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Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

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Dhyana
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von Dhyana » 25.05.2019, 10:10

Kann es sein das ich aus einer anerzogener co Abhängigkeit in die Abhängigkeit gerutscht bin ... so kommt es mir vor. Mein erster Freund und späterer Mann, habe ich mit 16 kenngelernt, in einem Schulskilager. Er war betrunken und lag im Schnee, bei eisiger Kälte. Ich habe ihn auf die Beine geholfen und ihn ins warme gebracht. Hmm, bin schwer am überlegen... Vielleicht spielt es aber auch keine Rolle mehr.
LG

Dhyana
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von Dhyana » 25.05.2019, 10:29

liebe FreeWell, hat er jetzt gerade anrufen ? Ich dachte er trinkt nicht mehr, so habe ich es verstanden. Macht er Therapie, beschäftigt er sich mit der Sucht? Das muss er tun, m.E. sonst keine Chance. Nur nicht trinken, langt bei weitem nicht. Dann bleibt es ein Verzicht, er wird es vermissen, bleibt griesgrämig und ein Kind in der Opferhaltung. So kam ich mir zumindest vor, als ich trank und anderen die Schuld und die Gründe für mein Trinken gab.

Klar, wer es besser er ruft den RTW, aber immerhin will er Hilfe. Ich würde sagen, hinfahren würde ich ihn und ihn dort übergeben, ja. Mehr aber nicht. Würde ich so machen, wenn mich jemand bittet der in Not ist und nicht die Kraft findet sich selbst zu bewegen. Aber dann lasse ich ihn los, dort im Entzug, ist er ja auch in guten Händen. Was er daraus macht, bleibt ihn überlassen.

Kennst du das innere Stop Schild? Immer wenn du anfängst, über ihn zu Sorgen, zu denken hole es hervor, sage dir Stop ... mache was anderes, lenke dich ab, mit positiven. Es ist dein Leben und es ist sein Leben.

Du kannst dir auch Hilfe holen, es gibt viele SHG für Angehörige, es hilft unheimlich sich auch mal life auszutauschen. Denke an dich, du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben. Handle nicht gegen ihn, sondern für dich. Irgendwie geht es immer weiter.

Dhyana
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von Dhyana » 25.05.2019, 10:42

Noch was
... in Liebe loslassen ... wäre das ein Satz für dich? Klammere dich nicht mehr an ihn... so wie er sich verhält, tut es dir weh und jeder "normale" Mensch würde sagen, nicht mir mir, bei aller Liebe, so nicht .. Warum er so handelt, ob Narzisst oder was... löst nicht das Problem, und es ist auch nicht deins. Zieh dir den Rucksack nicht auch noch auf deine Schultern an. Er ist kein Kind mehr, er muss Erwachsen werden... wenn er will. Du bist auch erwachsen und hast die Freiheit zu entscheiden, in Liebe loszulassen oder weiter zu machen in dem Spielchen.
Ich denke da auch z.B. an meine Kinder ... die muss ich auch loslassen und sind mir viel näher als ein Partner.
Loslassen kann man lernen.

FreeWell
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von FreeWell » 25.05.2019, 10:50

Liebe Dhyana,
Kann es sein das ich aus einer anerzogener co Abhängigkeit in die Abhängigkeit gerutscht bin ... so kommt es mir vor.
Das halte ich absolut für möglich, denn irgendwann hält man es nicht mehr aus, hat nicht mehr die Kraft immer zu helfen, immer im außen zu sein und sich zu sorgen. Auch ich habe während des Zusammenlebens mit meinem XY manchmal ein Glas getrunken, um runter zu kommen. Diese gleichgültige Stimmung hat mich zur Ruhe kommen lassen. Aber dann bemerkte ich, dass ich das brauchte, um mehr auszuhalten, um mehr für ihn da sein zu können und gleichzeitig ging meine Leistungsfähigkeit dennoch den Bach runter. So habe ich von heute auf morgen damit aufgehört. Dann musste ich es so ertragen ... und als ich es nicht mehr ertrug, habe ich eine Wohnung gesucht.

