Private Verpflichtungen während Langzeittherapie

Ambulante und stationäre Therapie und Entgiftung bei Alkoholproblemen und Alkoholabhängigkeit durch Psychologen ( Psychologie ) oder Therapeuten, sowie Ursachen der Alkoholkrankheit bzw. Coabhängigkeit aus medizinischer Sicht.

Aniol
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Private Verpflichtungen während Langzeittherapie

Beitrag von Aniol » 07.10.2005, 08:20

Hallo,
ich weiß jetzt garnicht ob ich für meine Frage im richtigen Bereich bin.
Ich frag einfach mal.
Ich bräuchte ein paar Tips zu folgender Angelegenheit:
Wenn ein Mensch allein ist und in Langzeittherapie geht wie verhält es sich dann mit seinen persönlichen Angelegenheiten, Post, Verpflichtungen und so weiter.
In wie weit kann er sich darum kümmern oder welche Ansprechpartner und Hilfen hat er da?

Mein Problem ist, mein Freund will in Langzeittherapie, gesetzlich habe ich allerdings nicht viele Möglichkeiten ihm gewisse Dinge wie Anwalt und Arbeit abzunehmen und dazu kommt, das unsere Entfernung so groß ist das ich auch nicht täglich oder wöchentlich den Briefkasten leeren kann.
Nun sagt er das es in Langzeit für die Kranken eine Sperre gibt(6Wochen oder so) in denen sie nicht telefonieren können, sich also auch nicht um ihre Angelegenheiten kümmern können.

Kann mir jemand einen Rat geben wie das Problem zu lösen ist?
Ich wäre dankbar für ein paar Ratschläge.

Mit freundlichen Grüßen Aniol

Käthe
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Beitrag von Käthe » 07.10.2005, 08:28

Hallo Aniol,

die Sperre bezieht sich nicht auf wichtige Angelegenheiten.

In jeder Therapieeinrichtung gibt es Sozialarbeiter, die bei solchen Angelegenheiten auch helfen.
In meiner Therapie haben die Patienten, die niemanden z.B. für ihre Post hatten einen Nachsendeantrag in die Therapieeinrichtung gestellt. Das würde ich aber vorher telefonisch mit der Therapieeinrichtung klären.

Alternativ könnte er den Nachsendeantrag an Deine Adresse stellen (sofern Du das willst), ausserdem kann er am Postamt ein Formular für eine Vollmacht holen, mit der er Dich berechtigt z.B. Einschreiben abzuholen. Da das aber nicht für alle Schreiben (z.B. Postzustellungsurkunde) gilt, wäre der Nachsendeantrag in die Therapie meiner Meinung nach sinnvoller. Er soll ja auch wieder lernen sich um seine Angelegenheiten selbst zu kümmern.

Hoffe ich hab Dir helfen können

Käthe

Alex07
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Beitrag von Alex07 » 07.10.2005, 08:40

Hallo Aniol,

du kannst dich von deinem Freund aber bevollmächtigen lassen, sofern er selbst voll geschäftsfähig ist (und du über 18 ). Von beidem gehe ich mal aus.

Das ist geregelt in § 164 BGB wie folgt :
§ 164 Wirkung der Erklärung des Vertreters

(1)
1. Eine Willenserklärung, die jemand innerhalb der ihm zustehenden Vertretungsmacht im Namen des Vertretenen abgibt, wirkt unmittelbar für und gegen den Vertretenen. 2Es macht keinen Unterschied, ob die Erklärung ausdrücklich im Namen des Vertretenen erfolgt oder ob die Umstände ergeben, dass sie in dessen Namen erfolgen soll.

(2)
1.
Tritt der Wille, in fremdem Namen zu handeln, nicht erkennbar hervor, so kommt der Mangel des Willens, im eigenen Namen zu handeln, nicht in Betracht.

(3)
1.
Die Vorschriften des Absatzes 1 finden entsprechende Anwendung, wenn eine gegenüber einem anderen abzugebende Willenserklärung dessen Vertreter gegenüber erfolgt.
Dann ist noch § 167 BGB wichtig :
§ 167 Erteilung der Vollmacht
(1)
1.
Die Erteilung der Vollmacht erfolgt durch Erklärung gegenüber dem zu Bevollmächtigenden oder dem Dritten, dem gegenüber die Vertretung stattfinden soll.

