Dieses Gefühl das einen keiner mag

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern
Daria22
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Dieses Gefühl das einen keiner mag

Beitrag von Daria22 » 13.08.2008, 17:48

Hallo,

ich habe oft das Gefühl das mich keiner mag und leiden kann und das mich die Leute komisch anschauen weil ich auch vom Charackter sehr zurückhaltend schüchtern und eher langweilig wirke durch diese erlebnisse, ich kann nicht viel reden mit menschen obwohl ich es manchmal will, aber es kommt nichts raus mir fällt nichts ein und ich denke eh wieder ach kann mich sowieso keiner leiden.

Habt ihr so ein Gefühl auch oder vielleicht gehabt ?

Freunde habe ich seit ich 20 und mein 1. Kind bekam bin keine mehr gehabt, würde mir schon eine freundin wünschen aber ich kann keinem so richtig trauen oder mich öffnen, ausserdem habe ich immer den gedanken wenn mich meine mutter nicht lieben konnte wie kann mich dann ein fremder mensch mögen?

LG

Tanja83
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Beitrag von Tanja83 » 13.08.2008, 18:32

Hallo Daria,

erstmal wie war dein Wochenende? Ich hoffe mal schön, aber woher schon wieder diese negativen Gedanken??

Ich wohne hier jetzt seit 1 1/2 Jahren und hab es auch noch nicht geschafft, richtige neue Freundschaften aufzubauen. Hab zwar ne Supernette Mitbewohnerin und wir unternehmen auch viel zusammen, aber meine beste Freundin ist sie deshalb auch nicht.
Ich bin halt auch nicht der Mensch der jemand einmal sieht und dann gleich einen auf beste Freundin machen.
"Daheim" hab ich noch einige gute Freunde aber da hab ich mir auch häufig gedacht, was wollen die von mir...., aber jetzt weiß ich das das wirkliches Interesse ist und ich kann jetzt auch besser darauf eingehen, waren dieses Jahr sogar zusammen im Urlaub!!!
Kannst du nicht über die Kinder(bald sind es ja 2) mit anderen Müttern in Kontakt kommen, da gibt es doch bestimmt Möglichkeiten sich mit anderen zutreffen und sei es nur zum Kaffeetrinken oder so?
Vielleicht solltest du einfach einbisschen mehr auf Menschen zugehn, ohne darüber nachzudenken ob die einen jetzt mögen oder nicht wird sich zeigen....

Gruß Tanja

Lume
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Beitrag von Lume » 13.08.2008, 18:41

Hallo Daria,
Dieses Gefühl, dass einen keiner mag, dass man vielleicht nicht liebenswert ist, dass man sich nur schwer öffnen kann usw., kenne ich sehr gut. Es gibt hier auch bestimmt viele andere, die es gut kennen. Ich bin noch dabei, mein Selbstwertgefühl aufzubauen. Eine goße Unterstützung dabei war und ist mir eine Psychotherapie bzw psychosoziale Beratung. Hast du es damit schon mal versucht? Wenn nicht, kann ich es dir nämlich sehr empfehlen. Ich habe dort schon langsam gelernt, Selbstvertrauen zu entwickeln und mutiger im Kontakt zu anderen zu werden.
Wenn deine Mutter so mit sich selbstbeschäftigt oder desinteressiert oder was weiß ich war, dass sie dich nicht lieben konnte, heißt das wohl noch lange nicht, dass du nicht liebenswert bist, rede dir das bloß nicht ein! Das ist wohl eher ein Fehler deiner Mutter. Bestimmt gibt es eine Menge Menschen, die dich mögen würden, wenn sie dich nur kennen, da bin ich überzeugt.
Liebe Grüße
Lume

Feelein
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Beitrag von Feelein » 13.08.2008, 19:19

Hallo Daria,

das kenne ich sehr gut, was Du da beschreibst.
Bei mir ist es so, dass meine Mutter mir, wenn sie betrunken ist, auch noch Sachen wie "dich packt sowieso kein Mann freiwillig an" oder "du hast keine Freunde, mit dir will keiner was zu tun haben" an den Kopf wirft.
Das tut mir sehr weh, aber ich versuch dann an schöne Erlebnisse zu denken oder auch daran, wenn ich für eine Arbeit Lob bekam, von Vorgesetzten oder Kollegen. So komme ich mir nicht so nutzlos vor und denk dann, dass ich halt auch was schaffen kann, auch wenn meine Mutter mir alles immer schlecht redet.