Ob nun CO oder Alk, es sind beides Suchterkrankungen und das bedeutet, dass man sein Problem nicht angehen, sondern betäuben will. Weißt du, schon in meiner Ehe habe ich manchmal gedacht, dass ich ohne einen hilfebedürftigen Menschen in meiner Familie gar keinen Sinn in meinem Leben sehen würde. Ich war nur geboren, um zu helfen, dachte ich damals. Es fühlte sich an, als ob ich die Starke bin und den armen schwachen anderen Menschen zur Seite stehe. Aber wenn ich heute ehrlich bin, habe ich mit diesem Suchtverhalten nur meine eigene Sucht zu helfen vertuscht.

Ja, das Leben ist kompliziert ...

LG, FreeWell

FreeWell
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von FreeWell » 25.05.2019, 11:13

Liebe Dhyana,
hat er jetzt gerade anrufen ? Ich dachte er trinkt nicht mehr, so habe ich es verstanden. Macht er Therapie, beschäftigt er sich mit der Sucht? Das muss er tun, m.E. sonst keine Chance. Nur nicht trinken, langt bei weitem nicht. Dann bleibt es ein Verzicht, er wird es vermissen, bleibt griesgrämig und ein Kind in der Opferhaltung. So kam ich mir zumindest vor, als ich trank und anderen die Schuld und die Gründe für mein Trinken gab.
Ja, er war 4 Monate trocken, wobei ich im letzten Monat nicht mehr sicher war. Er hatte immer noch gehofft, dass ich zurück komme. Er macht keine Therapie, hat aber schon sehr viele Entzüge und Therapien gemacht. Er beschäftigt sich nicht mit seiner Sucht, sondern ist Opfer. Er wurde ja betrogen und verlassen aus seiner Sicht. Ich habe mich aber nur zurück gezogen.
Klar, wer es besser er ruft den RTW, aber immerhin will er Hilfe. Ich würde sagen, hinfahren würde ich ihn und ihn dort übergeben, ja. Mehr aber nicht. Würde ich so machen, wenn mich jemand bittet der in Not ist und nicht die Kraft findet sich selbst zu bewegen. Aber dann lasse ich ihn los, dort im Entzug, ist er ja auch in guten Händen. Was er daraus macht, bleibt ihn überlassen.
Im Grunde hast du Recht. Aber weißt du, ich habe ihn in den letzten Jahren unzählige Male in die Klinik gefahren und jedes Mal ist es ein Akt von 5-7 Stunden. Ich muss seine Tasche packen, weil er es nicht mehr kann. Dann will er noch Blumen gießen und und und ... er zieht die Abfahrt hinaus. Dann muss eine weitere Flasche gekauft werden, damit in der Aufnahme nicht so schnell Suchtdruck entsteht. Und Zigaretten. Bei Ankunft in der Klinik erst noch in Ruhe eine rauchen. Das kann man auch drinnen im Warteraum. Dann Aufnahme. Warten. Er ist dort bestens bekannt. Man lässt ihn warten, um die Ernsthaftigkeit des Entzugs zu testen. Manchmal ist dann nach 4-5 Stunden Aktion kein Bett auf der Lieblingsstation frei. Dann nimmt er seine Tasche und geht schnellen Schrittes raus mit den Worten: Dann nicht. Komm wir fahren nach Hause.

