Ich durfte hineinsehen...

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
Friedrichson
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Beitrag von Friedrichson » 04.12.2016, 20:17

Hallo Thalia, hallo Epic,

noch vor einem Jahr hatte ich mir im Hinterstübchen die Option des kontrollierten Trinkens offengehalten, erst ganz unbewusst, aber dann kam diese "Möglichkeit" doch irgendwie in Betracht.
Mit den absehbaren Folgen. Ich denke, ich habe daraus gelernt.
Natürlich freue ich mich meines Lebens, eines nüchternen Lebens mit allen Möglichkeiten, die im Suff einfach nicht gegeben wären.
Mit Euphorie hat das nichts zu tun, das lasse ich mir auch nicht einreden.
Risikominimierung: die wichtigste Maßnahme ist, das Haus ist und bleibt alkoholfreie Zone.
Weihnachtsmärkte etc. bleiben bis auf weiteres Tabu.
Fortgesetzte und vielleicht auch noch intensivierte sportliche Betätigung (obwohl, wenn ich noch mehr rumrenne, kann ich gar nicht so viele Kalorien reinstopfen, wie ich verbrenne).

Wichtig, sehr wichtig, finde ich die weitere Lektüre in Bezug auf diese Krankheit (NATÜRLICH auch aus therapeutischer Sicht!) in allen Facetten, an dem Spruch "Wissen ist Macht" ist meiner Meinung nach was Wahres dran.
Nur, was man weiß, kann man auch berücksichtigen und beherzigen und für sich selbst nutzen.
@Epic, der erste Versuch, mit dem Trinken aufzuhören, war voriges Jahr. Irgendwie kam es mir vorher nie wirklich in den Sinn, dass etwas nicht stimmt, die Sauferei war viel zu sehr zur Normalität geworden und hatte ihren festen Platz im Alltag. Ich habe ja auch größtenteils ganz gut funktioniert, beruflich und auch privat, Filmrisse sehr selten.
Aber wenn das zarte Pflänzchen ZWEIFEL erst mal aufgegangen ist, hat sich das mit dem sorglosen Weitertrinken erledigt, so ging es mir jedenfalls.
Meine Familie steht auf jeden Fall hinter mir, und das ist für mich das Wichtigste.
Und ja, meine positive Einstellung, auch und gerade in Bezug auf ein nüchternes Leben, werde ich mir erhalten.
Das Glas (Wasser) ist mindestens halb voll!

Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 04.12.2016, 21:08

Hallo!

Euphorie rede ich dir nicht ein. So hast Du in deinen ersten Beiträgen nicht nur auf mich gewirkt.

Stichwort: Kontrolliertes Trinken. Daran habe ich auch mal geglaubt; es ging immer nur wenige Tage gut. So lange ich diesen Hintergedanken noch im Kopf rumschwirren hatte, wurde es nichts mit der Abstinenz, so meine Erfahrungen am eigenen Leib. Kontrolliertes Trinken ist nur was für Leute, die noch nicht das Stadium des Kontrollverlustes erreicht haben. Denn Letztere können nicht dauerhaft kontrollieren. Oder wie ich es mehrfach gelesen und im Rahmen meiner ambulanten Therapie gehört habe, handelt es sich beim KT um ein Programm für Leute, die einen gefährlich hohen Konsum haben, jedoch noch nicht abhängig sind.

Schön, dass Du auch über den Tellerrand des betroffenen Alkoholkranken schauen möchtest und die Sichtweise von Therapeuten miteinbeziehen möchtest. Mir hat das geholfen. Stets nur auf das zu hören, was mir andere Abhängige erzählen, war mir entschieden zu wenig.

Deine Vorschläge zur Risikominimierung sind absolut richtig. Das ist ein guter Anfang.

Nächster Punkt: Ich musste lernen, mir neue Schwerpunkte zu setzen. Die Zeit, die ich früher gesoffen hatte, musste und muss mit anderen Dingen gefüllt werden u.a. durch mehr sportliche Aktivität.

Weiterhin gutes Gelingen wünscht

Gruß Carl Friedrich

Friedrichson
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Beitrag von Friedrichson » 04.12.2016, 21:54

Ja, wie geschrieben, das mit der Kontrolle über den Alkohol hab ich mir aus dem Kopf geschlagen, ging gründlich schief, ist also keine Option. Ich habe das auch akzeptiert.
Und, je mehr ich darüber nachdenke, und das tue ich in letzter Zeit sehr, sehr oft, gibt es tausend Dinge, die ganz einfach vom reinen Geschmack her gesehen, tausendmal besser sind.
Es wird einem doch auch viel von der Werbung suggeriert, wie toll dieses oder jenes, ein sündhaft teurer Wein, Whisky, etc., schmecken. Schmeckts eben nicht, mir jedenfalls zum Schluss nicht mehr. Schnaps brennt in der Gusche und bringt die Geschmacksknospen vollends zum Kollabieren, Wein war meistens zu sauer, und von Sekt bekam ich Sodbrennen.
Genusstechnisch muss ich also auch auf absolut nichts verzichten.

Einen ruhigen, besinnlichen zweiten Advent Euch allen!

Friedrichson
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Beitrag von Friedrichson » 02.02.2017, 04:08

71 Tage.
Mir geht`s gut.

Calida78
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Beitrag von Calida78 » 03.02.2017, 15:27

Schön Friedrichson.
Was machst Du am Wochenende mit Deiner wertvollen Zeit?
Viele Grüße
Calida

aboa
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Beitrag von aboa » 15.01.2018, 19:10

Hallo Friedrichson
Wie geht es Dir denn?Bist Du noch trocken?Wäre schön von Dir zu hören.
LG Sven

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