Cari21
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Beitrag von Cari21 » 13.08.2008, 19:29

Hallo Daria

Auch ich kenne dieses Gefühl, von keinem gemocht zu werden. Dabei ist es aber oft nicht das; die meisten Menschen sind verunsichert, wenn derjenige kaum redet. Sie wissen ja dadurch auch nicht wirklich, mit wem sie es zutun haben.
Es ist nicht einfach, sich zu öffnen, wenn man so an sich selbst zweifelt. Auch ich habe lange gebraucht, das zu überwinden.
Es ist aber wichtig, dass du dir nicht selber einredest, nicht liebenswert zu sein. Ich denke Alkoholiker sind so mit sich beschäftigt, dass sie keine Liebe geben können, was natürlich schrecklich ist, aber das heisst nicht, dass du deshalb nicht liebenswert bist. Du bist es. Es wird immer Menschen geben, die vom Charakter her nicht zu einem selbst passen, aber es gibt auch Menschen, die dich sehr gut verstehen würden, wenn du dich ihnen nur öffnest.
Vielleicht solltest du es für den Anfang wirklich erstmal mit einer Therapie versuchen. Es ist sehr wichtig, zu reden.

Ich wünsche dir alles Gute

Cari

Daria22
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Beitrag von Daria22 » 13.08.2008, 19:57

hallo,

danke erstmal für euere antworten, ja das mit den müttern ist auch so eine sache, ich sehe trotz das ich 28 bin sehr jung aus viele schätzen mich auf 17 oder 18 jahre das führt dazu das mich viele schief anschauen, mit dem blick oh gott wie jung ist die denn, wahrscheinlich keine ausbildung und kann ihrem kind nichts bieten diese vorurteile eben dabei arbeite ich tag und nacht und trage sehr viel verantwortung für mein kind, sogar mein freund ja der die lebensfreude pur ist nie einen schlechten gedanken trägt sagt wieso reagieren die menschen so negativ auf dich, ich musste sogar bei meinem sohn die schule wechseln die klassenlehererin hat jedesmal gesagt ich soll nicht so oft im stadtpark rum hängen ( das ist so ein treff wo sich junkis bei uns rumtreiben) hallo ??? ich habe ihr gesagt was sie sich erlaubt ich leite den innendienst einer kanzlei und bin auch immer im anzug angezogen nie irgendwie schmuddelig immer ordentlich gestylt , aber jedesmal sagte sie es (mein Sohn hat übrigens ADHS) ich finde mich zwar selbst extrem hässlich kann mich auch nicht gut in spiegel sehen aber immer sauber frisiert und angezogen, da denke ich mir wirklich das kann doch jetzt nicht sein, wieso sagt die sowas und hört mir nicht zu.

sie rufte mich immer an und schrie richtig weil sie hörte das mein sohn großstadtrevier beim opa mal angesehen hat, wie unverantwortlich ich sei und ob ich kein gewissen habe, hallo großstadtrevier ??????

ich fühle mich wie in dummes kleines hässliches hilfloses kind indem moment und das ist keine einbildung, mein freund hat ja freunde die sprechen natürlich russisch weil er selber einer ist und die mädchen haben mich vom ersten tag abgelehnt mein freund hat mir erzählt was er mitbekommen hat was die über mich auf russisch sagten und das war bei weitem nicht nett als er dann mit seinem kumpels kurz weg ist und ich da wartete habe ich überlegt soll ich mal hin und schon haben sie mir den mittelfinger gezeigt und ich wäre am liebsten im erdboden versunken.

Also damit will ich sagen das die leute wirklich richtig negativ reagieren und mir gar keine chance geben, obwohl ich immer freundlich bin und lächel zwar schüchtern aber freundlich, ich bin gerade dabei an mir zu arbeiten vom landratsamt habe ich mir selbsthilfegruppen geben lassen und da gibt es eine nur für frauen das war mir lieber und vielleicht bekomme ich dort hilfe. (deshalb hatte ich übrigens angst abgelehnt zu werden weil ich es so oft erfahre)

Mit 17 jahren wollte ich auch zum psychotherapeuth bei uns der mir nicht mal zu hörte sondern gleich sagte ich behandel niemand unter 18, ich habe immer hilfe gesucht es ist wie verflucht, wirklich, habe aber meist nur ablehnung bekommen.

von meinem freund kann ich auch nicht erwarten das er da ist er hat auch seine freunde und soll seinen spass haben, ich kann so nicht mit ihm reden weil ich das gefühl habe ich zerstör ihm dadurch sein leben und mache es schwer.

von meiner familie kann mir auch keiner helfen mein oma und ihre andere tochter sind ebenfalls schwere alkoholiker und die anderen verwandten wohnen weit weg.

immer diese maske aufzusetzen das mein kind nichts mitkriegt die arbeitskollegen (die sind übrigens wie ein familie für mich nur darüber kann ich auch nicht reden mit ihnen) und mein freund ,wie mich das alles verletzt ist auch ziemlich anstrengend

Tanja83
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Beitrag von Tanja83 » 13.08.2008, 20:21

Hallo Daria,

oh mann, da weiß man ja gar nicht was man sagen soll......

spinnt diese Lehrerin komplett?, ist die mit ihrem Job überfordert oder hat die sonst nix zutun??
Ein ADHS-Kind(mein Patenkind hats auch) ist halt einfach anstrengender als andere, aber hallo dafür wurde die gute Frau ausgebildet und selbst wenn du im Stadtpark rumhängen würdest, würde es ihr absolut nix angehen...

