Nie wieder Pausenclown für Süchtige

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
an nA

Nie wieder Pausenclown für Süchtige

Beitrag von an nA » 03.02.2009, 22:55

So, da bin ich wieder....

Momentan würd ich sogar sagen: Nie wieder Pausenclown für irgend einen Typen...

:twisted:

Morgen werd ich dann wohl mal zur Bücherei düsen und schaun, ob ich das Buch da leihen kann...

...das Schicksal hat es doch gut mit mir gemeint...ich hatte die Kraft rechtzeitig wieder meine Sachen zu packen, mein Job ist jetzt so, das ich genau das andere WE frei habe..also nicht mehr das Kinderwochenende..so besteht auch nicht die Gefahr,das ich Wehmütig werde wenn er mit seinen Kids darum turnt...ich seh es nicht...

Und wißt ihr was? Wäre ich noch mit ihm zusammen, hätten wir jetzt den größten Zoff eben weil ich das Wochenende tauschen mußte...das hiesse, wir hätten keines mehr für uns gehabt. Das eine mit seinen Kids, das andere arbeiten. Das hätte er eh nicht mitgemacht, er war ja schon knatschig, wenn ich unser freies WE nutzen wollte meine Pferde bei HB zu sehen....Und er hätte auf keinen Fall seines getauscht...er muß sich ja nach der EX richten und die nach einer Freundin usw...
Mir wäre, und das weis ich 100 Pro, mein Job spätestens jetzt wichtiger gewesen, weil ich da schon die ganze Zeit drauf hinarbeite und da wär mir auch schitt igol ob wir noch nen Wochenende hätten...soviel ego hab ich dann doch. Hab mich ja schließlich von meinem Mann getrennt weil ich mit ihm keinerlei berufl. Perspektiven hatte in xxx und er meinte ich könne auch zu Hause bleiben...Er hat mir damals alle Steine die da waren in den Weg gelegt meine eigene berufl Zukunft zu gestalten...es war mühsam, die ganzen Fortbildungen usw durchzusetzen. .....und spätestens da wär ich jetzt aufgewacht, bei dem Kerl...denn dann hätte ich ja auch bei meinem Ex-Mann bleiben können...gelle

Es ist also alles wunderbar...und wie sagt man...Fällt eine Tür zu...geht woanders eine auf!!
Ganz dolle Grüße Merlina


xxxBitte keine realen Ortsangaben im offenen Bereich S.Käferchen

an nA

Beitrag von an nA » 04.02.2009, 00:35

Kennst du den song: Lieber allein als gemeinsam einsam vor zufriedenheit zu friern...er ist von Mario Hene und schon ein paar Jährchen alt...ist glaub ich von nem Gedicht abgewandelt...

...und wir können es nochmal abwandeln:

Lieber allein, als gemeinsam einsam vor Unzufriedenheit zu friern....

Gute Nacht und süße Träume

Merlina

an nA

Beitrag von an nA » 04.02.2009, 00:40

http://www.forum-alkoholiker.de/ftopic15116.html

...und der Link für alle die doch noch von Anfang an lesen wollen....

Susanne

Beitrag von Susanne » 04.02.2009, 08:33

Hallo Merlina,

auch in der Gefahr, daß ich auf Unverständnis stoße, aber Deine Überschrift und Deine Worte über Deinen Ex machen mich ein wenig traurig.

Nicht, daß ich Dich nicht verstehen kann, daß Du so denkst, aber ich möchte Dich einmal an die Grundbausteine erinnern. Dort ist unter anderem unter diesem Punkt:
Erkenntnis und der Tiefpunkt
der Gedanke, daß der Süchtige nicht Schuld ist, sondern nur der Auslöser ist, wir uns nicht in einer Opferrolle befinden müssen.

Die Wut, die mir beim Lesen hier entgegenspringt, ist bestimmt für alle hier verständlich, nur empfinde ich es nicht gut, wenn Du Dich als Pausenclown eines Süchtigen bezeichnest.

A) Damit gibst Du die Verantwortung für Dein Leben ab, schiebst es einem Kranken zu! Bedenke dabei bitte, daß es dazu immer zwei gibt, die daran beteiligt sind:Zwei Kranke....

B) Dies läßt bei mir den Eindruck, ein Süchtiger macht dies bewußt, absichtlich, um anderen zu schaden.

Versteh mich bitte nicht falsch, aber ich habe auch so gedacht und mich damit viel zu lange in meiner Spirale der Co-Abhängigkeit gefangen gehalten.
Ich wünsche mir, daß Du dies nicht als Angriff siehst, sondern als eine richtungsweisende Anmerkung von mir :wink: in Richtung Loslösung.

Liebe Grüße

S.Käferchen

Ette
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Beitrag von Ette » 04.02.2009, 09:27

Guten Morgen,

@ Käferchen: Danke, du hast mir aus der Seele geschrieben.

@ Merlina: Ich kann mich den Worten des Käferchens nur anschließen. NIEMAND zwingt uns, mit einem alkoholabhängigen Menschen zu leben. Jeder, der hier schreibt, hat seine Gründe dafür und die sind nur zweitrangig in der Person des Abhängigen zu suchen. Darum ändert sich auch nichts Grundlegendes für einen Co-Abhängigen, wenn er sich von seinem trinkenden Partner trennt oder aber dieser trocken wird.