Der ganze Akt kostet tonnenweise Nerven, Geld, Zeit und ich bin am Ende wieder mit ihm zuhause in einem noch schlimmeren Zustand. Das gleiche Spiel treibt er auch mit Bekannten, die ihn fahren. Und noch schlimmer. Kannst du nun verstehen, warum ich ihn nicht fahren möchte ? Mir fehlt einfach die Kraft dafür. Wie oft war ich da, habe den RTW gerufen. Stundenlange Diskussionen. Er stieg schließlich ein. Papiere wurden ausgefüllt. Dann stieg er wieder aus mit den Worten, nur mal Probesitzen zu wollen.
Kennst du das innere Stop Schild? Immer wenn du anfängst, über ihn zu Sorgen, zu denken hole es hervor, sage dir Stop ... mache was anderes, lenke dich ab, mit positiven. Es ist dein Leben und es ist sein Leben.
Ja, das versuche ich ja und deswegen lasse ich mich nicht mehr auf Klinikfahrten ein. Er greift mitten in der Fahrt ins Lenkrad und öffnet die Autotür. Ich glaube, es ist sogar verboten, so einen gefährlichen Krankentransport zu machen. Deswegen rufe ich nur noch den RTW, aber steigt er dann ein ?
Du kannst dir auch Hilfe holen, es gibt viele SHG für Angehörige, es hilft unheimlich sich auch mal life auszutauschen. Denke an dich, du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben. Handle nicht gegen ihn, sondern für dich. Irgendwie geht es immer weiter.
Ja, ich habe eine SHG. Im Grunde gut, denn mir helfen am meisten die Worte von trockenen Alkoholikern, da sie aus einer anderen Sicht reden. Nur ist sie leider an einem Termin, wo ich aus beruflichen Gründen selten kann. Außerdem habe dort nun einige Enkelchen bekommen und wir reden sehr viel darüber. Das ist sehr schön, aber ich kann mich so schlecht mit ihnen freuen ...

Ich versuche, bei mir zu bleiben und den Tag zu überleben. Ich gehe im Wald spazieren und versuche, mich zu entspannen. Das hilft ein bisschen. Nur der Himmel weiß eine Lösung ...

LG, FreeWell

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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von FreeWell » 25.05.2019, 11:19

Liebe Dhyana,
... in Liebe loslassen ... wäre das ein Satz für dich? Klammere dich nicht mehr an ihn...
Ja, unbedingt. Das tue ich ja. Ich habe drei wunderbare Töchter und habe sie in Liebe losgelassen, als sie mit 18 Jahren auszogen. Wir haben ein tolles Verhältnis miteinander. Keiner klammert und wenn wir uns sprechen, dann meistens sehr entspannt. Manchmal sprechen wir uns auch 1-2 Wochen garnicht, dann wieder mehrmals täglich. Zuletzt kamen die beiden Jüngsten mich spontan mit selbstgemachter Pizza besuchen und hatten kleine Geschenke für mich. Ich habe mich so gefreut. Das ist alles entspannt.

Meinen XY könnte ich auch loslassen, wenn es einfach nicht mehr funktioniert mit uns beiden, aber dann kommt meine Co-Abhängigkeit, die Sucht zu helfen. Und die muss ich aushalten. Ich bin jetzt auf Entzug. So sehe ich das. Und ich muss es einfach durchstehen, denn nach über 50 Jahren kann man dieses Co-Verhalten nicht so einfach ablegen ...

LG, FreeWell

Sunshine_33
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von Sunshine_33 » 25.05.2019, 11:24

Meene Jüte, Freewell, der zieht aber auch alle Register :roll:
Bitte spring nicht mehr drauf an, es sind nur die üblichen Manipulationen der krasseren Art, wenn der CO bisher nicht wieder auf Rolle zu bekommen war mit den üblichen Manipulationen. Mehr is das nich...
Er hat alle seine Freunde und seine Familie verloren mit seinem Verhalten. Nun bin ich auch weg und nur noch eine Nachbarin hilft ihm etwas mit Essen und Zigaretten. Es tut so weh, einen eigentlich charmanten, wunderbaren Mann seinem nichtabwendbaren Schicksal zu überlassen und nur noch zuzuschauen, wie alles immer schneller den Bach runter geht ohne eine Chance einer Rettung oder Änderung ...
Das sehe ich anders.
Es MUSS erst viel den Bach runter gehen, ehe man zu einer Änderung bereit ist !
Kann es sein, das DU ihn aber retten möchtest? Das wird nix, er muss sich da schon selbst retten, UND er kann dabei sehr viel Hilfe und Unterstützung bekommen.
Er ist also keinesfalls auf sich allein gestellt, aber die "Rettungsaktion" muss er selbst einleiten.
Und sein Schicksal ist KEINESFALLS unabwendbar... er hat es in der eigenen Hand, sein weiteres Leben zu bestimmen !
Unsere Krankheit ist weder gottgewollt noch unstoppbar.
Ganz im Gegenteil, es ist möglich, unsere nicht heilbare Krankheit komplett zu stoppen ! Wer kann denn sowas noch von einer unheilbaren Krankheit behaupten?