Naja und die "Freunde" von deinem Freund also ich weiß ja nicht..., wiso reagieren die so auf dich?? Ich denke schon das du da bei deinem Freund nochmal nachhacken solltest, das kann ja irgendwo nicht sein. Die müssen ja nicht mit dir um die Häuser ziehen, aber ein bisschen Respekt dir gegenüber wär find ich schon angesagt. Ich bin auch nicht bei allen Freunden von meinen Mädels begeistert, aber ich akzeptier ihre Beziehungen und lauf nicht mit ausgestreckten Mittelfinger rum!!
Find ich absolut unmöglich von denen.....
Ich find es gut das du zu einer Selbsthilfegruppe gehst ich glaub das sollte ich auch tun, aber ich neige dazu mir viel vorzunehmen und dann vor der Tür wieder umzukehren :cry:

Kopf hoch...., hier kannst du immer Dampf ablassen

Ganz, ganz lieben Gruß
Tanja

Cari21
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Beitrag von Cari21 » 13.08.2008, 20:44

Liebe Daria

Deine schlechten Erfahrungen mit Menschen machen es natürlich nicht einfacher, auf die Leute zu zugehen. Das verstehe ich.

Aber eines muss man sich immer sagen: Egal was andere auch sagen, wichtig ist, was du von dir hälst. Momentan scheint das nicht das positivste Bild zu sein, wie ich herauslesen konnte und genau das halten einem die Menschen wie einen Spiegel davor. Die meisten Menschen haben Angst eigene Schwächen zu zeigen, also müssen sie andere an ihrem wunden Punkt angreifen, um von sich abzulenken. Schwäche ist natürlich auch nicht einfach. Aber wie sollen andere diese anerkennen, wenn man sich selbst diese nicht anerkennt. Wichtig ist also jetzt, dass du dich selber lieben lernst? Gibt es denn keine anderen Therapeuten in deiner Nähe, zu denen du gehen könntest. Klar hast du jetzt sicher deine Bedenken, aber eine gute Einzeltherapie ist so wertvoll, weil es dort nur um dich persönlich geht. Das ist das beste Geschenk, was man sich in der Phase machen kann. So ging es mir zumindest.
Und: Kein Mensch ist hässlich! Oder meinst du dein Freund leidet an Geschmacksverirrung? Also bitte!
Kennt dein Freund deine Sorgen und Nöte? Ich denke es ist wichtig, dass du versuchst mit ihm zu reden, was dich bewegt. Du jammerst ja deshalb nicht und lässt ihm trotzdem seinen Spass, aber für eine gute Beziehung ist es denke ich wichtig, dass auch er weiss, wie es dir geht. Wenn er das nicht verträgt, dann fände ich das fraglich.
Ich habe früher mit meinem Freund auch nie über mich geredet und wenn, dann immer das, was nicht das Hauptproblem traf. Wir hatten ständig Streit. Seit ich ihm genau sage, wie es mir geht, was ich möchte und brauche, können wir viel besser miteinander umgehen.
Wieso setzt du vor deinem Kind eine Maske auf? Dein Kind ist nicht blöd; es merkt eh, wenn es seiner Mutter nicht gut geht und damit machst du weder ihm noch dir einen Gefallen. Ich weiss zwar nicht wie alt es ist, aber mit einem Kind kann man auch reden. Man erzählt zwar nun nicht was genau das Problem ist, aber man kann trotzdem sagen, wenn man traurig ist und sich Sorgen macht. Dein Kind macht sich sonst sicher Sorgen: Was ist mit Mami los?

Und wenn schon? Die Freunde deines Freundes scheinen recht oberflächlich zu sein. Auf so Menschen kann man dann eh verzichten; auch wenn es jetzt erstmal weh tut.

Rede mit deinen Kollegen, wenn du dich mit ihnen so toll verstehst. Was hast du denn noch zu verlieren, wenn du schon so oft verletzt wurdest?
Glaubst du sie werden dich ablehnen, wenn du es ihnen erzählst?

Ich wünsche dir das Beste und jede Menge Kraft und Mut.

Liebe Grüsse
Cari

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