Trocken...: nicht mal nur nicht regelmäßig Alkohol

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
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AnaB.
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Trocken...: nicht mal nur nicht regelmäßig Alkohol

Beitrag von AnaB. » 05.09.2008, 13:54

Hey Ihr alle....
schön, daß ich euch gefunden habe.
Seit gestern bin ich bei euch und habe erst mal 3 vollständige Threads gelesen (danke an Laufschnecke, Freund und Simone75 und alle, die geantwortet haben)
Meine Entscheidung steht fest, Alkohol will ich nie wieder trinken...seit zwei Tagen ist dieser Teufel verbannt 36 Stunden und ich begreife langsam, daß meine Genesung in den letzten Jahren einfach nicht stattfinden konnte, weil ich immer noch geleugnet habe, daß ich Alkoholikerin bin, schließlich hatte ich ja nur Bier und Wein getrunken, mir sieht man es nicht an, ausserdem konnte ich lange Zeiten nichts trinken, was natürlich regelmäßig daneben ging...und während meiner Aufenthalte wegen tiefen Depressionen in 2 Kliniken zur teilstationären Gruppentherapie und einer 4jährigen LZT wegen Panik, Angst und Depressionen durfte ich vor mir und den anderen mein Alkoholproblem hinter gelegentlichem Alkoholmißbrauch in Krisensituationen
verstecken, schließlich hatte ich das ja schwarz auf weiß bestätigt bekommen...also durfte ich unbemerkt mein nasses Hirn weiter benebeln, weiter allein allabendlich über meistens Wochen meine 4-6 Bier trinken, dann war ich wieder mal "weg von der Droge" bis die nächste Schwierigkeit auftauchte oder ich mir sicher war: jetzt kannste reguliert trinken, also immer in dem Kreislauf der Betäubung oder Belohnung.
Ich heul gerad...
Alkohol hat sich wie ein Faden an mein Leben gehängt, schon von Kindheit an..dieses Zeug ist so einfach und legitim...da wo ich nach meinem Absturz (Burn out, Krebs OP und anschließender Zusammenbruch) derzeit lebe, ist Alkohol das Normalste von der Welt...ich hab das so satt.

Ich hab jetzt ca. 5 Jahre damit verbracht folgenden Satz zu verstehen, der sich in mein Hirn gefressen hatte und mein Alkoholproblem zu sehen:
"Manchmal denke ich, daß ich etwas ändern müßte, damit sich etwas ändert."

O.k., jetzt hab ich diese Veränderung endlich angefangen, merke aber, daß sich seit sich der Ausdruck "trocken" in meinem Hirn bewegt, sich alles um Alkohol dreht, nicht wirklicher Zwang zu trinken,aber ich hab ganz schön Angst, merk ich gerade...Angst vor dem Stigma, vor den Worten "für immer", davor konsequent mein Leben umzukrempeln, ein Versager zu sein....es diesmal wieder nicht zu schaffen...
Aber es hilft ungemein, hier zu lesen und zu schreiben, weil ich merke, ich bin damit nicht allein...und es ist gut, daß ich endlich dahinter gekommen bin.

Gestern abend gings gut, hab hier noch viel gelesen, dann schön geduscht, Entspannungsübung gemacht im Bett..alles Dinge, die ich sonst eher selten mache...schlafen war die Hölle, aber heut morgen war ich früh wach, konnte mir gut ins Gesicht sehen und war trotz schlechtem Schlaf ausgeruhter als mit Bier...

Dann kam das neue Terrarium für meine Zuchtmäuse und ich...hurra, gleich Mäusewohnung umbauen und auf einmal extreme Lust zu trinken...ich Panik, aber dann hab ich Gott sei dank gemerkt, daß ich unterzuckert bin, also wieder nix früh gegessen, ich muß mir nen Plan machen, das nicht zu vergessen, mehr auf mich achten...
Was auch ist: ich bin nervöser als sonst, wenn ich früher "mal für ne Weile "den Alkohol weggelassen habe...irgendwie war das anders...
So, nun werd ich einkaufen gehen und noch ne neue Wasserflasche für die Mäuse holen, das ist dann gleich noch ein schöner Spaziergang mit dem Hund..mh,bei uns scheint gerad so schön die Sonne...
Ich will meine Herzenswärme wieder, ich will kein abhängiger Zombi mehr sein..
Ach ja
LG
AnaB

Erdling
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Beitrag von Erdling » 05.09.2008, 14:13

Hallo AnaB,
schön das Du hier her gefunden hast. Und Glückwunsch zu den trockenen 36 Stunden ;)
Deine Gefühle kommen mir sehr bekannt vor, vorallem dieses "für immer".
Ein ganz guter Trick ist erstmal nur an den heutigen Tag zu denken, heute bleibst du nüchtern. Was morgen passiert wird sich zeigen aber wenn Du morgen nüchtern aufwachst, hast du die besten Changen morgen auch wieder nüchtern ins Bett zu gehen.
Bist Du in einer Selbsthilfegruppe für Alkoholsüchtige oder denkst du daran in eine zu gehen?
Liebe Grüße
Erdling

Laufschnecke
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Beitrag von Laufschnecke » 05.09.2008, 14:16

