Ich durfte hineinsehen...

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
Gauguin
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Beitrag von Gauguin » 03.12.2016, 23:38

Hallo Friedrichson,

ich bin auf Smoothies umgestiegen, das mit dem Sanddornsaft werde ich mal probieren.

Rauchen habe ich letztes Jahr aufgegeben, wenn schon denn schon. Hatte aber heute nach verlassen des Kinos noch Lust eine zu qualmen, aber nur kurz.

Liest sich als hättest Du einen Plan.

LG Gauguin

Friedrichson
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Beitrag von Friedrichson » 03.12.2016, 23:56

Ja, ich habe einen Plan, der ist ganz einfach, keinen Alk mehr.
Im Moment fühlt sich auch alles ganz einfach und leicht an, trotzdem ist es anders als voriges Jahr, welches ja in einem Rückfall endete.
Ich spürte nicht nur die physischen, sondern diesmal auch die psychischen Auswirkungen der Sauferei, bzw. konnte sie erahnen, aber das hat mir schon genug Angst gemacht.
Ich bin vorsichtiger geworden.
Getränketechnisch steht frisches Leitungsheimer ganz oben, schmeckt mir einfach besser als das Wasser aus der Flasche, zumal wir unseres aus einer kleinen Talsperre in der Bergen bekommen. Dann Kaffee, div. Früchtetees, da gibts Sachen, die hab ich noch nie gehört, und natürlich alle möglichen Säfte, Favoriten im Moment, Sanddorn, Karotte Banane und Erdbeer.

Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 04.12.2016, 00:14

Friedrichson hat geschrieben:Ja, ich habe einen Plan, der ist ganz einfach, keinen Alk mehr.
Hallo!

Das ist kein Plan, das ist eine Zielvorgabe. Allein mit dem Willen wirst Du dieses Ziel jedoch nicht erreichen. Das geht ein paar Tage/Wochen gut und dann schlägt das Suchtgedächtnis gnadenlos zu. Das Dumme ist nur, dass das Suchtgedächtnis in einem Teil des Gehirns abgespeichert ist, das vom Willen wenig bis gar nicht beeinflusst werden kann. Das macht die ganze Nummer der Abstinenz so schwierig.

Arbeite dich zu diesem Thema einfach mal ein, z.B. über dieses Forum, den Grundbausteinen, der Suchtberatung, Fachbüchern und ggf. eine R-SHG.

Mach nur nicht den Fehler, dich und deine Kräfte zu über- und das Suchtgedächtnis, das blendend ausgeprägt ist, zu unterschätzen. Nach der ersten heftigen Suchtattacke, die Du hoffentlich unfallfrei überstehst, wirst Du verstehen, was ich meine. Sie wird kommen, das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche.

Gruß Carl Friedrich

Karsten
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Beitrag von Karsten » 04.12.2016, 01:03

Hallo Friedrichson,

du liest dich sehr euphorisch. Das haben wir jedes Jahr hier tausendfach.
Pass auf, dass dir diese Euphorie nicht zum Verhängnis wird.

Gruß
Karsten

Friedrichson
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Beitrag von Friedrichson » 04.12.2016, 01:14

Hallo ihr Beiden,

euphorisch ist nicht ganz richtig, ich freue mich ganz einfach, dass es mir gut geht.
Ich habe mich in den letzten Wochen sehr intensiv mit der ganzen Thematik auseinandergesetzt, mehrere Bücher von Betroffenen gelesen, übrigens sehr empfehlenswert ist "Ausgesoffen" von Bernd Thränhardt (Trocken-Doc).
Ich hab alles gelesen, was ich irgendwie in die Finger kriegte. Auch hier im Forum.

Ja, ich weiß auch, wie eine heftige Suchtattacke aussehen kann, ich bin voriges Jahr darauf reingefallen. Ich hoffe und bete und WILL nicht, dass mir das nicht nochmal passiert.

Schönen Abend noch!

Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 04.12.2016, 10:58

Hallo!

Ich kann nur an Karsten anknüpfen. Du kommst sehr euphorisch rüber. Euphoriker habe ich schon ein paar erlebt. Die sind alle verunfallt. Mit großem Elan und Zuversicht ging es in Richtung Abstinenz, dann jedoch genau so schwungvoll in den Absturz.

Abstinenz ist keine Sprintdisziplin, sondern ein nie endender Langstreckenlauf. Euphorikern mangelt es jedoch an der Ausdauer und der nötigen Ruhe.

Und noch ein Rat: Beschränke dich bei der Lektüre nicht nur auf Werke von ehemaligen Trinkern, sondern lies auch mal was aus Therapeutensicht. Das rundet das Bild dann ab, sozusagen die zweite Seite der Medaille.

Warst Du eigentlich bei der Suchtberatung? Mit welchem Ergebnis?

Gruß Carl Friedrich

Thalia1913
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Beitrag von Thalia1913 » 04.12.2016, 11:20

Hallo Friedrichson,

willkommen hier im Forum.

Mir hat das Lesen zu unserer Krankheit auch sehr geholfen. Und :
Ich genieße noch immer die Freude und Dankbarkeit darüber, dass ich nicht mehr trinken muss. :)

Fällt es dir leicht, Maßnahmen zur Risikominimierung umzusetzen? Magst du erzählen, was das für dich konkret bedeutet? Was hast du verändert?

Ich wünsch dir heute einen schönen zweiten Advent.

Grüße, Thalia

Epic
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Beitrag von Epic » 04.12.2016, 17:38

Hallo Friedrichson,

ich wünsche dir erst einmal viel Erfolg. Und erhalte dir bitte deine positive Einstellung. Lass dich aber nicht allzu sehr in die Tiefe stürzen, wenn du rückfällig wirst, denn die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch (bin ich schon zum 4. Mal geworden, auch nach 7 Jahren Abstinenz).

Wie oft hast du insgesamt schon versucht, mit dem Trinken aufzuhören? Und denkst du, dass die Personen die eingeweiht sind bzw. es sein werden, auch nach 1 oder mehr Rückfällen noch zu dir halten? Hast du mit ihnen über diese mögliche Komplikation gesprochen?

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