Freewell, ich hoffe, immer, das alles ganz schnell den Bach runter geht !
Das mag ich böse und brutal anhören, aber dann besteht (in meiner persönlichen Hoffnung) noch eine gewisse Chance, das der Körper noch nicht zu arg geschädigt ist.
Bei mir ging alles eher langsam den Bach runter... ich hatte auch nicht alles verloren, hatte noch meine Familie, meinen Job, Haus und Garten, Führerschein... aber ich habe körperliche Beeinträchtigungen durch meine Alkoholkrankheit bekommen.
Manchmal wäre es mir lieber, ich hätte schneller mehr verloren und wäre so evtl. eher umgekehrt und hätte eher Hilfe angenommen.
Dann hätte ich vielleicht heute nicht diese Beinträchtigungen.
Aber es ist nun mal so wie es ist.
Es ist aber eindeutig so, das CO-Abhängigkeit alkoholkranke Menschen auch mit in der Sucht hält. Nämlich durch das Decken, das Vertuschen etc.pp.
Ich halte es persönlich also für besser, wenn es schnell und tief bergab geht.
Und danach natürlich hoffentlich auch wieder bergauf !

Der Narizissmus ist immer weiter auf dem Vormarsch, immer mehr, vor allem Männer, sind davon betroffen.
Das hat eine Studie ergeben, habe ich jedenfalls so mal gelesen vor einiger Zeit.
Viele Gründe führen dazu, das ist ein ganz umfassendes Problem, was auch gesellschaftlich mit bedingt ist.
Im Grunde kann man tatsächlich mit einem Narzissten keine Beziehung führen, denn wie soll das funzen?
Es wird sich alles um den Narzissten drehen müssen, sonst macht der Terror.
Da bleibt dann nix mehr für einen selbst.
Ich spreche da leider aus eigener Erfahrung, ich hatte mal eine Beziehung mit einem Narzissten und stieß auch durch Zufall drauf, das es sich um so einen Menschen mit dieser Verhaltensstörung handelt (oder Krankheit, wird glaube ich schon als Krankheit eingestuft?).
Am Anfang war alles noch ganz nett, aber nach einer Weile brach der Narzissmus immer mehr durch.
Der Nazisst fordert ja Aufmerksamkeit ohne Ende, alles hat sich nur um ihn un SEIN BEFINDEN zu drehen.
Man selbst ist da nur Beiwerk zum eigenen Zweck.
Ich bin auch in dieser Beziehung in eine Art CO-Abhängigkeit geraten, zumal der Ex auch noch unter Depressionen litt und auch noch andere Diagnosen hatte, die eine Beziehung arg beschwerten bzw. im Grunde unmöglich machten.
Als die Beziehung zu Ende war, war ich erst sehr traurig darüber. Das dauerte auch eine lange Zeit.
Aber irgendwann, so nach nen Jahr vielleicht, spürte ich doch immer mehr die Erleichterung, das es vorbei ist !
Ich bin weiter gegangen in meinem eigenen Leben und habe mich auch nicht mehr umgedreht.
Heute ist die Geschichte für mich lange her, ich denke eigentlich kaum noch dran, es ist längst ein Stück meiner Vergangenheit.
Und ich bin immer noch froh, das es so gekommen ist, denn ein weiteres Leben mit dem Ex wäre für mich die Hölle auf Erden geworden.
Bzw. wäre es NIEMALS gut gegangen, ich wäre so oder so gegangen... wäre auch nur ne Frage der Zeit gewesen.
DIe Betroffenen, die so eine Beziehung führten, berichten oft davon, das sie sich danach wie eine ausgequetschte Zitrone fühlten.
Genau das war auch mein Gefühl ! Aber ich habe mich wieder davon berappelt...und das hat auch gar nicht sooo lange gedauert,
die Bezieung allerdings auch nicht.
Von daher war ich dieser Krankheit nicht über Jahre ausgesetzt und konnte mich vielleicht auch deshalb relativ schnell regnerieren?
Nun hat er bald Geburtstag und erwartet, dass ich da für ihn eine riesige Aktion mache. Warum sollte ich ... wenn ich aber dann nichts mache, will er sich dann umbringen.
Sorry, aber ich musste darüber eben herzhaft lachen :lol:
Der Typ hat echt n Sockenschuss :roll: :lol: ... bzw. ist er wohl wirklich ein Extrem-Narzisst. :roll:
Spring nicht auf so einen Mist an...ansonsten hat er genau das bekommen, was er wollte.
Sein Verhalten erinnert ich an ein bockiges Kind und sicher nicht an einen erwachsenen Menschen.
Obwohl... selbst bockige Kinder sind nicht so bekloppt... :mrgreen:

