Wie soll ich mich hier verhalten?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
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Marco
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Wie soll ich mich hier verhalten?

Beitrag von Marco » 22.12.2005, 20:26

Hallo erstmal,

ich bin neu hier und sehr froh, dass es dieses Forum gibt.

Auch ich habe eine Alkoholikerin in meiner Familie. Genauer gesagt trinkt meine Mutter. Ich weiß nicht genau, wie lange sie schon trinkt, schließlich hat meine Mutter ihre Sucht lange verleugnet und auch ich hatte Probleme, die Krankheit "anzunehmen".

Jetzt habe ich das Glück, dass mein Bruder und meiun Vater jeweils Ärzte sind und sich generell gut mit der Krankheit auskennen. Wie es aber oft so ist, versagt das Fachwissen in der Familie irgendwie.

Vor ca. 4 Monaten brachte mein Bruder meine Mutter zur Entgiftung in die Klinik. Davor machte meine Mutter schon diverse kalte Entzüge zuhause unter der Beobachtung meines Bruders. Wir mussten meine Mutter auch deshalb in die Klinik bringen, weil sie einen leichten epileptischen Anfall hatte. Dieser hat meine Mutter im Nachhinein auch so schockiert, dass sie seitdem trocken und (scheinbar) glücklich war. Jetzt hat sie wieder das Trinken angefangen, aus keinen ersichtlichen Grund und ich weiß einfach nicht, wie ich mich ihr gegenüber verhalten soll. Schon vorher, wenn meine Mutter gertrunken hatte, war ich im ständigen Zweifel, wie ich ihr am Besten helfen könnte. Verständnisvoll? Provozierent? Ich weiß es nicht und auch mein Bruder kann mir diese Frage nicht beantworten.

Ich wohne 500km von meiner Mutter entfernt und wollte meine Familie jetzt zu Weihnachten besuchen. Die NAchricht, dass meine Mutter wieder trinken würde lässt mich zweifeln, was ich machen soll.
Habt Ihr vielleicht Antworten? Soll ich meine Mutter lieber uner Druck setzten, ihr quasi "die Pistole auf die Brust" setzen und damit drohen, mich zurückzuziehen, wenn sie nicht mit dem Trinken aufhört, oder ist das genau der falsche Weg? Meine Mutter ist eigentlich ein sehr starker, aber auch emotionaler Mensch und wir haben eine innige Beziehung. Das macht es auch so schwer...

chrissyta
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Beitrag von chrissyta » 22.12.2005, 22:01

hallo marco,

herzlich willkommen hier im forum.

wenn dein bruder und dein vater ärzte sind und sich mit der suchtproblematik auskennen, dann müssten sie eigentlich wissen, dass eine entgiftung allein nicht reicht, um einen alkoholiker abstinent zu bekommen. splange deine mutter es nicht einsieht, dass sie ein grosses alkoholproblem hat und nichts dagegen unternimmt wirst du auch nichts ändern können.

vielleicht setzt du ihr wirklich die pistole auf die brust, wie du schreibst, denn wenn ihr ein so inniges verhältnis habt, wird ihr das sicher ncht gleichgültig sein. rede mit ihr und frage sie ob sie nicht professionelle hilfe in anspruch nehmen möchte, denn ohne diese wird sie es nicht schaffen.

ich wünsche dir viel erfolg.

lg
chrissyta

ariesbln

re: Wie soll ich mich verhalten?

Beitrag von ariesbln » 23.12.2005, 03:19

hi marco,
wie sollst du dich verhalten?
wie willstdu dich verhalten?
dein vater und dein bruder sollten sich nicht als co-alkoholiker verhalten, die ihre ehefrau/mutter nur zur krampfbehandlung und/oder entgiftung in der klinik abliefern.
aber vielleicht geht es deiner mutter auch noch nicht schlecht genug, und sie ist noch gar nicht zu einer therapie bereit.
du wohnst weit weg und kannst vor ort gar keine hilfe leisten. anläßlich der feiertage kannst du ihr aber sagen, wie sehr du unter ihrer sauferei leidest und wie du dich freuen würdest, wenn sie professionelle hilfe annähme. du kannst ihr auch gern sagen, daß du nach hause fahren würdest, wenn du die situation nicht mehr aushieltest. aber lasse dich auf keinen fall auf erpressungen ein wie etwa: "wenn du fährst, dann trinke ich erst recht und du bist schuld". solche sprüche haben alkoholiker nämlich gut drauf, besonders gegenüber menschen, die sie lieben.

aber eines muß dir auch klar sein: es bringt nichts, wenn deine mutter nur deinetwegen in eine therapie geht. sie muß es für sich wollen.
tja, und nun bist du dran das zu tun, was für dich selbst gut ist. deine mutter ist letztlich für sich selbst verantwortlich und muß sich freiwillig entscheiden, wenn eine therapie überhaupt erfolg haben soll.

alles gute :!:


max

Marco
neuer Teilnehmer
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Beitrag von Marco » 23.12.2005, 11:24

Vielen Dank für dir schnellen Antworten.

Ich fahre heute zu meiner Familie und werde die Zeit nutzen, mit meiner Mutter zu sprechen. Ich habe auch gestern mit ihr telefoniert, da hat sie mit gesagt, dass es gar nichts bringen würden, wenn ich sie unter Druck setze. Und wenn ich nicht zu ihr käme würde sie nur noch mehr trinken... hmm. Ich werde es jetzt erst mal auf mich zukommen lassen und sehen, wie es ihr wirklich geht.

Meine Mutter wehrt sich gegen eine Therapie. Sie sagt, es würde ihr nichts bringen, da sie ja eine Einzelkämpferin sei. Typisch. Sie ist so ein Sturkopf, dass es kaum möglich ist sie umzustimmen.

Ich wünsche Euch allen erstmal schöne Feiertage!

Annika
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Hallo

Beitrag von Annika » 23.12.2005, 11:53

Hallo Marco,

wie Max schon schrieb, deine Mutter erpresst Dich

und

sie ist kein Sturkopf sondern alkoholkrank ohne Einsicht.

Da kannst Du nicht viel ausrichten.

Trotz allem wünsche ich dir frohe Weihnachtstage

Gruß Annika

honda-daddy

Beitrag von honda-daddy » 23.12.2005, 15:02

Hallo Marco
Meine Mutter wehrt sich gegen eine Therapie. Sie sagt, es würde ihr nichts bringen, da sie ja eine Einzelkämpferin sei. Typisch.

Sie will noch nicht kapitulieren, aus dem kampf aussteigen. In diesem kampf wird sie immer der verlierer sein.
Ich fühle mich im stillen als sieger, weil der alkohol zur zeit keine macht mehr über mich hat, ich sorge dafür das es so bleibt.
Die therapie war meine rettung.
wünsche ein frohes fest und gute, fruchtbare gespräche.

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