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Apfelsaft

Liste von alkoholhaltigen Lebensmitteln und alle Themen um Lebensmittel, kochen, backen und alkoholfreien Getränken

Moderator: Moderatoren

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Spedi

Beitrag von Spedi » 05.11.2008, 08:35

Servus Andi,

ich möchte Dir mit einer Gegenfrage antworten. Hast Du schon mal eine halbschwangere Frau gesehen? Nein? Seltsam... Beim Thema "Alkohol" würdest Du jedoch "halbschwanger" darauf "verzichten", indem Du zwar Apfelsaft weglässt, ein anderes Getränk mit Spuren von Alkohol zu Dir nimmst?

Andi1982, es geht uns hier um die Loslösung vom Alkohol. Die beinhaltet nach unserem Verständnis, dass ich bekannten Alkohol meide. Ohne "wenn" und "aber".

Wenn Du für Dich der Meinung bist, dieses Getränk konsumieren zu müssen, dann frage ich Dich: warum? Was ist an diesem einen Getränk so wichtig, als dass Du meinst, es konsumieren zu müssen - obwohl Du weisst, dass es Spuren von Alkohol enthält?

Denk einfach für Dich mal darüber nach, wo Du für Dich den Umgang mit alkoholhaltigen Lebensmitteln und Getränken ansiedeln willst - und warum das so ist.

Ich für meine Person trinke Apfelsaft ausschließlich frisch gepresst und das sehr selten, weil er mir nicht sonderlich gut bekommt.

LG
Spedi

Spedi

Beitrag von Spedi » 05.11.2008, 11:59

Servus Andi1982,

ob "man" etwas macht oder lässt ist für mich belanglos. Mir ist nur wichtig, was ich für mich und mein Leben mache... und ich lebe kompromisslos alkoholfrei.

Da wird es müssig, sich über einen Anteil X oder Y an Alkohol in Speisen oder Getränken zu unterhalten.

Die Frage ist doch: willst Du es, dann findest Du auch die Möglichkeiten, alkoholfrei zu leben. Und Du wirst dann auch für Dich die passenden Getränke finden.

Oder fängst Du bereits mit solchen Lappalien an Dich selbst zu belügen indem Du "Kompromisse" eingehst und doch wieder wissentlich Alkohol konsumierst? Von da bis hin zum Konsum von anderen alkoholischen Getränken ist es dann oftmals kein weiter Weg mehr - Deine Entscheidung. Dein Leben. Dein Risiko. Deine Verantwortung.

Mach was draus. :) Wir können nur die Fakten auf den Tisch legen. Umsetzen musst Du, wenn du das willst.

LG
Spedi

Karsten
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Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Alkoholiker

Beitrag von Karsten » 05.11.2008, 12:07

Hallo Andi,

ich kann auch nur von mir ausgehen und das heißt, eben keine Kompromisse einzugehen.

Wenn ich solche Diskussionen lese, kommt bei mir immer das Gefühl hoch, als wenn jemand für sich ein Alibi sucht, dieses oder jenes zu machen, obwohl er oder sie im Unterbewußtsein weiß, das es nicht richtig ist.

Selbst wenn Du hier "Gleichgesinnte" findest, die ähnlich oder genau wie Du denken, ist es in Deiner Verantwortung, für Dich zu entscheiden, was Du machst.
Im Gegensatz zum geteilten Glück, dass sich verdoppelt, ist ein Rückfall nicht weniger schlimm, wenn mehrere einen Rückfall haben.

Gruß
Karsten

Feengesicht

Beitrag von Feengesicht » 06.11.2008, 08:03

Wenn ich mir vorstelle das Apfelsaft Alk enthält, frage ich mich, was tun wir unseren Kindern an? Dann erziehen wir sie ja gleich mit dunkel Bier, und Apfelsaft zum Alk. Dann ist Cola ja noch gesünder!

lg Pia

Spedi

Beitrag von Spedi » 10.11.2008, 21:28

Servus Andi1982,

Du kannst das gerne übertrieben finden, in's Lächerliche ziehen und Dich über die ach so schlechte Welt beschweren.

Ich sage Dir: ich habe genügend Alkoholiker gesehen, für die solche Dinge entscheidend mit zum Rückfall beigetragen haben: ein allzu sorgloser Umgang mit unserem Suchtmittel und eine sehr laxe Einstellung sich selbst gegenüber, gepaart mit einer Tendenz zur hoffnungslosen Selbstüberschätzung.

Aber Du willst (noch) nass denken, also denke nass.

Nur erwarte bitte nicht, dass wir Dich dafür auch noch loben oder Deine Aussage gutheissen. Unsere Devise lautet bewusste Risikominimierung, und es sind damit schon viele Alkoholiker über lange Jahre sehr gut gefahren. Wir können diesen Weg daher als einen erfolgversprechenden empfehlen, da er sich bewährt hat.

Was hat Dein Weg zu bieten?

Trotz? :shock:

Eigensinn? :?

Die "Erfahrung" von etwa drei Monaten ohne Alkohol? :roll:

LG
Spedi

Paolo
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Registriert: 30.12.2006, 23:19

Beitrag von Paolo » 10.11.2008, 22:52

Hallo,

ich finde diese Suche nach, tja ich sag mal, aussergewöhnlichen Getränken (obwohl Malz-Bier oder Malz-Trunk, ganz wie man will, ja eigentlich nichts aussergewöhnliches ist) ist ein Anzeichen dafür das man sich noch nicht weit genug vom Alkohol entfernt hat. Das hat nichts damit zu tun wieviel Spurenelemente an Alkohol in einem Getränk enthalten sind, sondern man sucht im Unterbewußtsein einen Ersatz für Alkohol.
Das kanns aber nicht sein.
Andreas ich habe diese Phasen an mir selbst beobachten können. Das ist eine Gratwanderung. Dieses ganze gegärte Zeug steht einfach zu nahe am Abgrund.
Nicht vorsichtig nähern, sondern großzügig Abstand halten.

