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Muss ich was tun, wenn er betrunken Auto fährt?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
Stefka

Muss ich was tun, wenn er betrunken Auto fährt?

Beitrag von Stefka » 09.09.2008, 15:43

Mir geht heute den ganzen Tag ein Gedanke nicht aus dem Kopf:

Wenn ich weiß, dass mein Ex-Partner trinkt und besoffen Auto fährt (wegen Geldmangel sogar schon monatelang ohne TÜV), muss ich dann irgendwie aktiv werden? Was ist, wenn was passiert, während er mal wieder angetrunken unterwegs ist? Bin ich dann "irgendwie mit Schuld", weil ich es einfach nur zur Kenntnis genommen habe?

Unseren Hund jedenfalls lasse ich jetzt im Moment tagsüber nicht mehr mit ihm alleine (seid heute), weil ich nicht will, dass ihm evtl. was passiert. Aber was ist mit all den anderen im Straßenverkehr, die er ja auch gefährdet?

Hoffe, ihr habt dazu Erfahrungen!

LG Stefka

P.S. Bevor ich jetzt Antworten kriege, dass ich weg gehen soll und ihn sein Leben leben lassen soll nur kurz: Ich wohne noch da, deswegen kriege ich das ja auch mit, bin aber noch immer auf Wohnungssuche. Entschluss ist fest und auch von ihm so angenommen, so dass er nicht mehr versucht, mich zu überreden, dass ich bleibe

emz

Beitrag von emz » 09.09.2008, 15:58

habe den beitrag von sternchen für dich nach oben geholt.

Susanne

Beitrag von Susanne » 09.09.2008, 17:09

Hallo Stefka,

P.S. Bevor ich jetzt Antworten kriege, dass ich weg gehen soll und ihn sein Leben leben lassen soll nur kurz: Ich wohne noch da, deswegen kriege ich das ja auch mit, bin aber noch immer auf Wohnungssuche. Entschluss ist fest und auch von ihm so angenommen, so dass er nicht mehr versucht, mich zu überreden, dass ich bleibe
Das hört sich doch schon mal viel entschlossener an.. :wink: Woran liegt es mit der Wohnung?

Lieben Gruß

S.Käferchen Bild

Söckchen
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Registriert: 30.01.2008, 14:28

Beitrag von Söckchen » 09.09.2008, 17:56

Hallo Stefka, ja ich finde du mußt etwas tun!!! Und zwar in dem Moment wo du weißt das er betrunken am Steuer sitzt.
Ich weiß nicht ob du gerichtlich eine Mitschuld tragen würdest, aber moralisch gesehen finde ich es unverantwortlich nichts zu tun. Ich würde meines Lebens nicht mehr froh, wenn er einen Unfall verursacht und unter Umständen Menschen verletzt oder gar tötet.
Also wenn der das nächste mal los fährt, und sich z.B. von dir nicht hat umstimmen lassen, ruf bei der Polizei an, und gebe das Kennzeichen durch. Sollte er tatsächlich einen Unfall verursachen, dann hast du wenigstens versucht das Schlimmste zu verhindern!!! Wenn sie ihn nicht finden, hat er noch mal Glück gehabt, ansonsten muß er halt mit der Konsequens des Führerscheinverlustes klar kommen. Zumindest aber kannst du ruhiger schlafen, nicht untätig gewesen zu sein. Ich habe weiß Gott viel Verständnis, aber bei Alkohol am Steuer ist es bei mir echt vorbei.
In diesem Sinne
Söckchen
Stell dir doch einfach nur mal vor, dein Hund würde von so jemanden überfahren werden, weil da jemand glaubt betrunken das Auto zu beherrschen!!!!!! Von Menschenleben ganz zu schweigen...

emz

Beitrag von emz » 09.09.2008, 18:28

hallo söckchen,

man trägt sogar juristisch eine mitschuld, wenn man nicht verhindert, dass jemand alkoholisiert auto fährt, heißt man kann selbst den führerschein verlieren.

viele grüße - emz

Stefka

Beitrag von Stefka » 09.09.2008, 19:08

Vielen Dank für eure Antworten. Die haben mich ganz schön umgehauen. Ich habe auch gerade mal Stöckchens threat gelesen. Die moralische Mitschuld war mir schon klar, dennoch habe ich bislang nix gemacht gehabt. Traurig aber wahr...

Wozu ein Hund nicht alles gut ist. Heute morgen beim Gassi gehen gingen mir so viele Gedanken durch den Kopf und ich habe auf einmal eine unbändige Wut gespürt, dass er so fahrlässig handelt! Da habe ich mir kurzerhand den Hund geschnappt und ihn mit ins Büro genommen...

