mitnehmen und in eine bessere Welt dann tragen.
Meine hilflosen und traurigen Blicke halfen mir nicht,
Überall wo ich schaute, war nur Kälte in ihrem Gesicht.

Irgendwann, so sagte ich mir, werde ich es euch zeigen,
dann werdet ihr euch vor mir schämend verneigen.
Niemand ahnte, was ich alles mir vorstellte und dachte,
ich glaube, im Innern man nur über mich lachte.

Eines Morgens, irgendwo auf der Erde im Dreck,
ein Griff zur Flasche, doch ich warf sie weg.
Helfen wollte mir scheinbar doch eh keiner,
warum auch, ich wollte ja selbst nicht, leider.

Die Sonne lachte heute scheinbar viel heller,
der Kreislauf schwach, aber ich lief viel schneller.
Wenn ich Hilfe möchte, musste ich es erst selbst ja wollen,
wenn ich nicht, warum helfen andere Menschen denn sollen.

Gruß
Karsten
.......................
Rückfallvorsorge
Zuletzt geändert von Karsten am 23.04.2012, 09:17, insgesamt 1-mal geändert.

Waschbaer
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Beitrag von Waschbaer » 12.04.2012, 11:34

Danke Karsten,

sehr zum nachdenken.

Lieben Gruß
Nobby :wink:

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