Es ist ein langer Weg

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
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Sunshine_33
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Beitrag von Sunshine_33 » 22.01.2017, 22:49

Hallo,

Carl Friedrich schrieb:
Da man aber nicht allen auf die Nase binden will, dass man alkoholkrank ist, kann es nicht schaden, ein paar Antworten parat zu haben, bevor man Dinge preisgibt, die gewisse Leute nichts angehen.
Da muss ich doch glatt mal nachfragen, wer "man" ist?
Also ich habe ja kein Problem damit, zu sagen, das ich alkoholkrank bin.
Dann gehöre ich schon mal nicht zu "man". :wink:
Nachteile habe ich noch keine dadurch gehabt.
Wird aber immer wieder gern suggeriert, selbst wenn man keinerlei eigene Erfahrungen diesbezüglich gemacht hat.

Ich muss auch sagen, das kaum mal Nachfragen kamen, warum ich keinen Alkohol trinke.
Das wurde eher ganz selbstverständlich akzeptiert, ohne irgendwelches weitere Gewese.

Dem oben zitierten entnehme ich, das es für alle Alkoholiker wichtig ist, die Krankheit geheimzuhalten und entsprechend rumzulavieren.
Wenn das für einige der Weg sein sollte, dann soll mir das schnuppe sein.
Für mich wäre es kein Weg gewesen, ich mag nicht mehr lügen und rumlavieren.
Das ist für mich nasses Verhalten und passt somit nicht mehr in mein Leben.
Das habe ich oft genug gemacht, als ich noch gesoffen habe.

Eines verstehe ich auch nicht.
Wenn ich/jemand zu meiner/seiner Krankheit steht, bedeutet das doch noch lange nicht, das man es "jedem auf die Nase bindet".
Ich gehe damit doch auch nicht hausieren oder trage n Schild um dem Hals. Warum sollte ich denn?
Aber auf explizite Nachfrage lüge ich eben auch nicht rum, sondern sage dann ganz sachlich, was Ambach is.
Wo ist denn da bitte das "allen auf die Nase binden"?
Werde ich wohl nie verstehen...

LG Sunshine

lalu14
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Beitrag von lalu14 » 23.01.2017, 23:51

Carl Friedrich hat geschrieben:
lalu14 hat geschrieben: Beim nächsten mal hänge ich ein "ich trinke keinen Alkohol" mit ran... Mal schauen.
Hallo!

Dann bereite dich gleich mal auf Nachfragen vor:

1.) Warum nicht?

2.) Aha wohl trockene Alki?

Gruß Carl Friedrich
*1.) Diese Frage ist mir in den letzten Monaten noch nie gestellt worden, wenn ich Alkohol abgelehnt habe.

*2.) erübrigt sich somit.

Lieber CF, schön, dass du vorbei schaust. Ein wenig vermisse ich Dich ja schon...

Meine gedanklich vorliegenden Antworten:

a) Gegenfrage: warum soll ich Alkohol trinken?
b) Ich vertrage keinen Alkohol mehr(!)
c) mein mir zustehendes Maß an Alkohol habe ich in diesem Leben schon getrunken
d) seit xx Monaten trinke ich nicht mehr und mir geht es super damit.
e) ich bin noch nicht trocken, aber auf dem Weg dahin.

lalu14
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Beitrag von lalu14 » 23.01.2017, 23:56

Martin hat geschrieben:
Ich musste mich in all den Jahren noch nicht rechtfertigen.

LG Martin
Ich in den letzten Monaten auch noch nicht. Es lag immer in meiner freien Entscheidung, wieviel ich sagen wollte. Wenn ich das Bedürfnis, den Wunsch hatte, mehr zu sagen, dann wollte ich das. Mich erklären. Nicht rechtfertigen.

lalu14
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Beitrag von lalu14 » 24.01.2017, 00:05

Sunshine_33 hat geschrieben:
Eines verstehe ich auch nicht.
Wenn ich/jemand zu meiner/seiner Krankheit steht, bedeutet das doch noch lange nicht, das man es "jedem auf die Nase bindet".
Ich gehe damit doch auch nicht hausieren oder trage n Schild um dem Hals. Warum sollte ich denn?
Aber auf explizite Nachfrage lüge ich eben auch nicht rum, sondern sage dann ganz sachlich, was Ambach is.
Wo ist denn da bitte das "allen auf die Nase binden"?
Werde ich wohl nie verstehen...
Danke Sunshine, das hätte ich nicht besser formulieren können.

Ich habe eine Krankheit, ja. Aber ich bin nicht in Erkläungsnot und lasse mich dazu auch nicht drängeln. Das habe ich bis heute schon lernen dürfen, weil ich nüchtern lebe.
Wenn ich daran denke, wie ich mich in nassen Zeiten "verpflichtet" gefühlt habe, meinen Alkoholkonsum zu rechtfertigen... ohne, dass mich jemand explizit danach gefragt hätte... :oops:

Da kann ich heute regelrecht genießen, dass ich frei bin... Ja FREI!

