Der Neuanfang

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
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Silberrücken
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Der Neuanfang

Beitrag von Silberrücken » 06.03.2009, 16:52

Ich habe mir endgültig vorgenommen keinen Alkohol mehr zu trinken, jedoch brauche ich dazu jeglich Hilfe. In den folgenden Zeilen schildere ich kurz meine Situation:

Ich trinke seitdem ich 16 bin - in dieser Zeit jedoch im "gesellschaftlichen Rahmen" und noch ohne Anzeichen eines typischen Alkoholikers. Mit 17 Jahren finge ich an heimlich zu trinken, jedoch vor "Problemsituationen". Ich habe nämlich einen essentiellen Tremor (Zittern in den Händen, in Stresssituautionen verstärkt sich es, ähnlich wie jmd der stottert -von Geburt an, nicht vom Alkohol). Als ich also die enthemmende Wirkung des Alkohols mit 16 erlebt habe und den "positiven" Effekt auf meinen Tremor, dieser verschwindet dann, habe ich den Alkohol in Problemsituationen, wie vor großen Feiern - bei denen man ein dünnes, volles Glas hält und sich so der Tremor ohne Alkohol "ungehemmt zeigt und ich das Glas verschütten würde.... oder in anderen Sitautionen, als "medizinisches Mittel" eingesetzt, um meinen Tremor verschwinden zu lassen. Leider bin ich dadurch zu einem Problemtrinker geworden und nutze in gewissen, angstbesetzten Situationen immerwieder den Alkohol um mein Zittern zu verstecken, jedoch trinke ich nur soviel Alkohol wie ich auch gerade zum Verschwinden des Tremors brauche.

Andere Maßnahmen wie Psychopharmaka oder Naturheilmittel hatten keinen Erfolg. Momentan mache ich eine Verhaltenstherapie um mit meinem Zittern fertig zu werden und den Alkohol nicht zu missbrauchen. Leider kann ich aber in phobischen Situationen manchmal den Alkohol nicht weglassen, da die Angst zu Zittern vor anderen Menschen größer ist, die Angst durch das Zittern zu Versagen in der jeweiligen Situation größer ist, die Angst die eigene Schwäche größer ist, als der Wille den Alkohol nicht zu nehmen. Momentan bin ich seit 3 Wochen trocken, habe damit in unproblematischen Sitautionen auch absolut kein Problem damit, jedoch in Situationen, wo ich durch den Stress und die Angst stark zitter in der Öffentlichkeit(in den besagten phobischen Situationen), ist der Schmerz und das Leid unglaublich groß in der Situation. Wenn ich in der Öffentlichkeit ein Glas hebe, sei es in einem Cafe oder ähnlichem, oder eine andere Betätigung nachgehe mit den Händen kann ich momentan nicht frei leben. Jegliche Handlungen, die ich in der Öffentlichkeit mit den Händen praktiziere, verursachen einen Stressfaktor auf mich.

Meine Ziele sind ein absolut alkoholfreies Leben zu führen und außerdem möchte ich den Tremor als mein eigenes Problem anerkennen, was ich momentan nicht kann.

Könnt Ihr mir evenutell noch weiterhelfen ?

Nicki2289
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Beitrag von Nicki2289 » 06.03.2009, 17:17

Willkommen hier im Forum, Silberrücken !

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sicher noch nicht helfen, bin selbst ganz frisch hier, profitiere von den Erfahrungswerten der anderen, stelle Fragen oder beschreibe einfach meine Gedanken oder nächsten Schritte. Und wenn ich ehrlich bin, tut es auch einfach mal gut, gerade am Anfang unserer Trockenheit zu hören: Ey, du bist okay, so wie du bist, du schaffst es, dich selbst aus der Sch... zu reiten, wenn du es denn wirklich willst.
Mir persönlich hilft das unheimlich beim Sortieren meiner Gedanken und verfolgen meiner Ziele. Und da haben wir ja schon etwas gemeinsam: Wir möchten ein Leben ohne Alkohol führen ! Klare Ansage.

Viel Glück bei deinem neuen Weg ! Ich empfinde es schonmal als großes Glück hier gelandet zu sein.

LG
Nicki

Starfish
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Beitrag von Starfish » 06.03.2009, 17:39

Hallo Silberrücken,

herzlichen Wilkommen in unserem Forum! Ich bin auch ganz neu hier und trinke seit dem 1. Feb. keinen Alkohol mehr.

Ich finde es gut, dass Du eingesehen hast, dass Alkohol Dir zwar kurzzeitig mit dem Tremor hilft, aber langzeitig Dein Krankheitsbild verschleiert und der eigentlichen Ursache ehe nicht hilft. Ausserdem ist der Tremor kein Problem - zwar problematisch für Dich - sondern eine Krankheit. Will sagen, Krebs ist auch kein Problem, sondern eine ernsthafte Erkrankung. Ich hoffe, Du verstehst mich nicht falsch.

Ich höre aus Deinem Post heraus, das es Dich unglaublich belastet, aber möchte Dir Mut machen. Du bist auf dem richtigen Weg, den Alkohol wegzulassen und Dich auf die Therapie zu konzentrieren.

Ich kenne jemanden, deren Kind hat ET und ist mit der Krankheit sehr "up front", wie ein Alkoholiker, der bei einer Feier gleich klarstellt, dass er keinen Alkohol trinkt. Sie erklärte in einfachen Worten, dass ihr Sohn ET hat - nicht Parkinsons Sydrom - und das hilft, da man nicht rumrätselt und so. Sie gehen auch zu einer ET Gruppe, die sich regelmäßig trifft.