(2)
1.
Die Erklärung bedarf nicht der Form, welche für das Rechtsgeschäft bestimmt ist, auf das sich die Vollmacht bezieht.
Du kannst dich also (natürlich schriftlich) von deinem Freund zur Vornahme sämtlicher Rechtshandlungen sowie Annahme und Abgabe von rechtsverbindlichen Willenserklärungen ihn betreffend bevollmächtigen lassen.

Viele Grüße

Garfield

Aniol
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Beitrag von Aniol » 07.10.2005, 08:47

Danke Käthe,

ja mir ist es wichtig das er lernt sich um sich selbst zu kümmern vor allem deshalb, weil ihn immer genau solche Schreiben aus der Bahn werfen. Wenn ich ihm das jetzt abnehme, dann ist es für ihn in nem halben Jahr wieder ein großes Problem wenn er den Briefkasten mit Horrornachrichten öffnet. Ich möchte das er leben lernt.
Ich dachte mir ja schon das die Sozialarbeiter helfen, er verneinte das. Vor lauter Angst etwas falsch zu machen und die Erwartungen der Anderen an ihn wieder nicht zu erfüllen versackt er oft dahin das er denkt er müsse sich um alles selbst und allein kümmern(sorry, das war jetzt bissel durcheinander,hoff es geht trotzdem)aber dann macht er sich einen solchen Druck das es nach hinten losgeht. Gerade deshalb denke ich es ist wichtig das er sich kümmern lernt, gleich in der Therapie, dort kann er es doch am besten lernen, oder?
Weist Du da einen Rat? (hab keine Möglichkeit das bei einem Therapeuten anzusprechen, er möcht das nicht und ich möchte das respektieren) Er tut sich mit sowas nur sehr schwer.
Liebe Grüße

Käthe
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Beitrag von Käthe » 07.10.2005, 09:42

Hallo Aniol,

D kannst nicht mehr machen, als ihm zu erzählen, was für Möglichkeiten er hat.

Der Rest muss von ihm kommen.

Wie kommt er darauf, dass es in der Therapie keine Sozialarbeiter gibt???? Eine Therapie, die den Menschen keine Möglichkeit bietet ihre existenziellen Probleme anzugehen wäre ja rausgeschmissenes Geld.

Die Therapeuten/Sozialarbeiter erledigen das allerdings nicht für ihn, aber sie helfen.

Hat er denn schon einen Antrag gestellt??? Wenn er weiss, wohin er kommt, kann er das alles vorher klären, bzw. sollte er eine z.Zt. eine Suchtberatungstelle aufsuchen, können die ihm auch schon einiges sagen.

Lass ihn mal ruhig selbst rumwurschteln, sonst lernt er es nie.

Käthe

soul42
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Beitrag von soul42 » 07.10.2005, 09:54

hallo,

die post hat mir damals meine freundin zugeschickt.
es gibt aber, wie schon erwähnt wurde, sozialarbeiter in langzeittherapieeinrichtungen, die helfen werden, wichtige dinge zu regeln.
ich habe damals sogar mein geld auf ein eigenes konto IN der klinik bekommen, das war wie eine eigene bank auf dem klinikgelände. aber wie es läuft, da kann sich dein freund erkundigen.

lg soul

honda-daddy

Beitrag von honda-daddy » 07.10.2005, 10:38

Hallo Aniol
Es gibt meiner meinung nach NICHTS, was ich vor, während, und nach der therapie erledigen kann. Auch bei arbeitssuche sind die sozialbearbeiter behilflich, bewerbungen etc.
Also du brauchst wirklich keine angst zu haben, er wird schon lernen wieder auf eigenen beinen zu stehen. WENN ER WILL :!:
wünsche viel glück

Käthe
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Beitrag von Käthe » 07.10.2005, 11:31

Hi Honda
Es gibt meiner meinung nach NICHTS, was ich vor, während, und nach der therapie erledigen kann
kann es sein, dass Du ein Wörtchen vergessen hast???

Es gibt nichts, was man nicht vor, während.........


Käthe

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