Hallo,AnaB :D
Prima, dass du dieses Forum für dich entdeckt hast, ich fühle mich hier sehr wohl.
Ich finde, du machst dir die richtigen Gedanken über deinen Weg, trocken zu leben:
AnaB. schreibt:
Manchmal denke ich, daß ich etwas ändern müßte, damit sich etwas ändert."
Ja, Veränderung ist wichtig.
AnaB.schreibt:
ich muß mir nen Plan machen, das nicht zu vergessen, mehr auf mich achten...
Wir müssen gut auf uns aufpassen, und ein Plan kann uns helfen, dem Tag eine Struktur zu geben, Dinge, die erledigt werden sollten, müssen etc.geben mir zumindest einen Rahmen, der mir Halt gibt.
Mach weiter, dann wirst du deine Herzenswärme bestimmt wiederfinden, denke, sie ist nicht verloren, sondern schlummert nur in dir,
Lieben Gruss, Laufschnecke :wink:

Laufschnecke
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Beitrag von Laufschnecke » 05.09.2008, 14:20

Ohhh, mist :oops: :oops: :oops: :evil:
Gestern hats noch geklappt mit dem Zitieren, Asche auf mein Haupt :roll: ,werds nochmal üben....

live2008
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Beitrag von live2008 » 05.09.2008, 15:07

Hallo AnaB,

herzlich willkommen auch von mir.

Mach dir keine Sorgen um die Gedanken, um die Nervosität-es vergeht.
Ich hatte es auch aber glaube mir, von Tag zu Tag wird es dir besser gehen.
Sehe positiv in die Zukunf rein und freue dich, dass du neues Leben beginnst.
Es ist nicht leicht aber es lohnt sich!

Ich wünsche dir viel Erfolg und schöne trockene nächste 24 Stunden!

@Laufschnecke: ich habe bis heute nicht gerafft mit dem zietieren-kannst du mir paar Tipps geben-in meinem Thread.Küsschen

live2008

Freund

Beitrag von Freund » 05.09.2008, 15:33

Hallo AnaB ... und herzlich willkommen im Forum,

also erst einmal Glückwunsch zu deinen nunmehr bald 38 Stunden, wir alle haben einmal angefangen. Toll !

Gleichzeitig Achtung davor, dass du dich gleich mit 3 (!!!) threats vollständig befasst hast, das zeigt wirklich Wissensbegierde, Interesse und Engagement ... ich habe auch „gefressen“, was sich mir anbot.

Dieses Nie-wieder-Trinken, für immer, war für uns alle, so denke ich mal, eine große Barriere, kaum vorstellbar.

Da bei mir die Situation und dieses Denken schon viele Jahre zurückliegt, versuche ich mich gerade zu erinnern (trinke dabei gerade ne leckere Tasse Tee).

Wichtig ist, dass du mit deinem Alibidenken aus Suchtzeiten abgeschlossen hast und jetzt wirklich deinem Leben die entscheidende Wende geben möchtest, ... und das für DICH alleine.

Hierzu bietet sich in diesem Forum im Erfahrungsaustausch sämtliches Potential, man muss nur vertrauen und annehmen können, eigenes Wissen oder bequemere Wege ad acta legen.

Unter dem Button >Informationen< findest du auch noch einmal die >Grundbausteine<.

Dieses Forum kann, wenn du es zulässt und möchtest, dein Refugium und deine SHG für deine Trockenheit werden, in dem du nimmst und gibst, reflektierst und für dich dein NEUES Leben gestaltest.

Es ist nicht untypisch und soll dir auch keine Angst machen, dass hier und da einmal bei bestimmten Situationen dein Suchtgehirn anspringt, nach alten Belohnungsmustern dir der Konsum von Alkohol suggeriert wird.
Das sind Begleiterscheinungen, die, ersetzt man eben diese Situationen mit neuen Tätigkeiten (Belohnungen), deine Trockenheit und Loslösung vom Alkohol mit der Zeit stabilisieren.

Da solltest du für dich eben Gewisses finden, ob es ein Vollbad, ein Spaziergang, Sport, das Forum oder vieles mehr ist, ... dass du ersetzt hast, daraus kann man wunderbar schöpfen.

Überdenke vieles was du tust bzw. tuen möchtest, gib deiner Trockenheit höchste Priorität, und frage eher mal hier nach,
... dich erwartet für deine trockene Zukunft nur Positives.


Gruß, Freund.

Simone75
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Beitrag von Simone75 » 05.09.2008, 16:53

Hallo,

herzlichen Glückwunsch zu den freien Tagen ohne Alk. Mir fällt es auch schwer das für immer aber das ist unsere Krankheit und wir müssen dafür kämpfen das sie uns nicht wieder in den Bann zieht? Wie schafft du das? Machst du eine Therapie? ich bin den 11 Tag trocken, Entzug zuhause. Ich muss mein Leben ändern und suche den Weg. Wünsche dir viel Kraft und freue mich mit dir. Drück dich!!!

Spanijoggel
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Beiträge: 9065
Registriert: 13.02.2008, 09:58

Beitrag von Spanijoggel » 05.09.2008, 17:08

Hallo AnnaB!

Auch ich möchte Dich willkommen heissen.

Ich bin erst seit Februar hier.Aber ich habe schon sehr viel gelernt und erlebt.Ich kann mir meinen Alltag nicht mehr ohne das Forum vorstellen.
Ich habe schon gemerkt:Es gibt leichte Zeiten und andere Zeiten.
Wenn aber Dein Wunsch(oder Vorsatz) trocken zu werden und zu bleiben zu oberst steht kann Dir eigentlich nichts passieren,Du kannst es schaffen!

Herzliche Grüsse
Spanijoggel

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