LG
Ette

Karotte
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Beitrag von Karotte » 04.02.2009, 10:02

Naja, die Wut muß ja auch mal raus...und wen Sie sich als Pausenclown sieht..und das für sich nicht mehr möchte...ich sehe das nicht als Anklage an den süchtigen, eher als Erkenntnis...wie gehts mir innen wie empfinde ich was möchte ich nicht mehr...
Und von da aus gehts dann weiter. Zur Erkenntnis: Ich bestimme über mein Leben (haste ja schon teilweise - siehe Beruf) und Selbstliebe lernt Mensch ja auch nicht von Heut auf Morgen...

Karotte

an nA

Beitrag von an nA » 05.02.2009, 00:28

Hallo Käferchen,hallo Ette und hallo Karotte,

Angriffe sind für mich anders....

Ich habe in der letzten Zeit öfter geschrieben, dass meine Co-Abhängigkeit, offensichtlich schon über 30 Jahre besteht. In der Vergangenheit war sie nicht auf einen Alkoholiker gelenkt, da mein Ex-Mann keiner ist...allerdings hatte ich auch dort meine Schwierigkeiten, sonst hätte ich mich nicht getrennt.
Wir haben aber einen super Kontakt miteinander und verstehen uns besser als vorher.

mit dem Pausenclown greife ich mich ausschließlich selber an...das was ich in den letzten zwei Jahren war.

Das ein Alkoholiker krank ist, ist mir durchaus bewußt, deshalb ist der Schmerz die durch seine Verletzungen entstanden ist trotzdem nicht geringer...
Außerdem ist eine Beziehung in die Brüche gegangen, die erst einmal verarbeitet werden muß, schließlich waren da Lebens- Pläne, der eine grade erst umgesetzt...naja dann eben wieder retour...nur weil er Alkoholiker ist, kann man ja nicht sagen, das man nur die Hälte oder gar keine Zeit braucht um sich daraus ganz und gar und sofort zu lösen...schließlich habe ich geliebt....und es bleiben in meinem Leben ganze drei Männer, die ich geliebt habe. Ich hoffe ihr versteht was ich meine.
wie gesagt, habe ich diese Neigung, co-abhängig zu reagieren grade erst entdeckt...es war ein Dejavue und hat mich in die Vergangenheit katapultiert....

Ja..und ich bin wütend darüber....

eine Wut, die ich so noch nie verspürt habe...aber sie hat mich geweckt! So einen Schlußstrich, wie ich hier jetzt gezogen habe, hab ich noch nie gezogen, da ich ein Mensch bin, und darüber hab ich mich schon in der Vergangenheit immer gewundert, der nie, wirklich nie lange jemandem böse sein kann...ich bin harmoniesüchtig...und das trifft den Punkt eher bei mir...

die Wochen in seiner Wohnung waren kurz aber heftig...noch nie habe ich mir solch verbale Verletzungen zufügen lassen...sie waren die Spitze der ganzen Beziehung und auch wenn es nur kurz war habe ich zuletzt gedacht, ich würde es nicht überleben, ich lag kraftlos auf der Couch, bekam keine Luft mehr und wußte nicht wie ich arbeiten gehen sollte (hatte gott sei Dank Überstunden, die ich abbauen konnte) und der Umzug zurück war dann nochmal obendrauf (naja sowas habt ihr ja alle erlebt). Dazu muß ich sagen, dass ich vor ein paar Jahren, etwa zu der Zeit in der meine Mutter gestorben ist, in psychatrischer Behandlung war, wegen schwerer Depressionen. Ich konnte lange Zeit nicht arbeiten gehen.

Nun ist mir ehrlich gesagt diese Wut lieber als einen Rückfall.

Hääte ich diese Wut nicht, würde ich mich wahrscheinlich weiter verletzen lassen und immer wieder nachgeben und verzeihen...selbst wenn es nur noch als gute Freundin wäre...denn nochmal: Ich bin nie lange böse...

Von der festen Überzeugung ihm helfen zu müssen, aufpassen zu müssen, hin zu mir...in fünf Wochen....ein Spagat...

Diese Wut ist meine Chance...den Anfang zu finden, mir zu helfen...

Er trinkt sich seine Gefühle weg...
ich halte sie nüchtern aus und es ist ok, meine Wut treibt mich voran.

denn ich bin wütend weil ich mich so verletzen und mir die Würde nehmen liess ....so fühle ich mich jedenfalls, weil er viele Tränen gesehen hat...

Um mich aus diesen Verhaltensweisen zu befreien, die scheinbar, wie gesagt, aus der Kindheit stammen, brauche ich mehr als fünf Wochen, denke ich...ich bin ja grade erst soweit erste Schritte zu unternehmen und meine Überschriften werden sich dann mit der Zeit sicher auch anpassend ändern...im Moment ist das der IST-Zustand...

Liebe Grüße Merlina

Karotte
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Beitrag von Karotte » 05.02.2009, 10:31

Ich finds gut das Du wütend sein kannst. Ich bins eit über nem Jahr dabei seit meiner Coabhängigkeitsentdeckung... allerdings is mein Alki ein recht lieber Zeitgenosse und statt böse zu sein ist er eher auf Rückzug...was es irgendwie noch schwerer macht weil mein Mitgefühl so groß ist... aber ich hatte auch schon immer ein Herz für "Arme" Menschen...allerdings reagiere ich auch etwas ungeduldig auf Leute die so gar nicht in die Puschen kommen wollen...und so isses irgendwie bei Ihm.
Manchmal wünsch ich mir mehr Wut...damit mir mein Kopf nicht immer im Wege steht wenn mir was nicht passt...und ich auhc mal sagen kann FINITO BASTA AUS...oder so nicht...verstehste...

Alles Gute Dir!
Ich empfehle Kunsttherapie

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