10 Jahre Freiheit

Wie ist das Leben nach dem Alkohol ohne Alkohol? Erfahrungsberichte und Lebensgeschichten von schon länger trockenen Alkoholikern im Alkoholforum
Penta
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Beitrag von Penta » 06.03.2018, 06:03

Hallo Berta,

herzlichen Glückwunsch zu zehn trockenen Jahren!
Auch ich hatte viele Jahre mit Depressionen zu tun.
Ein Freund meines Mannes, der praktischer Arzt ist, meinte einmal zu mir, er verstehe nicht, weshalb ich Antidepressiva nehme. Er habe mich noch nie depressiv gesehen Mit den Augen rollen
Hat mich schockiert, wieviel Unwissen über eine so häufige Krankheit selbst bei einem Mediziner herrscht.
Ich kenne einige Psychologen, die ganz offensichtlich nicht so viel Ahnung von Depressionen haben. Dass sie inzwischen recht gut therapierbar sind, scheint nicht nur Patienten, sondern tatsächlich auch Psychologen unbekannt zu sein.
Sich mit sich beschäftigen - nicht durch Aktivitäten ablenken lassen!
Das half auch mir.
Ich wünsche dir und deiner Katze alles Gute!
Schreib weiter deine Briefe. Tu es für dich.

Viele Grüße,
Penta

IndianSummer
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Beitrag von IndianSummer » 06.03.2018, 12:25

berta hat geschrieben: Ich habe durchaus Humor, mit dem ich andere zum Lachen bringe.
......
Ich habe kein Problem einen ganzen Gesellschaftstisch zu unterhalten :oops:
Ein Freund meines Mannes, der praktischer Arzt ist, meinte einmal zu mir, er verstehe nicht, weshalb ich Antidepressiva nehme. Er habe mich noch nie depressiv gesehen :roll:
Hat mich schockiert, wieviel Unwissen über eine so häufige Krankheit selbst bei einem Mediziner herrscht.
..........
Gruß Berta
Na, wenn das mal nicht an den Tabletten liegt.......:wink:
Niemand kann wirklich in einen Depressiven hineinblicken - weder ein Mediziner, noch ein Psychologe.
Wir Schwermütigen sind die größten Schauspieler! Das sei gewiss.
Gruß Indie

Maria
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Beitrag von Maria » 09.03.2018, 09:28

Hallo berta,

herzlichen Glückwunsch und schön, dass du dich wieder gemeldet hast.

Ich kann mich noch gut an dich erinnern, du warst schon da, als ich hier dazu kam :-)

Ich wünsche dir alles Gute.

Liebe Grüße
Maria

Sonnenblume
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Beitrag von Sonnenblume » 09.03.2018, 10:41

liebe Berta,

auch ich kann mich noch gut an Dich erinnern.
Was Du über die Depressionen schreibst, geht mir auch oft so.
Nach außen kann ich dann oft so sein, daß niemand auf die Idee käme, ich hätte welche. Ich spüre es halt nur in mir, trotz Medikamenten. Es ist ein ewiges auf und ab.
Ich wünsch Dir weiterhin alles Liebe und daß es Deiner Katze noch eine Weile gut geht und Du sie um Dich haben kannst.

lieber Gruß Sonnenblume :)

berta
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Beitrag von berta » 11.03.2018, 05:42

Guten Morgen!
Die letzten Tage konnte ich meine Gedanken nicht richtig ordnen.
Meine Katze hatte mehrere "Anfälle" und noch weiß ich nicht, was los ist.
Wir haben einen tollen Tierarzt, den man jederzeit kontaktieren kann.
Gestern Abend "schaute" er noch meine Katze an. Kein Zucker - Blut in Ordnung. Meine Befürchtung ist, dass es ein Tumor im Kopf sein könnte.
Ich hoffe, ich habe nicht recht.
Auch wenn man sich mit dem Gedanken vertraut macht, dass man sich von einer alten Katze bald trennen muss - wenn es so weit ist, ist es schon sehr schwer.
Ich kann sogar wieder weinen- und das bringt mich zum Nachdenken.
Als mein Vater vor 5 Jahren starb, empfand ich nur Erleichterung. Ist das nicht schrecklich?! Solche Gefühle kann man nicht lenken oder beeinflussen! Davon , was ich beim Tod meines Vaters gespürt habe, weiß nur mein Mann.
Meine Mutter lebt noch, doch ich weiß, dass es das Gleiche sein wird.
Später werde ich darüber mehr berichten.
ich wollte mich einmal bei meinen Elter entschuldigen, für das, was ich ihnen angetan habe. Ich KONNTE es nicht!
Meine Mutter hat sich dafür schon beklagt, was sie mit mir alles mitgemacht hat.
Gruß Berta

berta
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Beitrag von berta » 21.03.2018, 06:21

