Theorie und Praxis

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Karsten
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Theorie und Praxis

Beitrag von Karsten » 22.03.2009, 12:21

Ich sitze vor den PC und neben mir ein Buch.
Gierig sauge ich alle Informationen in mir auf.
Meine Gedanken kreisen und ich werd klug.
Im Gehirn nimmt mein neues Leben seinen Lauf.

Ich lerne, wie es andere Menschen machen.
Es scheint ganz leicht zu sein, so wie es lese.
Mein Gesicht zeigt mir ein leichtes Lachen.
Die Nüchternheit ist also doch keine These.

Gehe zum Kühlschrank und hole mir ein Bier.
Kann kaum noch den Moment erwarten.
Ab morgen trinke ich nicht, das schwöre ich mir.
Das neue nüchterne leben wird dann starten.

Mit jeder Zeile wird mir ein Weg aufgezeigt,
fast einen Ablaufplan für die Nüchternheit entsteht,
das sich der Tag bald nun der Nacht schon neigt,
die Stunden mit Bier und lesen am PC doch vergeht.

Ich lag nun im Bett, den Blick auf die Wand,
mein Kopf war nun voller Gedanken auf Taten,
den letzten Schluck, die Flasche Bier in der Hand,
konnte den morgigen Tag kaum noch erwarten.

Ich malte mir das neue Leben ohne Bier schon aus,
hatte doch gelesen, wie anderen Menschen es gelang,
wollte endlich aus dem Alkoholismus raus,
trank ich doch schon mein Leben lang.

Früh wachte ich sehr verschwitzt dann auf,
ohne nachzudenken ging meine Hand zur Flasche.
Die Gewohnheit nahm nun wieder seinen Lauf,
suchte nach Geld für Bier in meiner Tasche.

Schnell zog ich mich an und ohne mich zu waschen,
es war noch dunkel und keiner sollte mich so sehen,
zählte ich noch mal das Geld in meinen Taschen,
nur heute noch mal Alkohol einkaufen gehen.

Den Weg zu meiner Wohnung ging ich schnell,
die Tasche mit Bier war randvoll in meiner Hand,
langsam wurde es auch schon wieder hell,
unter mir knirschte durch meine Schritte der Sand.

Zuhause angekommen, schnell zum PC ich ging,
wollte wieder lesen, was die Menschen machten,
die mir gestern das nüchterne Leben beschrieben,
mir dabei die Tränen in die Augen trieben.
Überall las ich von Zufriedenheit und Glück,
das Bier neben mir schon wieder offen,
in mir kam die Wut hoch Stück für Stück,
wann konnte ich auf zufriedenes Leben hoffen.

Den ganzen Tag las ich die glücklichen Leute,
deren Leben ich beneidete und mag,
wollte aber genießen den Tag noch heute,
morgen war ja auch noch ein Tag.

Karsten
Zuletzt geändert von Karsten am 27.10.2010, 18:17, insgesamt 1-mal geändert.

lilly
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Beitrag von lilly » 22.03.2009, 12:39

Hallo Karsten,

ja, genauso ist es :( bzw. war es! :(
(was mich betrifft, müsste es statt Bier nur Wein heißen... ).

Dank' Dir für Deine Verse!

Liebe Grüße und einen schönen Sonntag :)
Monika

lilly
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Beitrag von lilly » 22.03.2009, 12:40

ich nochmal,

das mit den smilies ist etwas danebengegangen ....

Monika

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