Freewell, ich kann Dir nur wünschen, das Du stark bleibst und irgendwann auch die letzten Fesseln ablegst, die er Dir umzulegen versucht und damit leider immer noch mehr oder weniger erfolgreich ist.
Und wenn es nur Gedanken sind, die an ihn fesseln, das ist schon schlimm genug.
Noch gehst Du ans Telefon und sprichst mit ihm, und ich sage Dir, das tut Dir nicht gut. Auch wenn Du das nicht wahrhaben willst.
Du bist im Grunde ebenso süchtig wie er, sonst würdest Du das nicht immer wieder tun. 8)
Er ist süchtig nach Alk, Du bist süchtig nach ihm. Kurz zusammen gefasst :wink:

Ich wollte Dir gerade schreiben, das Du erst wieder völlig frei bist, wenn Du den Typen los bist.
Und habe das gerade als das positivste gesehen, was man erreichen kann, aber da bin ich von mir selbst ausgegangen, weil Freiheit für mich persönlich das höchste Gut überhaupt ist.
Aber ist es für CO-Abhängige vielleicht sogar eher bedrohlich, wieder völlig frei zu sein?
Denn es würde in fast allen Fällen ja auch bedeuten, erstmal wieder allein zu sein, sein Leben wieder komplett in die eigenen Hände nehmen zu müssen etc.pp.
Macht das eher Angst oder wäre das für einen CO auch erstrebenswert?
Das weiß ich nicht.

LG Sunshine

FreeWell
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von FreeWell » 25.05.2019, 12:32

Liebe Sunshine,

danke dir für deine lieben Worte !
... der zieht aber auch alle Register
Ja, da ist er Profi !
Bitte spring nicht mehr drauf an, es sind nur die üblichen Manipulationen der krasseren Art, wenn der CO bisher nicht wieder auf Rolle zu bekommen war mit den üblichen Manipulationen. Mehr is das nich...
Ja, mein Kopf sagt mir das auch und ich bleibe bei mir und schaue nicht nach ... aber es ist schwer auszuhalten.
Das sehe ich anders.
Es MUSS erst viel den Bach runter gehen, ehe man zu einer Änderung bereit ist !
Ja, bestimmt. Das sehe ich auch so. Nur, er wird jetzt bald sein Haus verlieren und niemand wird ihn mehr aufnehmen, da dieses Narzisst-Verhalten jeden einfach nur nervt. Und das ist in den letzten 1,5 Jahren immer extremer rausgekommen ... mit steigendem Alkohol-Konsum.
Kann es sein, das DU ihn aber retten möchtest?
Bestimmt. Ich kann es einfach nicht mit ansehen, wie er elendig zugrunde geht. Wir hatten einfach auch zu viele sehr schöne Zeiten und neben all dem Suchtverhalten auf beiden Seiten, war irgendwo auch Liebe, die sich echt anfühlte ...
Der Narizissmus ist immer weiter auf dem Vormarsch, immer mehr, vor allem Männer, sind davon betroffen.
Im Grunde kann man tatsächlich mit einem Narzissten keine Beziehung führen, denn wie soll das funzen?
Es wird sich alles um den Narzissten drehen müssen, sonst macht der Terror.
Da bleibt dann nix mehr für einen selbst.
Ja ! Das ist ja der Punkt, wo ich im Dezember stand. Ich war eine leere Hülle und meine Familie hatte Angst um mich. Jeder sagte, dass ich da raus müsste, dass ich sonst kaputt gehe. Und als meine Kräfte schwanden, habe ich dann eine Wohnung gesucht und wie ein Wunder die erste angeschaute Wohnung auch bekommen :-) !
Der Nazisst fordert ja Aufmerksamkeit ohne Ende, alles hat sich nur um ihn un SEIN BEFINDEN zu drehen.
Man selbst ist da nur Beiwerk zum eigenen Zweck.
Ja, es geht sogar soweit, dass der Narzisst einem glaubhaft macht, dass er die ganze Zeit für andere da war, der Partnerin zur Seite stand in ihren Problemen, aber selbst dann im Stich gelassen wird. Es wird genau umgekehrt von ihm dargestellt wie es ist ...
Als die Beziehung zu Ende war, war ich erst sehr traurig darüber. Das dauerte auch eine lange Zeit.
Aber irgendwann, so nach nen Jahr vielleicht, spürte ich doch immer mehr die Erleichterung, das es vorbei ist !
Au Mann, so lange dauert das ? Ich habe gerade drei Wochen durchgehalten ...
DIe Betroffenen, die so eine Beziehung führten, berichten oft davon, das sie sich danach wie eine ausgequetschte Zitrone fühlten.
Genau das war auch mein Gefühl !
Ja !! Besser könnte ich das nicht beschreiben !
Von daher war ich dieser Krankheit nicht über Jahre ausgesetzt und konnte mich vielleicht auch deshalb relativ schnell regnerieren?
Das mag gut sein. Ich bin zwar erst seit ca. 4 Jahren mit meinem Alk zusammen und am Anfang wohnten wir auch nicht zusammen und er war trocken. Erst als ich zu ihm zog, wurde es immer krasser.

