was soll ich tun?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
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ich*
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was soll ich tun?

Beitrag von ich* » 17.10.2005, 21:33

Hallo,

ich habe mir bereits ein paar Texte durchgelesen. Aber irgendwie ist nicht das richtige für mich dabei.

Ich bin ziemlich hilflos:

Ich habe vor längerer Zeit (ca. ein Jahr) endeckt, daß mein Vater heimlich Cognac trinkt.

Ich habe zufällig in der Garage meiner Eltern (ich wohne nicht mehr zu Hause) einen Eimer mit leeren Flaschen gefunden. Erst hab ich mir nicht viel dabei gedacht. Man merkt ihm auch überhaupt nichts an. Er ist wie immer.

Eines Tages habe ich ihn erwischt wie er heimlich getrunken hat. Als ich kam hat er schnell seine Flasche versteckt. Ich war total geschockt. Ich habe ihn aber leider nicht angesprochen. Ich traue mich nicht - leider bis heute nicht.

Ich wußte nicht was ich tun sollte. Also habe ich meinen älteren Bruder informiert. Der weiß auch keinen Rat. Meine Mutter kann ich nicht einweihen. Sie hat für soetwas kaum Verständnis. Sie ist eher hysterisch und kann uns sicher auch nicht helfen. Ich habe auch die Schwester meines Vaters ins Vertrauen gezogen. Vermutlich hat sie auch gekniffen. Es hat sich bisher nichts getan.

Mein Bruder und ich haben sogar markiert wieviel er trinkt, um uns einen Überblick zu verschaffen. Die Sache in eindeutig.

Eine zeitlang hatte ich die Sache vergessen, oder vielleicht auch verdrängt. Jetzt bin ich wieder drauf gestoßen. Es zerreisst mir das Herz. Jedesmal wenn mein Vater in den Keller geht, oder mit dem Hund raußgeht, weiß ich was er tut. Mir dreht es dabei den Magen um. Mir wird ganz übel. Ich mache mir die größten Vorwürde, weil ich noch nichts zu ihm gesagt habe.

Ich weiß, daß er in seiner Arbeit Streß hat. Sein Chef setzt ihm zu. Er ist nicht der Typ der darüber spricht. Ich habs bereits versucht.

In der Familie ist alles in Ordnung.

Ich weiß einfach nicht wie ich ihm helfen kann. Soll ich ihn einfach darauf ansprechen? Wie soll ich ihn ansprechen?
Ich habe Angst vor seiner Reaktion. Ich will aber auch nicht mehr tatenlos zusehen.

Kann mir jemand einen Rat geben??

chrissyta
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Beitrag von chrissyta » 17.10.2005, 22:19

hallo ich,

herzlich willkommen hier im forum.

du machst dir sehr grosse sorgen um deinen vater, die familienmitglieder die du eingeweiht hast halten sich raus, das macht dich zusätzlich traurig.

wenn du möchtest, dass dich dieses nicht länger belastet musst du mit deinem vater reden, auch wenn du angst vor seiner reaktion hast. du weisst doch nicht wie er reagieren wird und machst dir vielleicht umsonst einen kopf. ich denke mal er wird es für nicht so schlimm halten und wird dir sagen, dass du dir keine sorgen machen musst. wenn du hier schon viel gelesen hast dann kannst du deinem vater sagen wovor du angst hast, wenn er so weiter macht.

dass das heimliche trinken auf eine abhängigkeit hinweist ist ganz klar.

warte einen richtigen moment ab und dann führe mit ihm ein gespräch, mehr kannst du im moment nicht tun. sollte er dann einsehen, dass er ein problem hat, kann man den weiteren schritt machen.

ich wünsche dir viel erfolg.

lg
chrissyta

ich*
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Beitrag von ich* » 17.10.2005, 22:32

Vielen herzlichen Dank für die schnelle Antwort!

Ich habe gelesen, wie schlimm es bei den andern ist. Davon ist mein Vater zum Glück noch weit entfernt. Ich habe aber Angst, dass es irgendwann einmal soweit kommt, wenn ich einfach so mitzusehe.

Mir ist klar, daß ich all meinen Mut zusammen nehmen muss, und mit ihm reden muß.

Bloß wie? Wie soll ich es ansprechen? Soll ich sagen, daß ich zufällig die Flaschen gefunden habe. Was er damit gemacht hat.

Soll ich ihm sagen, daß wir ihm nachspioniert haben?
Soll ich ihm auf den Kopf zu sagen, daß ich weiß, daß er TRINKT?

Ich weiß einfach nicht wie ich es angehen soll...

Ich hab echt total Schiss! Möglicherweise übertreibe ichs ja. Zumindest versuche ich mir das immer einzureden, um mein schlechtes Gewissen zu beruhigen.

chrissyta
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Beitrag von chrissyta » 17.10.2005, 23:11

hallo,

nein, du sollst ihm natürlich nicht sagen, dass du ihm nachspionierst und auch nicht auf den kopf zusagen das er trinkt, denn das weiss er selber.

warum sagst du nicht, dass du ihn hast trinken sehen und du dir sorgen machst. das ist doch nicht so schwer. du kannst ihm auch sagen, dass du die vielen leeren flaschen gesehen hast und du dich sorgst.

also, wenn du klarheit haben möchtest, dann musst du schon diesen schritt gehen.

ich verstehe nur nicht warum du mit deiner mutter darüber nicht reden kannst, es ist ja in erster linie ein problem zwischen deinen eltern, denn du wohnst ja nicht mehr zu hause.

lg
chrissyta

coco

Beitrag von coco » 17.10.2005, 23:27

Hallo Ich
Ich denke schon mal das dein Vater spiegelTrinker ist. Bei spiegelTrinker, merkt man nicht schnell das sie ein Problem mit Alkohol haben. Sie sind meistens immer unter Alkoholeinfluss, ohne richtig voll zu sein. Sie müssen eben nur immer ihren Spiegel halten. Damit sie auch nicht ins zittern und auf Entzug kommen. Kannst dich ja auch mehr Infos übers Internet suchen. Wie du es sagst, das mußt du wohl selber entscheiden, du kennst ja deinen Vater wohl besser. Aber es ist wohl besser wenn du mit ihm redest. Sag ihm einfach, das du es bemerkt hast und das du dich sorgen machst. Kannst ihn ja auch vielleicht sagen das du dich informiert hast. Ich habe eine sehr gute Freundin, die einen Rückfall hat. Sie lügt mich zwar an, das sie nicht trinkt, aber ich habe es bemerkt. Weil man am Telefon nicht mehr mit ihr reden kann, weil sie eben meistens voll ist, habe ich ihr jetzt einen Brief geschrieben. Habe ihr mitgeteilt das ich merke das sie wieder trinkt. Auch mit dem Risiko sie zu verlieren, den ich kann sie echt gut leiden. Aber ich weiß auch das ich sie verlieren werde wenn sie so weiter macht. Sie hat mich jetzt um Hilfe gebeten. Was jetzt draus wird, das sehe ich jetzt. Ich kann nur hoffen, das sie meine Hilfe annimmt. Ich drück dir die Daumen.
Viele liebe Grüße
Coco

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