Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

trennung wegen alkohol -- macht das so sinn?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

Antworten
ilandrah
neuer Teilnehmer
Beiträge: 3
Registriert: 19.12.2005, 17:24

trennung wegen alkohol -- macht das so sinn?

Beitrag von ilandrah » 19.12.2005, 18:14

Hallo
Ich bin ganz neu hier, die Beitraege die ich bisher hier gelesen hab, haben mich aber schon nochmal zusaetzlich aufgeruettelt und in meinem vorhaben bestaetigt - tgrotzdem hab ich noch einige fragen udn hoffe, dass ihr mir etwas rat spenden koennt
und sorry wenn es etwas konfus wird, es ist nicht so leicht fuer mich das gerade zu schreiben

also zur geschichte
im jaenner sind es 4 jahre, die ich mit meinem freund zusammen bin und wir wohnen seit 3 1/2 jahren zusammen in seiner wohnung. ich bin noch immer sehr verliebt in ihn, aber eben nur in den nuechternen teil
eigentlich bin ich mir schon seit anfang an sicher, dass er ein alkoholproblem hat, aber ich hab es mir immer selbst ausgeredet
mein vater ist auch alkoholiker und ich habe mich immer geaergert ueber das verhalten meiner mutter, dass sie das alles mitmacht und nie etwas getan hat.
ich wollte nie so werden wie sie in dem punkt aber nun bin ich mir sicher, dass ich genauso geworden bin.

also zu meinem freund
er trinkt regelmaessig, auch ziemlich viel (genau weiss ichs nicht)
er muss am wochenende eigentlich immer fort gehen und kommt nie nuechtern nach hause
unter der woche geht er regelmaessig mit arbeitskollegen noch was trinken (die firma ist ausserhalb, wo alle mit autos dort sind -also fahren die alle angetrunken nach hause)
er ist stolz darauf wieviel er trinkt und auch darauf wenns ihm schlecht geht am naechsten tag
er nimmt sich regelmaessig vor, bis zum blackout zu trinken
er ist der meinung ohne alkohol ist es nicht lustig sich mit andern zu treffen
er wird zu mir oft sehr ungut wenn er getrunken hat und auch gelegentlich zu seinen oder meinen freunden
er hat schon paar mal die arbeit versaeumt weil er getrunken hat bis ind en morgen (und hat das nichtmal den kollegen verschwiegen sondern offen zugegeben dass er zu betrunken ist um zur arbeit zu kommen - das macht er natuerlich nur wenn der chef im ausland ist)

ich habe nie viel mit ihm drueber gesprochen, weil ich nach den ersten malen bemerkt habe, dass er dann nur komplett abblockt und dann erstrecht wieder eine bestaetigung dadurch hat, einen grund zu trinken
ausserdem tut er das immer so ab, dass ich ja uebersensibel bin wegen meinem vater
ausserdem ist es meist so , dass wenn er betrunken ist, ich gar nichts sagen will, weil dann gibt es nur streit und das ist nicth konstruktiv und am naechsten tag bin ich meist einfach nur froh darueber, dass er wieder nett zu mir ist und ich will keinen aerger haben
er ist der meinung ihm kann das nie passieren was meinem vater passiert ist

ja jetzt habe ich endlich beschlossen, dass es zeit wird etwas zu tun
ich wollte nie ien ultimatum stellen a la "wenn du nicth aufhoerst trenne ich mich", weil ich der meinung war, dass es erstens keine gute basis fuer eien beziehung ist und weil es ja an seiner einstellung dazu nichts aendert und er es dann nur mir zuliebe tut und nicht davon ueberzeugt ist
mich trennen wollte ich solange nicht, weil die guten tage immer so wahnsinnig schoen sind und ich echt noch immer verliebt bin
ich hatte halt immer noch die hoffnung, dass es ihm irgendwann selbst zuwider sein wird odder dass er da "rauswaechst" -
schliesslich hab ich mir auch eingeredet, dass es vielleicht normal ist in dem alter (um die 20) und irgendwann gibt es sich

jetzt bin ich endlich da wo ich sage, ich gebe auch die schoenen tage auf, dafuer dass ich wieder ruhe davon habe
ich habe keine kraft mehr mich damit auseinanderzusetzen
ich habe keine kraft mehrangst zu haben, dass ihm etwa spassiert
angst davor zu haben dass er wieder einen autounfall hat - diesmal vielleicht sogar mit personenschaden
angst davor dass er mir wehtut
es reicht einfach
ich will wieder fortgehen und auch freude haben und nicht nur angst vor dem zeitpunkt wo er betrunken wird und vor dem wie ich ihn nach hause bring und vor dem wie er am nahc hauseweg streit anzettelt
mir ist bewusst geworden welche mechanismen ich schon entwickelt habe, damit ich den streit, die angriffe und beleidigungen und die S** avancen dann abwehre und nicht an mich ran lasse
aber es funktioniert doch nicht, es verletzt ja trotzdem
meine freunde haben mir unlaengst gesagt, dass sie das alles natuerlich mitbekommen - ich dachte bis dahin immer, dass sie ihn auch toll dafuer finden, wieiel er nicht trinkt - schließlich erntet er ja regelmaessig dafuer bewunderung und ich bin die einzige die je was dagegen sagtl

sein magen faengt an probleme zum machen und er hat sich schon oefter vorgenommen nichts zu trinken beim fortgehen
wenn nur ich dabei bin klappt das auch ganz gut (von ihm aus, ich fordere ihn nicht dazu auf)
aber sobald er mit kumpels wo ist und die ihn alle fragen warum er nichts trinkt dauert es nicth lange und er hat auch ein bier in der hand