Weißt du, Sunshine, ich habe sehr früh meine Schwester verloren und habe damals immer versucht zu helfen, dass es ihr gut ging. Meine Mutter war überfordert. Nach dem Tod meiner Schwester fühlte ich mich verantwortlich und hatte das Gefühl, nicht genug getan zu haben ... und damals gab es noch keine therapeutischen Hilfsangebote. Ich musste alleine damit klar kommen. Und ich vermute, dass ich mein Leben lang mein "schlechtes Gewissen, versagt zu haben, versucht habe zu heilen, indem ich mir dann die passenden Partner gesucht habe. So bin ich wahrscheinlich sehr früh unbewusst zur CO geworden, ohne es zu merken. Daher auch mein Thema: Wo ist der Unterschied zwischen menschlicher Hilfe und Co-Abhängigkeit ?
Er ist süchtig nach Alk, Du bist süchtig nach ihm. Kurz zusammen gefasst :wink:
Ja, so kann man das nennen :P
Ich wollte Dir gerade schreiben, das Du erst wieder völlig frei bist, wenn Du den Typen los bist.
Und habe das gerade als das positivste gesehen, was man erreichen kann, aber da bin ich von mir selbst ausgegangen, weil Freiheit für mich persönlich das höchste Gut überhaupt ist.
Aber ist es für CO-Abhängige vielleicht sogar eher bedrohlich, wieder völlig frei zu sein?
Denn es würde in fast allen Fällen ja auch bedeuten, erstmal wieder allein zu sein, sein Leben wieder komplett in die eigenen Hände nehmen zu müssen etc.pp.
Macht das eher Angst oder wäre das für einen CO auch erstrebenswert?
Weißt du, dass ist ein gutes Argument, aber ich kann Gott sei Dank sehr gut alleine bleiben. Ich war auch jahrelang alleinerziehend. In der Bibel steht, bleibe alleine wenn du kannst und wenn du das nicht kannst, nimm dir einen passenden Partner.
Ich habe gerne einen Partner, um gemeinsam durchs Leben zu gehen, aber ich habe definitiv keine Angst vor dem Alleinesein. Ich muss wahrscheinlich einfach meine Sucht zu helfen, aushalten, den Entzug durchmachen und hoffen, dass ich in einem Jahr hier schreiben kann, dass ich es geschafft habe :-) !

Danke dir, liebe Sunshine !Wünsche dir Licht und Kraft für dein Leben !

LG, FreeWell

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