Habt alle eine geruhsame Nacht und morgen einen nüchternen Dienstag
lalu

lalu14
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Beitrag von lalu14 » 24.01.2017, 00:06

Und Sunshine... schön auch dich zu lesen... :D

Calida78
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Beitrag von Calida78 » 24.01.2017, 09:24

Guten Morgen,
dazu fällt mir auch was ein.
Ich darf un dich möchte nicht trinken, weil ich alkoholkrank bin.
Aber dazu sind für mich eine Vielzahl an Gründen dazugekommen:
Das Leben ist schöner ohne
Egal was, ich kann alles besser ohne
Ich habe einen klaren Geist und einen klaren Blick
und sehe jetzt, was mir gut tut und was nicht
ich kann alles wahrnehmen, wie es wirklich ist - ohne Filter
Kollegen z.B. erzähle ich nicht, dass ich krank bin. Weil das hier gegen mich verwendet werden könnte (Haifischbecken). Von einigen wurde ich gefragt, warum ich nichts trinke. Da habe ich schon mal gesagt, dass ich gerne klar bin und dass Alkohol nicht dazu passt.
Liebe Grüße und nen schönen Tag:-)
Calida

lalu14
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Beitrag von lalu14 » 24.01.2017, 21:49

Guten Abend,

ja klar, Gründe, nicht mehr zu trinken, gibt es mit zunehmender Zeit der Abstinenz immer mehr. Weil frau und man nüchtern vieles deutlicher, klarer, ungefiltert sehen können. Und plötzlich ganz kleine und einfach Dinge wieder an Schönheit gewinnen. Wenn sich das Tagesgeschäft nicht mehr (fast) ausschließlich um Besorgung, Verstecken, verheimlichen von Alkohol dreht.
Zeit für Altes, Wiederentdecktes, Neues da ist.

Bei mir geht einiges auch wieder besser, oder überhaupt wieder, seit das Gift aus meinem Körper ist. Lesen z.B. tue ich wieder stundenlang, weil ich mich konzentrieren kann. Basteln, weil die Hände nicht mehr zittern. Sport machen, weil ich wieder leistungsfähiger bin und ich die Freude an der Bewegung wieder spüre. (Manchmal) Ruheinseln genießen, weil ich (manchmal) Ruhe zulassen kann.

Es ist nicht alles gut, nicht alles super. Nein, noch lange nicht. Aber ich finde, dass sich mein Weg bis hierher schon total gelohnt hat.
Ich habe jetzt die Chance, mich kennen lernen zu dürfen. Das ist spannend, aber es macht auch Angst. Ja, es macht auch unsicher, weil meine Werte auf den Prüfstand kommen. Nicht das ich das bewusst wollte, es passiert. Und ich werde mich einlassen. Denn das kann ich jetzt.
Auch und besonders, weil es dieses Forum gibt, dass mir auf eine mir neue Art Hilfe gibt.

Weiter geht's. Die für mich spannenden Teile meiner Story gibt's in der Villa, da ist einiges doch besser aufgehoben. (Werbung aus :wink: )

lalu

lalu14
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Beitrag von lalu14 » 28.01.2017, 19:45

Es geht auf und ab. In Wellenbewegungen. Es ist kein Sturm, aber es rollt zeitweise ordentlich.
Mein Kopf will das eine, das andere und am liebsten alles gleich und möglicherweise sofort.
Und der Körper sagt gerade, dass er Ruhe braucht. Darüber denkt der Kopf gleich wieder nach und hat viele Ideen, warum das jetzt so sein soll.

Ich gönne heute dem Körper seine Ruhe und der Kopf bekommt Futter in Form von Lesestoff.

Gedanken an Alkohol habe ich keine. Vor Monaten war ja der Alkohol das Mittel der Wahl, um in die Gänge zu kommen. Ich habe dann geschafft und geschafft. Mein Tageswerk und -Pensum erledigt.
Heute habe ich zwar im Kopf den Antreiber, der mir sagt, ich muss tun und schaffen. Aber heute ist da auch der Bremser. Und auf den höre ich hier und heute. Früher habe ich den Bremser ersäuft, ignoriert.

Nur nicht trinken reicht nicht. Es muss sich auch was ändern. Es hat sich was geändert. Mein Bremser hat jetzt eine Stimme im Parlament. Und ich höre genauer hin. Und handle. Oder eben auch nicht. Wie heute. Nur lesen, den ganzen Tag. Kurze Unterbrechung, weil die Sonne so schön schien und ich raus musste. Musste, wollte eigentlich nicht. Aber gut. Der Antreiber hatte ein wenig Recht. Nach so vielen trüben Tagen tut es gut ein wenig Sonne zu tanken.

Habt einen schönen Abend und eine geruhsame Nacht
lalu

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