Tausendmal probiert...

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
Antworten
silberkralle
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 7185
Registriert: 04.12.2009, 13:40

Beitrag von silberkralle » 30.01.2010, 07:45

glück auf correns

:arrow: ich wünsch dir auch n wunderschönes wochenende :wink:

:D
matthias

Karsten
Administrator
Administrator
Beiträge: 31083
Registriert: 04.11.2004, 23:21
Geschlecht: Männlich

Beitrag von Karsten » 30.01.2010, 07:51

Guten Morgen,
ich bin nicht mehr allein
das Gefühl des alleinseins kenne ich aus meiner trinkenden Zeit sehr genau, denn wenn man mehr oder weniger auf der Strasse gelebt hat, war man auf sich ganz alleine gestellt.

Durch diese fünf Worte wurde ich wieder daran erinnert und ich finde es schön, dass du es so schreibst. :D

Gruß
Karsten

Eric
neuer Teilnehmer
Beiträge: 295
Registriert: 22.09.2006, 19:48

Re: Es ist schön, nicht allein zu sein!

Beitrag von Eric » 30.01.2010, 11:39

Hallo Correns,
Correns hat geschrieben:Bei mir kam wirklich erst durch dieses Forum :idea: eine tiefgreifende Änderung in meine Ansicht meines Problems
exakt so ging es mir auch. Als ich hier gesehen hab, dass es hier noch viele andere Menschen mit dem gleichen Handlungsmuster gibt, sind bei mir alle Dämme gebrochen. Am Anfang war es noch etwas holperig, aber nunmehr blicke ich auf 3 stabile, zufriedene trockene Jahre zurück, völlig ohne Saufdruck.

Finde es toll, dass Du dich deiner Umwelt schon mitgeteilt hast. Darf ich fragen, was genau Du kommunizierst. Sagst Du, dass Du NIE WIEDER Alkohol trinken willst oder was genau sagst Du?

Ein schönes Wochenende
Eric

Correns
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 2516
Registriert: 09.01.2010, 19:52

Wie ich bisher mein Trockenwerden kommuniziert habe

Beitrag von Correns » 31.01.2010, 10:16

Guten Morgen,

draußen schneit es. Ich werde heute noch meinen Holzschlitten nehmen und einige Male einen Buckel in der Nähe hinunter brettern. Vermutlich kann ich heute Abend dann nicht mehr sitzen. :wink:

Eric hat gefragt, wie ich mein Trockenwerden bisher kommuniziert habe.

1.) Der erste Schritt war dieses Forum. Da bei mir
alles anders ist
und ich ja
meine Sucht im Griff
habe und ich dies auch hier alles im Vorstellungsbereich erklärt habe, bekam ich hier zunächst mal ziemlich Gegenwind. Dies hat mir gezeigt, dass ich es zwar
tausendmal probiert
habe. Aber trocken geworden bin ich eben noch nie. Ich hab's nicht einmal ernsthaft versucht.

2.) Dann habe ich meinen Entschluss mit meiner Frau und meinen beiden Kindern kommuniziert. Sie wissen jetzt, dass ich versuche NIE wieder Alkohol zu trinken. Sie unterstützen mich, aber ich spüre, dass sie der Sache noch nicht richtig trauen. Sie kennen ja meine tausend Versuche. Okay ... meine Kinder kennen vielleicht nur 700 :)

3.) Dann hab ich mit meinem Vater geredet. Er findet den Entschluss NIE mehr zu trinken sehr gut. Er hat es mit seinem Entschluss vor einigen Jahrzehnten mit dem Rauchen aufzuhören verglichen.

4.) Dann hatte mich die Leute im Vorstellungsbereich überzeugt, dass ich nur eine Chance habe, es beim tausendundersten Mal zu schaffen, wenn ich zum Hausarzt gehe. Diesem habe ich gesagt, dass ich es oft nicht schaffe mit dem Trinken aufzuhören, dass mir das Ganze nicht gut tut und dass ich auf Dauer mit dem Trinken aufhören will. Er unterstützt dieses Vorhaben, nimmt beim nächsten Termin meine Blutwerte und hat mir auch die Adresse einer Selbsthilfegruppe im Nachbarort genannt. (Diese Gruppe habe ich bisher nicht vor zu besuchen).

5.) Dann kam der für mich wichtigste Schritt. Ich habe mich mit einem trockenen Kollegen getroffen, der seit der Neujahrsnacht 2002 keinen Alkohol mehr trinkt. Er war regelrecht begeistert und hat mir gesagt "endlich bin ich nicht mehr allein". Er unterstützt meinen Entschluss zu 100%.

Wen ich als nächstes einweihe weiß ich noch nicht. Es ist mir im Moment auch nicht so wichtig, da die Hauptpersonen in meinem direkten Umfeld Bescheid wissen. Ich habe auch nicht vor, andere zu missionieren. Bei mir kam der Wunsch aus mir selbst heraus.

Das Forum hat mir geholfen, dass es dieses Mal ein Erfolg werden kann. Ich lese von den Problemen, mit denen andere kämpfen und weiß, dass die sich auch mir in den Weg stellen können. Aber ich lese auch von vielen Problemlösungen und kann diese vielleicht auch bei mir anwenden. Das macht das Wertvolle dieses Forums aus.

Ich warte jetzt einfach mal ab, wie es weiter geht. Und ich halte Euch dabei auf dem Laufenden. Denn das Schreiben hilft mir ungemein.

Draußen schneit es immer noch.