naja jetzt steht fuer mich fest, dass durch abwarten auch nichts passiert
ich moechte ihm wirklcih gerne helfen da rauszukommen, aber ich denke es braucht einen schock damit er vielleicht erkennt, dass das ein problem ist
so wie ich das sehe sieht er entweder ein, dass ihm mehr an mir liegt als am alkohol und dann kann ich ihm vielleicht beistehen
oder es bleibt der alkohol aber ich bin dann draußen

ich habe angst, weil ich aus meinem zuhause weg muss, weil ich kein geld habe, weil ich nicht weiss ob ich dann weiter studieren kann, weil ich ausser meinen klamotten keine sachen habe
ich hoffe so, dass es das richtige ist - fuer mich wird es das richtige sein
aber ich wuensche mir sehnsuechtigst dass es fuer ihn nicht noch schlimmer wird dadurch
hat es sinn wenn ich ausgezogen bin ihm noch eine chance zu geben?
ich habe mir vorgestellt, dass ich dann einige konkrete sachen fordere, weil wenn ich es nicht klar genug ausdruecke, dann verspricht er mir bestimmt viel und ich werde schwach weil ich ja an ihm haenge
welche schritte waeren denn die ersten die er gehen sollte?
ich dachte daran vielleicht mal seinen magen anschaun lassen um zu checken ob er nicht schon schaeden davon getragen hat (er beruft sich naemlich immer auf eine untersuchung vor 5 jahren wo rausgekommen ist, dass seine leberwerte "jungfraeulich" sind und das obwohl er am vortag der untersuchung gesoffen hat)
weiter weiss ichs nicht genau - zu einer beratungsstelle gehen waere sicher gut, aber hingehen kann er ja auch ohne davon ueberzeugt zu sein (nach seinem ersten autounfall war er auch beim erkehrspsychologen mit anderen die unter alkoholeinfluss einen unfall hatten und darueber hat er sich eigentlich nur lustig gemacht - da musste er ein trinkprotokoll und so abgeben, aber selbst da hat er wahrheitsgemaess ausgefuellt wenn er gesoffen hat)
also wie koennte ich das formulieren, was macht sinn es zu fordern oder ihm nahezulegen und was ist realistisch?
ich weiß dass ich fuer mich auch sehn muss, dass ich beratung krieg, 4 jahre sind doch eine lange zeit in der ich das fuer mich zugelassen habe

chrissyta
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1047
Registriert: 23.03.2005, 11:17

Beitrag von chrissyta » 19.12.2005, 19:46

hallo ilandrah,

herzlich willkommen hier im forum.

du solltest deinen freund wirklich vor die wahl stellen der alkohol oder ich, bevor es dir noch schlechter geht. deine gedanken drehen sich nur noch um ihn und um seinen alkoholkonsum. wie ich lese ist dein freund noch sehr jung d.h. auch du bist noch sehr jung, überlege dir ob du so weiter machen möchtest.

wenn dein freund nicht selbst einsieht, dass er ein problem mit alkohol hat, dann kannst du noch lange warten bis es besser wird. er muss es erstmal einsehen und das tut er nicht. das zeigt schon sein unreifes verhalten beim verkehrspsychologen. er begreift nicht einmal, dass er auch andere in gefahr bringt, wenn er angetrungen bzw. betrunken auto fährt.

du hast das nicht 4 jahre zugelassen, sondern du hast es 4 jahre aus liebe zu ihm ertragen, es wird zeit, dass du an dich denkst. nur, solltest du ihm drohen auszuziehen, dann musst du es auch einhalten, sonst geht das ganze spielchen weiter, dieses muss dir bewusst sein.

ich wünsche dir viel glück.

lg
chrissyta

ilandrah
neuer Teilnehmer
Beiträge: 3
Registriert: 19.12.2005, 17:24

Beitrag von ilandrah » 19.12.2005, 19:57

er ist 24, ich bin 21
wie schon gesagt will ich eh nichts bloß androhen, weil dann zieh ichs nicht durch

es ist schon fix, muss nur noch mit meiner schwester besprechen, dass ich bei ihr einziehe, was aber kein problem sein sollte
und ich warte weihnachten ab, aber danach isses soweit...
ich werde es wohl so machen, dass ich ihm das sage und meine schwester gleich draußen wartet
wenn er mich dann aufhalten will, mich besaenftigen, etc dann soll sie mir helfen schnell zu gehen und mir das gar nicth erst anzuhoeren (weil sie mich eh mit dem auto mit meinen sachen abholen muss)
ich hoers mir gern an wenn er ernsthaft drueber nachgedacht hat, aber das werd ich eh sehn, je nachdem wie er reagiert, ich kann es leider ueberhaupt nicth abschaetzen, außer dass er bestimmt weint und sehr traurig sein wird und ich darf nicht lang abwarten, sonst tut er mir zusehr leid.

es tut gut in dem forum soviele geschicten zu lesen in denen ich das alles widererkenne, auch wenns gleichzeitig schlimm ist...

lg ilandrah

Dominic

Beitrag von Dominic » 19.12.2005, 21:32

Hallo ilandrah,

herzlichen Glückwunsch dass Du hier ins Forum gefunden hast. Wie mir scheint bis Du auf den richtigen Weg. Nur weiter so!

Ich drück Dir die Daumen!

Antworten