Ab wann Alkoholiker?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
Antworten
alucard
neuer Teilnehmer
Beiträge: 2
Registriert: 24.11.2005, 11:21

Ab wann Alkoholiker?

Beitrag von alucard » 24.11.2005, 11:36

Hallo, ich bin ganz neu hier und noch etwas unbeholfen, ich hoff, ich mach alles richtig.
Ich bin etwas besorgt, mein Vater trinkt regelmäßig Alkohol, er meint, dass das gar nichts ist und er ihn nicht haben muss, er trinkt, weils schmeckt. Meiner Meinung ist das zuviel, ich zähl mal auf, was da so zusammen kommt täglich: Mittag der erste halbe l Bier, nachmittags nochmal, am Aben zwischen 1 und 2 Viertel Wein und manchmal noch dazu ein Bier. Hat er mal nichts getrunken den ganzen Tag, ist er nervös und hat am nächsten Tag kopfschmerzen. Er bestreitet einen Zusammenhang. Ich hab ihn noch nie betrunken gesehen, verträgt halt auch viel und das seit ich mich erinnern kann. Ich bin 40 Jahre, trinke so gut wie nie Alkohol und wenn, bin ich nach einem Glas Bier beschwipst. Kann ich davon ausgehen, dass er Alkoholiker ist? Ihr seid die ersten Ansprechpartner, bitte gebt mir Bescheid. Danke im Voraus
LG

Karsten
Administrator
Administrator
Beiträge: 31047
Registriert: 04.11.2004, 23:21
Geschlecht: Männlich

Beitrag von Karsten » 24.11.2005, 11:50

Hallo alucard und Willkommen im Forum.

Ob ein Mensch Alkoholiker ist oder nicht, kann keiner genau wissen. Das weiß eigentlich nur der Betroffene selbst, wie weit der Alkohol sein Leben und den Körper bestimmt.
Wenn jemand regelmäßig Alkohol trinkt, liegt auf jeden Fall eine Alkoholgefährdung vor.
Die unterschiedlichen Gemütsverfassungen, bezogen darauf, ob er trinkt oder nicht, lassen auch eine schon beginnende Abhängigkeit erkennen.
Ein Betroffener weißt immer einen Zusammenhang zwischen dem Alkoholkonsum und seinen körperlichen oder seelischen Beschwerden zurück.
Meist weil er es selbst schon erkannt hat und es nicht wahr haben möchte.
Du kannst aber Deinen Vater nur helfen, wenn er auch Hilfe haben möchte. Dasheißt, er muß einsehen, dass er Hilfe braucht.

alucard
neuer Teilnehmer
Beiträge: 2
Registriert: 24.11.2005, 11:21

Beitrag von alucard » 24.11.2005, 12:26

[Die unterschiedlichen Gemütsverfassungen, bezogen darauf, ob er trinkt oder nicht, lassen auch eine schon beginnende Abhängigkeit erkennen.
Ein Betroffener weißt immer einen Zusammenhang zwischen dem Alkoholkonsum und seinen körperlichen oder seelischen Beschwerden zurück.

Danke einstweilen, ich möcht noch dazu sagen, mein Vater ist in einer sehr hohen berufl. Position und nach Büro, meist sehr spät, kommt er schon mit ziemlichen Mundgeruch, sprich Alkohol, heim, d.h. er trinkt ganz schnell auf der Heimfahrt was und zu Hause gehts weiter. Er war noch nie agressiv, nur beleidigt, wenn ich ihn darauf anspreche. Ich möcht so gern, dass er den Alkohol weglässt, aber Hilfe annehmen, ein totes Thema für ihn, da er ja überzeugt ist, dass er den Alkohol ja eh nicht braucht.
LG

chrissyta
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1047
Registriert: 23.03.2005, 12:17

Beitrag von chrissyta » 24.11.2005, 16:09

hallo alucard,

auch von mir ein herzliches willkommen hier.

es gibt viele, die wie dein vater, ich nenne es mal so, stresstrinker sind. auch in meiner therapiegruppe waren einige leute die in einer hohen beruflichen position standen und durch den stress in die alkoholabhängigkeit geraten sind. nur haben diese es erkannt und bevor sie beruflich auch noch schwierigkeiten bekommen, etwas dafür getan.

wenn dein vater abends nach hause kommt und riecht, dann noch daheim den alkohol trinkt, wird er auch morgens bei der arbeit riechen, er ist auf dem besten weg in eine abhängigkeit, wenn er es nicht schon ist.

einem menschen der immer unfähr denselben alkoholpegel hat, der wird auch nicht betrunken durch die gegend torkeln. wenn dein vater überzeugt ist kein alkoholiker zu sein, könnte er ja auch mal einige tage darauf verzichten, denn dann merkt er ob er den alkohol braucht oder nicht. da du aber schreibst, dass er nervös wird, wenn er mal einen tag nichts getrunken hat, deutet das schon auf eine abhängigkeit hin.

er muss sich sein alkoholproblem erst selbst eingestehen, erst dann kannst du ihn unterstützen. rede mit ihm und erkläre ihm deine ängste, vielleicht denkt er ja mal darüber nach.

lg
chrissyta

Antworten