Bin ich Alkoholiker oder nicht?

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.
Käthe
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Bin ich Alkoholiker oder nicht?

Beitrag von Käthe » 24.09.2005, 22:20

Hallo an Alle,

ich komme grade von einer 100 Jahr Feier des Kreuzbunds wieder und muss dies schnell aufschreiben, bevor ich die Hälfte vergesse.

Als Gast war auf der Feier Herr Dr. Geyer aus Fredeburg (für die, denen der Name nichts sagt, das ist eine grosse Suchtklinik bzw. ein Therapiezentrum mit einem mehr als guten Ruf).

Es wurde da so eine Art Gesprächsrunde mit anderen Gästen durch einen Moderator geleitet. U.a. wurde an Dr Geyer die Frage gestellt, wie er auf die Frage : "Bin ich Alkoholiker oder nicht" antworten würde.

Er sagte darauhin sinngemäss:

Die Menge des Konsumierten Alkohols ist eigentlich nur für die Wahrscheinlichkeit und Schwere der zu erwartenden Folgeerkrankungen aussagekräftig.

Am deutlichsten ist Alkoholismus an Kontrollverlusten festzumachen. Z.B. ich kann nicht aufhören zu trinken, wenn ich einmal angefangen habe. Ich fange an mein Trinken zu planen und ich baue mein Leben um den Alkohol herum auf.
Und natürlich Entzugserscheinungen, die aber nicht unbedingt sehr ausgeprägt sein müssen, jedenfalls am Anfang noch nicht.

Er sagte auch, dass selbst Allgemeinmediziner Probleme damit haben jemanden als Alkoholiker einzustufen oder nicht. Am ehesten kann dies der Betroffene selbst feststellen, sofern er zur Ehrlichkeit sich selbst gegenüber fähig ist.

Der Mann hat noch mehr wichtiges gesagt und das in relativ kurzer Zeit.

Aber das bekomme ich jetzt bestimmt nicht zusammen.

Käthe

Karsten
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Beitrag von Karsten » 24.09.2005, 22:35

Hallo Käthe,

danke für den Beitrag.
Das zeigt, das es eben nicht so auf die Menge ankommt.

Auch die Aussage, dass es eigentlich niemnad anderes, als der etroffene selbst weiß, ober nun Alkoholiker ist oder nicht, entspricht auch meiner Meinung.
Ich finde die Antwort auch eigentlich nicht so wichtig. Wenn der Alkohol mein Leben bestimmt, sollte ich was ändern, ob man nun auf der Stufe der Alkoholgefährdung oder der Alkoholabhängigkeit ist.
Wenn es da zufällig Infomaterial mit der Rede oder mal einen Bericht im Unternet geben sollte, wäre ich für einen Hinweis dankbar.
Ich habe einen Alkoholtest gemacht, der auf meinen Erfahrungen beruht. Vielleicht hilft es ja jemanden zum nachdenken?

Gruß
Karsten
Zuletzt geändert von Karsten am 10.07.2009, 08:36, insgesamt 1-mal geändert.

honda-daddy

Beitrag von honda-daddy » 24.09.2005, 23:00

Hallo zusammen
Ich fange an mein Trinken zu planen und ich baue mein Leben um den Alkohol herum auf.
Ja,genau daran kann jeder erkennen ob er Alkoholiker ist, oder auf den Weg dahin. Der Kontrollverlust sagt aus das man schon Alkoholiker ist, so auch meine Meinung.

Igel

Beitrag von Igel » 24.09.2005, 23:35

Hallo zusammen,

Ich fange an mein Trinken zu planen und ich baue mein Leben um den Alkohol herum auf.

Wenn es erst mal soweit ist dann ist das Kind schon in den Brunnen gefallen.
Mann/Frau kann auch schon viel früher, ohne das Leben um den Alkohol herum zu bauen, ein Alkoholproblem haben.

Igel

Joachim

Beitrag von Joachim » 25.09.2005, 00:01

Hallo Käthe,

Er sagte auch, dass selbst Allgemeinmediziner Probleme damit haben jemanden als Alkoholiker einzustufen oder nicht. Am ehesten kann dies der Betroffene selbst feststellen, sofern er zur Ehrlichkeit sich selbst gegenüber fähig ist.

Wer sonst, als man selbst soll feststellen, dass man Alkoholiker ist.

Insofern möchte ich dem voll zustimmen.
Ist übrigens eine interessante Persönlichkeit.

LG Joachim

Igel

Beitrag von Igel » 25.09.2005, 00:12

Hallo zusammen,

Er sagte auch, dass selbst Allgemeinmediziner Probleme damit haben jemanden als Alkoholiker einzustufen oder nicht. Am ehesten kann dies der Betroffene selbst feststellen, sofern er zur Ehrlichkeit sich selbst gegenüber fähig ist.


Eine körperliche Abhängigkeit ist wohl recht einfach festzustellen, aber eine Psychische? Das ist wohl schwierig, das kann wohl nur der/die Betroffene selber. Gibt es eigentlich mehr körperliche oder mehr psychische Abhängige?

Igel

Käthe
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Beitrag von Käthe » 25.09.2005, 09:53

Guten Morgen liebe Sonne, wo bist Du??? :(

Also ich bin fest davon überzeugt, dass es mehr psychisch Abhängige gibt.

Wer körperlich abhängig ist, ist das meiner Meinung nach auch psychisch.

Ich selbst bin mit 100% iger Sicherheit psychisch abhängig, aber körperlich hatte ich, wenn überhaupt, nur sehr geringe Entzugserscheinungen. Könnte auch einfach Angst und Unsicherheit gewesen sein.

Käthe

Helmut 58
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Beitrag von Helmut 58 » 25.09.2005, 11:08

Hallo Käthe
Ein sehr interessantes Thema das du da ansprichst.
Meiner Meinung nach ist die phsychische Abhängigkeit vor der körperlichen da. Habe ich bei meinem lertzten Rückfall gemerkt mein Kopf sagte trink doch du zitterst ja noch nicht, wenn das anfängt hörst du wieder auf. Ich war ja überzeugt das ich wieder trocken werde, hatte ja schon 12 Jahre trocken gelebt. Doch das ging schwer in die Hose.
Meine ersten zwei Entgiftungen haben mich nur körperlich entgiftet, meine Probleme blieben.
Erst als ich im Mai in eine Suchtklinik ging und ein Therapeut mich auf meine Probleme aufmerksam gemacht hat wurde ich auch im Kopf trocken.
Er hat mir die Augen geöffnet.
LG Helmut 58

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