Mein Problem ist wie bei vielen anderen aber auch, dass ich oftmals nicht da bin, wenn er sich betrunken ins Auto setzt. Aber das nächste Mal, wenn ich da bin, werde ich mein bestes geben, ihn nicht fahren zu lassen und andernfalls wirklich bei der Polizei anrufen. Die juristische Mitschuld ist mir nämlich gar nicht klar gewesen und dass ich dafür auch noch meinen Führerschein verlieren kann. Aber Sinn macht die Regelung schon irgendwie. Ich bin jedenfalls froh, dass ich hier mal nachgefragt habe...

Stefka

Beitrag von Stefka » 09.09.2008, 19:12

Hallo S.Käferchen!

Die Wohnungssuche gestaltet sich etwas schwierig... Mit großem Hund und nur Studentenbudget ist es schwierig, was passendes und bezahlbares zu finden. Aber ich hab da schon so ne Idee und bin aktiv.
Denn auch wenn die Stimmung bislang noch freundlich und recht liebevoll ist, fühle ich mich immer unwohler und bin froh, wenn ich endlich ausziehen kann. Eins steht jedenfalls fest:

ICH WERDE NICHT BLEIBEN!!!

Das fühlt sich sooooo gut an und ich habe schon ganz viele Pläne geschmiedet...

Ganz liebe Grüße an euch alle, genießt noch das wunderschöne Wetter
Stefka

hope65
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Beitrag von hope65 » 10.09.2008, 00:18

Das Thema wühlt mich jetzt richtig auf. Zumal mir diese Frage in den letzten Tagen auch immer wieder in den Sinn kam. Mein Mann fährt NUR alkoholisiert Auto, da er Spiegeltrinker ist. Morgens Resthalkohol, evtl. schon nachts oder morgens das erste Bier und bis zum Nachmittag sind dann so 3 - 8 Bier intus (weiß nicht, ob er jetzt schon wieder bei der vollen Ration tagsüber ist).

Er fährt auch beruflich oft tagsüber in der Stadt. Meistens nutzt er diese Kurzstrecken dann, um den Pegel aufzufüllen. Das weiß ich aber auch erst, seit er im Juli entgiftet hat und mir diese Tatsache erzählt hat. Im Büro sagt keiner was, das sein Chef z.B. heute morgen auf einer Geburtstagsfeier sich auch schon Rotwein reingezogen hat. In der Abt. säuft fast jeder!!!

Das Problem: trinkt er zu wenig, bekommt er einen Entzugskrampf. Da er nicht einsichtig ist und keinen neuen Therapiestart machen will heißt die Wahl: mit Promille fahren und Leben gefährden oder ohne Promille fahren und durch einen Entzugskrampf am Steuer Leben gefährden.

Das verrückte ist: er hatte noch nie einen Unfall, fährt absolut ruhig und sicher (bin ja oft genug mitgefahren). Er fährt vorausschauend, nicht agressiv... Außerdem verliert er seinen Job, wenn der Führerschein weg ist.

Habe mir ja schon oft gewünscht, dass ihn die Polizei mal kontrolliert. Aber was soll ich sagen: als er die kurze trockene Phase hatte, kam er prompt in eine alkoholkontrolle. Die Jahre davor wurde er NIE kontrolliert. Kann das wahr sein??

Ich bin jetzt hin und her gerissen. Da stecke ich noch völlig im Co-Verhalten. Bringe es nicht fertig, ihn "zu verraten". Ich weiß, dass das kompletter Unsinn ist, aber dem Gedanken zieht sich in mir alles zusammen. "Prügelt" mich jetzt bitte nicht, ich weiß ja, dass es falsch ist.

Am meisten macht mich fertig, dass ich 11 (!!!) jahre lang mit ihm gefahren bin ohne Angst zu haben, obwohl ich wusste, dass er getrunken hat. Und jetzt ist meine Angst vor einem Entzugskrampf am Steuer größer als die Angst davor, dass er mit Promille am Steuer sitzt.



:shock: Das macht mich jetzt echt völlig fertig. Fühle mich völlig hilflos und schuldig.

Muss das erst verdauen und mir Mut machen, den Hörer in die Hand zu nehmen und die Polizei zu informieren.

Wenn ich das von jemand anderem lesen würde, würde ich ihn als unverantwortlich bezeichnen. Und ich selbst versage auf der ganzen Linie. Harte Einsicht.

Habe Do. Termin mit meinem Therapeuten, ich glaube da brauche ich auch noch einen "Tritt" von ihm.

Danke schon mal fürs wachrütteln! Hab das Thema die ganze Zeit versucht zu verdrängen
hope

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