LG
Paolo

Spedi

Beitrag von Spedi » 11.11.2008, 08:18

Servus Andi1982,

Du scheinst nicht kapieren zu wollen, was wir Dir hier sagen.

Gut, noch einmal von vorne.

In der Suchthilfe -spezifisch bei Alkoholikern- ist ein regelmäßig angewendetes und anerkanntes "Verfahren das, wonach der Bezug zum Suchtmittel aufgehoben wird. Wir sprechen hier im Forum gerne von der Loslösung vom Alkohol. Diese schließt u.a. ein, dass ich keine Produkte zu mir nehme, die mein Suchtmittel Alkohol beinhalten. Es schließt weiter ein, das ich Plätze/Orte/Gelegenheiten meide, an denen vordergründig Alkohol konsumiert wird. Und es schließt als weitere tragende Säule mit ein, dass ich mir eben nicht einen "Ersatz" für meine Suchtmittelgetränke suche, sondern völlig losgelöst eine Alternative.

Wo ist der Unterschied? Nun, ein Ersatz ist immer so nahe wie möglich am Original, sprich in unserem Fall an den alkoholischen Getränken. Eine Alternative ist genau das nicht. Sie stellt eine völlig eigenständige Lösung dar, die weder vergleichend am Original sich orientiert, noch sonst einen Bezug zum Original hat.

Diese drei hier ganz kurz beschriebenen "Säulen" stellen -wie gesagt- einen erfolgreich praktizierten und vor allem vielfach und dauerhaft erfolgreich praktizierten Weg dar, um zu zufriedener Trockenheit kommen zu können.
Wir alle wissen, dass es darüber hinaus auch andere Wege gibt. Diese sind aber nicht Bestandteil des "geraden Weges", den Karsten hier im Forum vermitteln möchte. Wir werden daher diese Wege nicht in epischer Breite diskutieren, dafür gibt es andere Foren und/oder SHGen. Wir werden aber auch auf gar keinen Fall darüber diskutieren, wie nahe sich jemand am Alkohol bewegen kann, ohne rückfällig zu werden. Sprich: welche sehr kritischen Wege können eventuell wie lange "schadlos" gegangen werden.

Das, was Du hier ansprichst, ist einer dieser bekannten Wege, die sehr schnell und ohne weitere "Vorwarnung" zum Rückfall führen können. Wir wissen das, zum großen Teil sogar aus eigener schmerzlicher Erfahrung - unseren Rückfällen. Wenn wir Dir also hier sagen, Dein "Weg" ist uns bekannt und wir wissen, dass er sehr schnell in die falsch Richtung führen kann, dann ist das weder ein Beschimpfen, noch ein hervorheben der eigenen Person oder gar "Leistung". Aber einfach den Unsinn weiter zu verbreiten und darauf zu beharren wie Du es machst, zeugt von mangelnder Bereitschaft, diese Dinge auch mal zu akzeptieren und nicht jede Erfahrung selbst machen zu müssen.

Eben nasses Denken, ein allzu sorgloser Umgang mit unserem Suchtmittel und eine sehr laxe Einstellung sich selbst gegenüber, gepaart mit einer Tendenz zur hoffnungslosen Selbstüberschätzung.

Und um's abschließend in aller Deutlichkeit zu wiederholen, weil's scheinbar noch nicht alle hier lesenden begriffen haben:

Mir ist das völlig egal, ob und was Du trinkst, aus welchen Gläsern, an welchen Orten und in welcher Gesellschaft. Von mir aus säufst du auch - es ist ausschließlich Deine Entscheidung. Du bist mir weder Rechenschaft schuldig, noch musst du einen bestimmten Weg gehen, nur weil ich den für gut befinde.
Ich schreibe zwar an Dich / an Euch, aber ich schreibe für mich. Wenn Du / jemand anderes daraus etwas für Dein / sein Leben mitnehmen kannst, dann ist das schön - aber eben nicht mein Beweggrund, hier zu posten. Du bist für Dein Leben verantwortlich, ich für meines. Ich kümmere mich um meine Zufriedenheit, Was Du machst, ist Deine Sache.

Wir sind hier eine Selbsthilfegemeinschaft. Das heisst, wir können nur unsere gelebte Erfahrung zur Verfügung stellen, nicht mehr. Ob jemand daraus lernen will oder kann, ist seine Entscheidung. Die nimmt ihm niemand ab.

In diesem Sinne: einen schönen und trockenen Dienstag uns allen!

LG
Spedi

Spedi

Beitrag von Spedi » 11.11.2008, 10:44

Servus Andi,
Andi1982 hat geschrieben:...das ich mir einen ersatzt suche, dass tuhe ich aber nicht.
ist das so oder möchtest du das nur gerne glauben?

Ich hab's Dir schon mal geschrieben, und dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen:
Denk einfach für Dich mal darüber nach, wo Du für Dich den Umgang mit alkoholhaltigen Lebensmitteln und Getränken ansiedeln willst - und warum das so ist.
:roll:

LG
Spedi

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