Würde mich freuen, noch viel von Dir zu hören.

LG

Starfish 8)

RonaldB
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Beitrag von RonaldB » 06.03.2009, 17:58

Hallo Silberrücken, schön dass du so offen schreibst, was dich bedrückt. Du solltest dir einen genau auf dich zugeschnittenen Psychologen suchen. Womit schon ein neues Problem entsteht, diesen zu finden. Lass mich ausholen.....ich hatte ein ähnliches Problem (nicht das Zittern, das kam bei mir eindeutig vom Saufen und das werde ich auch nicht mehr los, kann aber damit leben solange ich keine Uhren reparieren müsste, oder ähnliches), bei mir waren es Panikattacken, die mir sehr zu schaffen machten. Ich wusste nicht, was das ist, hatte panische Angst das wieder zu erleben, nachdem ich eine Horrornacht hinter mir hatte, in der ich dachte, ich verrecke. Erst mal zum Arzt körperlich alles checken, das war okay, alles untersucht inklusive in der Röhre gelegen. Das beruhigte mich erst mal, wurde mir doch keine *ernsthafte* Krankheit bescheinigt. Die Angst jedoch blieb, also noch mal zum Arzt, der mir ein Mittelchen gegeben für den *Notfall*. Jetzt hatte ich ein weiteres Problem, ich wusste nicht wann ein *Notfall* ist, wann es nötig wäre, das Mittel zu nehmen. Nun gut, ich probierte es einfach aus und nahm 5 Tropfen, wie vorgeschrieben, und wartete ab, was passiert. Dauerte so ein halbes Stündchen und ich wurde ätzend müde (war ich in der Zeit eigentlich immer, da nie ausgeschlafen) und ging ins Bett. gerade das war ja meine Angst, mich ins Bett legen, denn da kamen ja die Attacken (tagsüber hatte ich das nie, solange ich etwas tat, oder anderweitig abgelenkt war) immer. Mit dem Mittelchen schlief ich direkt ein, hatte gar keine Zeit mich zu wundern, warum das ohne Problem geschah. Durch mein lange Abhängikeit vom Alkohol wollte ich mich aber nicht in die Hände eines neuen Suchtmittels begeben, obwohl der Arzt mir ein Abhängigmachen des Mittels verneinte. Ich wollte es aber trotzdem nicht, es passte mkir einfach nicht, etwas einzunehmen, was ich nicht unbedingt brauchte. Also über ne Psychotherapie gesprochen und er mir einen darauf spezialisierten Psychologen empfohlen. Ich hin zu dem Mann und mein Problem geschildert. Was da so alles gemacht wurde kann ich dir jetzt hier nicht erzählen, das dauerte viel zu lange und ich könnte es wahrscheinlich auch gar nicht aufschreiben. Jedenfalls wurde ich durch die Therapie meine Ängste los, bzw. hatte sie im Griff. Ich hatte seit dem nie wieder eine solche Attacke, obwohl ich oft daran denke. Heute weiß ich, dass mir gar nix passieren kann, solche Attacken sind harmlos, sie schaden einem nicht so, wie man es im Gefühl hat, man stirbt nicht daran. Das Schlimmste war die Angst vor der Angst. Heute habe ich keine Angst mehr davor. Du glaubst gar nicht wie wenig Leute deinen Tremor überhaupt registrieren würden, die Leute achten gar nicht auf so was. Ich kann dir nur empfehlen, dich in professionelle Hände zu begeben. Dein Zittern wirst du wahrscheinlich nicht los, aber es juckt dich nicht mehr!!! Du kannst wunderbar unter die Menschen gehen und dir einen abzittern,. es stört weder dich, noch die anderen Leute. Hab keine Angst davor. Liebe Grüße, RonaldB

Martin

Beitrag von Martin » 06.03.2009, 22:48

Hallo Silberrücken,

auch ich kann was den Tremor betrifft mitreden.

Bei mir kommt es entweder von dem jahrelangen saufen oder vom Sauerstoffmangel durch Herzkammer flimmern.

Bis jetzt konnte mir kein Arzt helfen, ich habe es aber als ein Teil von mir angenommen.

Probleme wie z.B. randvolle Gläser oder Tassen festhalten ohne viel zu verschütten ist da das kleinste Problem.

Mein Fazit: Ich hatte kein Zittern als ich soff, jetzt hab ich diesen Tremor aber bin trocken.

Wenn du lernst damit umzugehen ist es halb so schlimm.

LG Martin

Spanijoggel
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 9065
Registriert: 13.02.2008, 09:58

Beitrag von Spanijoggel » 07.03.2009, 00:11

Hallo Silberrücken!

herzlich willkommen im Forum!

Ich möchte Dir sagen:nimm den Tremor erst einmal an.
Dann verliert er seine negative Wirkung bei Dir.

Herzliche Grüsse
Yvonne

Feengesicht

Beitrag von Feengesicht » 07.03.2009, 17:33

Hallo Silberrücken

Auch von mir herzlich Willkommen. :P

Ich habe mit großem Interesse deinen bis hierher Faden gelesen, und ich wäre nicht überrascht, wenn du der Sache mit dem Zittern auf der Spur kämst!

Lieber Ronald

Ich hatte auch die Angst vor der Angst! Ist heute weg :P

lg Pia

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