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Fragen an einen Alkoholiker

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

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Maskottchen
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Beitrag von Maskottchen » 07.02.2018, 20:59

@sunshine
Ja, sicher kann es passieren, dass man nicht immer die Augen komplett auf kriegt und seine Situation nicht verlässt - sei es aus Bequemlichkeit oder Abhhängigkeit oder durch über interpretierte Liebe, Missverständnis, Ahnungslosigkeit - obwohl man anders handeln sollte.
Das kann aber auch in nicht Alkoholikerhaushalten passieren...
That‘s life...
Das ist menschlich.
Angst vor Veränderungen hat Jeder, ganz unabhängig von seiner Geschichte...
liebe Grüße

Gotti
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Beitrag von Gotti » 08.02.2018, 07:46

Die Ursachen für mein krankhaftes Verhalten habe ich dank langer Therapie bestens herausgefunden. Ich konnte gar nicht anders als so werden wie ich bin. Die ganzen Rebellionsgene sind leider in meiner Schwester verblieben. :lol: Mich richtig zur Wehr setzen musste ich erst schwer lernen.
Egal, jetzt reagiere ich anders und lebe anders. Das zählt!
Und das kann jeder, wenn er WILL.
Ob mein Mann das jemals noch schafft ? - Sein Ding.

Hartmut
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Beitrag von Hartmut » 17.02.2018, 16:31

Hallo zusammen,

nun habe ich im Forum auch gelesen das einige Alkoholiker die Flaschen verstecken um seine Sucht von den Angehörigen zu verheimlichen.
Wieso macht das denn ein Alkoholiker wenn ihm die Angehörigen „Shit Egal“ sind? Er könnte doch offensichtlich Saufen.

Klar ist das auch ein internes Eingeständnis alkoholkrank zu sein aber da muss ja noch ein Teil funktionieren das ihm sagt „Es solle keiner merken“ damit die Angehörige sich keine Sorgen machen.

Da ich keine Flaschen versteckt, heimlich entsorgt habe. würden mich Erfahrungen von CO und Alkoholiker interessieren.

Gruß Hartmut

sue05
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Beitrag von sue05 » 17.02.2018, 17:08

Hallo Hartmut,

also ich habe die Flaschen versteckt (vor meinem damaligen Partner und meiner Schwester, die im gleichen Haus gelebt hatte), weil es mir peinlich war. Nicht, weil ich nicht wollte, dass sie sich Sorgen machen (soweit sind meine Gedanken gar nicht gegangen), sondern nur aus Scham..

LG Sue

Martin

Beitrag von Martin » 17.02.2018, 18:25

Hallo Hartmut,

ich habe einen Bierkasten nach dem Anderen leergesoffen, das konnte/durfte jeder sehen.

Als ich dann aber, der schnelleren Wirkung wegen, auch noch Schnaps soff, den habe ich versteckt.

Das war mir dann :oops: dass das jeder hätte sehen können.

LG Martin

Morgenrot
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Beitrag von Morgenrot » 17.02.2018, 23:52

hallo Hartmut,
Klar ist das auch ein internes Eingeständnis alkoholkrank zu sein aber da muss ja noch ein Teil funktionieren das ihm sagt „Es solle keiner merken“ damit die Angehörige sich keine Sorgen machen.
mein xy hat während der ganzen Saufzeit seine Flaschen versteckt, aber ich glaube nicht, dass er es getan hat, damit ich mir keine Sorgen machen muß.
Ich habe es immer so empfunden, mag sich zwar bescheuert anhören, als würde er die Flaschen für sich verstecken, "so lange er sie nicht ständig vor der Nase hat ist er kein Alkoholiker".
Ich habe zu keinem Zeitpunkt an einen funktionierenden Teil gedacht.


lg Morgenrot

Gotti
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Beitrag von Gotti » 18.02.2018, 11:02

Hm, in die Richtung denke ich auch - kann nur denken, weil mein Mann sich ja nie geäußert hat. ER hat ja nicht getrunken, und wenn jetzt, dann wegen meines Auszugs. - Keine Ahnung, ob es so ist, denn wir haben nicht darüber gesprochen, und ich habe kein Interesse daran.
Es ist sein Leben, das er jetzt packt oder verliert.

Aurora
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Beitrag von Aurora » 19.02.2018, 11:05

Hallo Hartmut,

mein Exmann hat auch versteckt. Warum er das genau gemacht hat weiß ich nicht, er hat es mir nie gesagt. Auch nicht nach der Trennung, als er die 4 Jahre nicht getrunken hat.

Ich weiß nur, was das mit mir gemacht hat. Immer, wenn ich Flaschen oder Dosen gefunden habe war es, als bekäme ich einen Schlag in den Magen. Er erzählte ja immer, dass ich mir alles nur einbilden würde und er nichts trinken würde. Und dann hatte ich den Beweis aber in der Hand, dass das nicht stimmte.

Ich fühlte mich dann hintergangen, verar.scht. Als blöd hingestellt. Das Verstecken habe ich also auf mich bezogen, dass er mich absichtlich täuschen wollte. So nach dem Motto: die Blöde soll mal denken, ich sag der eh nicht, was Sache ist.

Es machte mich also minderwertig, die Pullen zu finden, so empfand ich das. Vor allem eben weil er ja ständig das Gegenteil behauptete. Er hat sich nie dazu wirklich geäußert, wenn ich ihm die Fundstücke unter die Nase hielt.

Es war für mich wie ein Vertrauensbruch. "Du kannst mir glauben, ich trinke nicht", das konnte ich nicht so wirklich glauben aber ich wollte es. Es hat meine Wahrnehmungen völlig verdreht. Vor allem, wenn ich dann eben leere Flaschen gefunden hatte.

Aurora

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