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Ich bin Co- abhängig

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
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graupe
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Beitrag von graupe » 04.03.2010, 17:44

Hallo Morgenrot,

ich habe ein wenig in deiner Geschichte gelesen, du hast dir deinen Weg geebnet und deine Geschwindikeit gefunden.

So sehr sich die Geschichten ähneln, gibt es doch unzählig viele Weg die zum Ziel führen.

Ich suche meine Geschwindigkeit noch, ich finde deinen Weg sehr gut.

Gerade die eigenen Kontakte sind durch einen trinkenden Mann sehr gestört, mal einfach eine Freundin einladen, geht nicht!

Ich wünsche dir weiterhin alles Gute und ich werde aus deiner Geschicht Kraft schöpfen!

Danke graupe

Morgenrot
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Beitrag von Morgenrot » 12.03.2010, 09:41

Hallo ihr lieben,
hallo Graupe,
Ich suche meine Geschwindigkeit noch, ich finde deinen Weg sehr gut.
Danke dir für deine Worte.
Das ist nicht so einfach, mit der eigenen Geschwindigkeit, das habe ich selbst erfahren.
Früher mußte bei mir alles gleich und schnell erledigt werden, alles andere war Zeitverschwendung.
Aber gerade wenn ich an mir selbst arbeite, um etwas zu ändern spürte ich oft, das ich Tempo rausnehmen muß. Mein Kopf war/ist immer weiter. Das alles nutzt mir nichts, wenn der Bauch und die Seele nicht mitmacht.
Also nur Mut zum eigenen Tempo, auch wenn die Schritte scheinbar noch so klein sind, wichtig ist nur, in Bewegung zu bleiben.

lg Morgenrot

Morgenrot
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Beitrag von Morgenrot » 29.02.2016, 23:12

Hallo ihr lieben,

will mich auch mal wieder in meinem Faden im offenen melden.
Das passt heute sehr gut, denn heute ist ein besonderer Tag.
Denn heute ist mal wieder ein 29.2. Zum dritten Male darf ich ihn hier verbringen, und dafür bin ich unendlich dankbar.
Der 29.2. 2008 war hier ein trüber Tag.
Ein Tag geschaffen dafür, sich aus dem Leben zu verabschieden. Keiner da, der mich noch brauchte, oder mich vermissen würde.
Kinder erwachsen, Mann hört sowieso nicht auf das, was ich ihm sagte und für ihn erhoffte------------ die Trockenheit.
Für mich erhoffte ich nichts mehr. Meine Aufgabe in diesem Leben schien erfüllt.

Nur noch einen letzten Versuch wollte ich starten, um Hilfe für meinen Mann zu bekommen und dann wollte ich mich von allem verabschieden.

Ich gab "Alkohol" bei Tante Gockel ein und landete in Karstens Forum.
Ich begann zu lesen, konnte nicht aufhören, denn zum ersten Mal hatte ich das Gefühl nicht mehr alleine zu sein.
Da waren Menschen die beschrieben ähnliches, wie das von mir Erlebte.
Ich habe mich hier angemeldet und bin geblieben. Die aufgelösten Tabletten habe ich weggekippt und plötzlich kamen mir auch wieder Gedanken an meine Kinder, vielleicht würde ich ja mal Oma werden usw.

Heute 8 Jahre später bin ich immer noch hier. Ich habe vieles für mich verändert, zwar ist nicht alles ideal, aber mein Leben ist wieder lebenswert geworden.
Ich habe hier sehr gute Freunde gefunden, an die ich mich immer wenden kann. Ein Gefühl, was ich bis dahin nicht kannte.
Ich war ja nur mit vertuschen beschäftigt, und damit, die Starke zu spielen.
Schritt für Schritt habe ich mir Dinge die mir wichtig waren, zurückerobert.
Ich habe wieder alte soziale Kontakte aufgebaut, habe mit einigen Kollegen ein fast freundschaftliches Verhältnis.

Ich habe viel über mich gelernt und habe noch lange nicht ausgelernt.
Geplant ist für dieses Jahr eine REHA, der Antrag geht morgen raus.
Ich bin tatsächlich Oma geworden, und ich liebe die beiden über alles.

Dinge, die ich immer vermieden habe mir anzusehen, sind jetzt ein Thema und auch das wird mich weiterbringen.

Es fällt mir immer noch schwer Schwäche zu zeigen, oder zu zeigen, das ich eben nicht alles "im Griff" habe.
Das schaffe ich aber hoffentlich auch noch.
Dies war nur ein kurzer Abriss von dem, was sich in 8 Jahren getan hat.
Der Weg, mein Weg geht weiter und ich kann nur jeden ermutigen, denn ersten Schritt zu tun.


lg Morgenrot

la vie
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Re: Ich bin Co- abhängig

Beitrag von la vie » 12.08.2018, 18:45

Hallo Morgenrot,

Dein Weg ist ja sehr beeindruckend, Erstaunlich die Kraft ins Leben zu gehen und es so zu leben.
Chapeau.
Du vermittelst Zuversicht.

Konnte der Vater deiner Klnder auch seinen Weg in sein Leben gehen?

Eine wundervolle Zeit für dich und deine Familie.
la vie

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Re: Ich bin Co- abhängig

Beitrag von Morgenrot » 13.08.2018, 23:38

hallo la vie,

da hast du aber tief gegraben. :wink:
Das freut mich, wenn ich Zuversicht vermittele, danke.
Konnte der Vater deiner Klnder auch seinen Weg in sein Leben gehen?
Wir haben ja immer unter einem Dach gelebt, es ist mir trotzdem gelungen mir mein eigenes Leben zurückzuholen.
Es stand zeitweise sehr schlimm um meinen xy.
Zeitweise hielt ich es nur noch für eine Frage der Zeit, wann er sich zu Tode getrunken hätte.
Jetzt ist er fast ein Jahr trocken, und natürlich ist nicht schlagartig alles gut.
Wir nähern uns langsam an, es geht entspannter zu.
Mal sehen, wie es sich entwickelt.


lg Morgenrot

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Re: Ich bin Co- abhängig

Beitrag von la vie » 15.08.2018, 05:20

Hallo Morgenrot,

das ist ja sehr erfreulich, nach so vielen Jahren endlich auf dem Weg ohne Alkohol. Glückwunsch!!!
Von Anfang an habe ich dich gelesen. Ich lerne meiner eigenen Wahrnehmung zu trauen. Meine Selbstsicherheit steigt und ich werde mutiger in meinen Handlungen.

Richtig erschrocken war ich, als ich von der Telefonkontrolle gelesen habe. 1:1 habe ich das erlebt über die Jahre, er trank heimlich in dieser Zeit das weiß ich heut. Ich habe viel allein unternommen. Immer xy am Tel dabei, über den ganzen Tag verteilt. Sogar abends, wenn ich weiter weg war. Unglaublich. Erst jetzt kann ich es als Kontrolle verstehen. Wenn ich nicht erreichbar war, kamen ernste Vorwürfe über meine Unerreichbarkeit.
Ich fühle mich so erleichtert ohne diese Telefonate.

Diesen Kontrollwahn verstehe ich nicht.

So lerne ich aus deiner Geschichte und der anderer Menschen hier. Bin sehr dankbar für dieses Forum, den Mut es zu gründen, den Mut der Menschen, hier zu schreiben. Ich bin noch nicht so angstfrei, offener zu sein. Noch nicht.


Von Herzen Grüße und merci für deine Geschichte im offenen Bereich. Für mich sehr, sehr hilfreich.

la vie

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