Hartz4 und Alkoholkrankheit

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.
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Karsten
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Hartz4 und Alkoholkrankheit

Beitrag von Karsten » 15.11.2008, 13:19

Hallo,

da ich grad ein Bericht gelesen habe, der sich mit Hartz4 und der Alkoholkrankheit beschäftigt, möchte ich mal gern eure Erfahrungen wissen, wie die Agentur für Arbeit auf die Bedürfnisse zur Behandlung der Alkoholerkrankung eingeht oder ob da eher die Arbeitsvermittlung im Vordergrund steht.

Gruß
Karsten
Zuletzt geändert von Karsten am 08.02.2010, 15:32, insgesamt 1-mal geändert.

Tina
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Re: Hartz4 und Alkoholkrankheit

Beitrag von Tina » 15.11.2008, 15:59

Hallo Karsten,
Karsten hat geschrieben:Bedürfnisse zur Behandlung der Alkoholkrankheit
Welche Bedürfnisse meinst Du damit genau ?

Gruß
Biene

Karsten
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Beitrag von Karsten » 15.11.2008, 16:09

Hallo Biene,

ich meine das allgemein.
Zum Beispiel muß man fast alle Arbeit annehmen.
Ist das zum Beispiel als Alkoholiker auch so, dass ich einen Kellnerjob annehmen muß? Bei anderen Krankheiten wird ja auch geschaut, ob jemand diese Arbeit machen kann, weil er eben krank ist.
Kurz gesagt, hast das Arbeitsamt da überhaupt Kenntnis oder handeln die Stramm nach Regeln und denen ist es egal?
Da kommen sicherlich Zweifel auf.

Gruß
Karsten
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andere B. :
Alkoholerkrankung
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Zuletzt geändert von Karsten am 10.04.2010, 13:38, insgesamt 3-mal geändert.

Tina
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Beitrag von Tina » 15.11.2008, 16:27

Hallo Karsten,
ich werde mich hier nicht allzusehr reinhängen, aber ganz zurückhalten kann ich mich natürlich auch nicht:

Grundsätzlich kann die ARGE und auch die Agentur für Arbeit bei einer Stellenvermittlung nur dann auf eine Krankheit Rücksicht nehmen, wenn sie darüber informiert ist ! Das muß immer der Kunde selber machen, denn von woanders kommt eine solche Info nicht.

Im Zweifel entscheidet dann der ärztliche Dienst, ob eine Tätigkeit zumutbar bzw. leidensgerecht ist oder nicht.

Soviel zur Theorie ! Die Praxis sieht aber vermutlich vielerorts anders aus. :roll:

So habe ich letztens noch von einem Gutachten des Gesundheitsamtes gehört, in dem gesagt wurde, dass ein Koch trotz Alkoholkrankheit weiterhin als Koch arbeiten kann. Allerdings sollte er nur noch in Altenheimen tätig werden, da dort weniger Alk verarbeitet wird !????! :shock: Ah ja .... Was die so alles wissen :?

Andere (auch positive !!!) Erfahrungen würden mich auch sehr interessieren !


Lieben Gruß
Biene

Feuervogel

Beitrag von Feuervogel » 16.11.2008, 01:08

Hallo,
also ich kann von den Erfahrungen von meinem Ex-Freund mit der ARGE berichten:

Nachdem er sich entschlossen hatte, eine LZT zu machen (und das auch mit Hilfe der Suchtberatung vorbereitete), hat er das auch dem Arbeitsvermittler mitgeteilt.
Daraufhin haben sie ihn dann mit Jobangeboten (die es leider sowieso nur sehr spärlich gibt) in Ruhe gelassen und er mußte auch keine Bewerbungen vorweisen, bis zur Therapie (die Wartezeit betrug fast ein Vierteljahr!).
Logisch, das macht ja auch wenig Sinn, vor einer Therapie und es hat denen wohl auch eingeleuchtet, daß ein trockener Alkoholiker besser zu vermitteln ist, als ein nasser. So mein Eindruck jedenfalls.

Weniger schön war, daß sie ihm in der Zeit der LZT praktisch nur die Miete gezahlt haben, sonst nichts, weil er ja angeblich in der Klinik versorgt war. Erst ein Jahr später habe ich ich einem HartzIV-Forum gelesen, daß das überhaupt nicht rechtens war, deswegen erwähne ich es hier - die versuchen wohl alles, um Geld zu sparen....
Also, unbedingt gut informieren!

LG
Feuervogel

P.S. Ach ja und nach der Therapie lag der Schwerpunkt der Vermittlung weiterhin in seinem Beruf (der mit Alk nichts zu tun hat).

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