Guten Morgen!
Meiner alten Katze geht es recht gut :D !
Wir genießen unsere gemeinsame Zeit, die uns noch bleibt.
Meine Tochter hatte kürzlich ihre 30 sten Geburtstag. Seit knapp 14 Jahren will sie keinen Kontakt. Über den Messenger von Facebook gratulierte ich ihr und schrieb ihr auch, dass ich sie sehr vermisse.
Obwohl ich mir sicher war, dass kein e Antwort kommt kommt, hat es trotzdem weh getan, weil es so war. Klingt paradox- im Hinterstübchen hofft man halt doch.
Ich kann das alles auch nicht verstehen, dass ein Kind überhaupt nicht wissen will, wie es der Mutter geht. Sie hat kein einziges Mal mit mir geredet.
Meine Tochter hat schon Jahre einen Freund, dessen Eltern in der Nähe sind.
Ich verstehe auch nicht, dass die der Wahrheit nicht auf den Grund gehen, ob ich wirklich so ein Monster bin.
Ich verstehe es nicht - und das macht es nicht leichter.
Meistens kann ich mehr oder weniger mit dem Schmerz umgehen. Vor Kurzem fragte mich eine Bekannte aus dem Dorf, wo ich wohnte, wie es meiner Tochter geht.
Ich musste sofort abbrechen- der Schmerz kam geballt und ich versuchte möglichst nicht die Fassung zu verlieren.
Die Vergangenheit, den Schmerz den ich fühlte - holt mich immer wieder ein.
Nachdem ich den Kontakt zu meiner Mutter aggebrochen hatte, suchte ich
sie wieder auf. Sie ist inzwischen im Pflegeheim und man sagte mir, sie sei sehr gütig geworden. Die Angst, die ich hatte, dass sie mir wieder nur Vorwürfe machen würde, sei unbegründet.
Als ich dann sie überraschend besuchte, freute sie sich sehr.
Mein Ziel war es, ihre letzte Zeit friedlich mit ihr zu verbringen.
Ich machte nicht einen Vorwurf (z.B. das Erbe war so geregelt, dass ich keinenCent sah - vor dem Tod meines Vaters verschenkten sie das Haus meinem Neffen- die Konten waren leer geräumt - und wo nichts ist, kann man auch nichts holen!).
Ich erzählte von meinem Alltag. Von meinem Mann will sie nichts wissen, weil er noch verheiratet war, als wir uns kennenlernten.
Von meiner Katze durfte ich nicht erzählen. Zitat:" Hör mit der Katze auf, ich kann es nicht mehr hören".
Als ich von meinem Opa etwas erzählte wie er agierte und dabei aber lachte, meinte sie, man erzähle nur gute Sachen.
Das alles schluckte ich ohne Widerrede.
Bis sie völlig auszuckte, sie schrie -ja sie tobte. Sie will nichts mehr hören, ich sei gegen alles, so sei ich immer schon gewesen, etc..
Ihre Sitznachbarin mahnte sie, sie solle aufhören - meine Mutter war nicht zu stoppen, ich durfte nichts mehr sagen.
Ich war nur noch schockiert, in Tränen aufgelöst, perplex.
Am nächsten Tag rief sie an sich zu entschuldigen, fing jedoch sofort mit Vorwürfen an.
Das ist jetzt 1 Jahr her. Ich habe sie nicht mehr besucht. Ich kann nicht mehr - ich muss mich selbst schützen.
Nach diesem Vorfall hatte ich wochenlang Alpträume und ständige Flashbacks.Und während ich das schreibe, kullern wieder die Tränen und drum höre ich auf. Muss mich wieder sortieren!
Gruß Berta

berta
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Beitrag von berta » 29.04.2018, 06:32

Guten Morgen!
Ich war 1 Woche im Urlaub auf Kreta - ALLEIN!
Einfach nur schön! Ich war schon öfter im Urlaub, seit ich nicht mehr trinke.
Diesmal habe ich es besonders genossen. Ich hatte die ganze Woche ein Leihauto. Jederzeit fahren zu können, ohne zu überrlegen, habe ich zu viel getrunken - FREIHEIT PUR!!! Nicht einmal kam der Gedanke auf, etwas Alkoholisches trinken zu wollen - im Gegenteil!
Meiner Katze geht es momentan gut, aber mein Mann musste zum Aufpassen schon zu Hause bleiben :lol:
So einen Urlaub allein, kann ich jeder Frau empfehlen! Shoppen so viel und so lange wie man will - essen wann man will - einfach tun, was man selbst will - total egoistisch sein! :D
Das hat nichts damit zu tun, dass man den Partner nicht liebt(Beifügung für die Männer!) :oops: 8)
Als Katzen- und Hundeliebhaberin ist diese Insel ein Traum. Die letzte Nacht verbrachte ich nicht mehr allein :oops: - sondern mit einer kleinen Katze!!! :P
Gruß Berta

Aurora
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Beitrag von Aurora » 29.04.2018, 11:40

Liebe Berta,

na das hört sich ja mal gut an :D .

Ich war auch schon ein paar mal alleine unterwegs, so für ein paar Tage. Das ist schon auch toll wenn ich ohne viel nachzudenken meine eigenen Wege gehen kann. Das hat ja wirklich nichts damit zu tun, dass es mit meinem Mann genau so viel Spaß macht.

Dann komm mal gut wieder zuhause an und bewahre dir das Gefühl der Unabhängigkeit eine Weile. Auch daheim darfst du ja "egoistisch" sein!

Liebe Grüße
Aurora

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