Ich wünsch Euch einen wunderschönen Sonntag
Correns

Linde66
Moderatorin
Moderatorin
Beiträge: 18674
Registriert: 08.10.2008, 23:13

Beitrag von Linde66 » 31.01.2010, 13:39

Hallo Correns!
Ich warte jetzt einfach mal ab, wie es weiter geht.
Das mit dem Abwarten interessiert mich. Wie siehst du das mit dem Abwarten?

Wenn man sich in eine neue Lebenssituation reinbegibt, dann ist es ja gut, erst mal richtig darin anzukommen. Das machst du ja sehr bewußt.

Und dann kann man beginnen, diese neue Situation zu gestalten und mit Leben zu füllen...


Viele Grüße aus dem Schnee in den Schnee,

Linde

Correns
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 2516
Registriert: 09.01.2010, 19:52

Beitrag von Correns » 01.02.2010, 06:28

Guten Morgen,
Linde66 hat geschrieben:Das mit dem Abwarten interessiert mich. Wie siehst du das mit dem Abwarten?
Dies ist eine recht interessante Frage, über die ich mir in den vergangenen Wochen sehr viele Gedanken gemacht habe.

Ich renne nicht pausenlos rum und denke ununterbrochen "kein Alkohol, kein Alkohol, kein Alkohol...". Damit würde ich mir keinen Gefallen tun. Und vor allem würde ich meine Gedanken nicht vom Alkohol wegbekommen.

Stattdessen mache ich mir Gedanken über eine gesunde Ernährung, kaufe gesunde und leckere Dinge ein, geh entspannt an den Weinregalen im Supermarkt vorbei. Ich nehme es locker und dies hat während der letzten drei Wochen auch wirklich ganz gut geklappt.

Meinen Tagesablauf habe ich neu strukturiert. Durch das Nichttrinken schlafe ich recht gut und ich komm morgens auch früher raus aus den Federn. Schon immer war ich ein Frühaufsteher, aber mit Alkohol im Blut bin ich abends oft spät ins Bett und dann waren die für mich wertvollen Morgenstunden verplempert.

Mein Wecker weckt mich ziemlich sanft um 4 Uhr. Dann schreibe ich mit meinem Füller etwa drei Seiten in mein persönliches Buch (hierzu werde ich später weitere Informationen liefern). Dann steht das Alkoholikerforum sowie das Frühstück auf dem Programm. Zwischen 6:30 und 7:30 Uhr gehe ich etwa einen Kilometer zur S-Bahn und fahre zur Arbeit. Das heißt ich habe morgens für den Tagesstart etwa drei Stunden und keinerlei Hetze.

Die Ruhe zum Tagesstart genieße ich sehr. Ich gestalte mir mein
Abwarten
also so angenehm wie möglich.

Seit Anfang des Jahres lasse ich meiner kreativen Ader wieder freien Lauf. Seit meiner Kindheit zeichne und male ich unheimlich gerne. Diese Begabung kam die letzten Jahre immer mehr unter die Räder. Nicht in erster Linie wegen des Alkohols, sondern weil ich ziemlich unbewusst durchs Leben geschlingert bin. Jetzt lasse ich mich deutlich weniger treiben und nehme die Dinge bewusster in die Hand.

Ich habe den Eindruck, dass meine Gedanken klarer geworden sind. Das Thema Alkohol ist dabei nicht dominierend, eher mein derzeitiges Acrylmalerei-Projekt (auch hierzu schreibe ich später noch was). Alkohol sehe ich derzeit als keine richtige Bedrohung an. Aber ich bin dennoch auf der Hut.

Ich wünsche Euch allen einen super Wochenstart
Correns

Correns
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 2516
Registriert: 09.01.2010, 19:52

Juckt Soja?

Beitrag von Correns » 02.02.2010, 06:19

Guten Morgen,

heute fliege ich für vier Tage nach Hamburg. Ich bin geschäftlich öfters unterwegs. Letztes Jahr bin ich dann abends immer wieder in eine Pizzeria gegangen, hab was Leckeres gegessen und dazu ein Bier und ein bis zwei Glas edit - bitte keine Markenanemn. danke edit getrunken.

Heute Abend werde ich vielleicht wieder in die Pizzeria gehen. Jedoch steht jetzt auf dem Speiseplan ein großer Salat und stilles Wasser. Und kein Grappa, wenn die Rechnung kommt.

Seit etwa fünf Tagen habe ich Juckreiz. Es juckt mich an den Waden, am Rücken und um die Hüfte herum. An was dies liegt, weiß ich noch nicht. Ich habe einige Dinge im Verdacht:

:arrow: Das Weglassen des Alkohols seit dem 9. Januar (dies halte ich jedoch für nicht sehr wahrscheinlich, da ich ja früher schon Trinkpausen gemacht habe. Ich kann mich nicht erinnern, damals irgendwelche Juckreiz-Probleme gehabt zu haben)

:arrow: Das Heilfasten zu Beginn des Jahres (14 Tage, danach 14 Tage reduzierte Kost, jetzt Umstellung auf viel Getreide, Gemüse, Obst, keine Milch, kein Fleisch) Dies dürfte aber eigentlich auch keinen Juckreiz auslösen.

:arrow: Mein Hauptverdächtiger: Soja-Flocken von edit - bitte keine Markenanemn. danke edit sowie Eiweißpulver aus Milch- und Soja-Eiweiß aus dem edit - bitte keine Markenanemn. danke edit. Früher hab ich kein Soja gegessen. Ich hab gegoogelt und dabei rausgefunden, dass Soja immer mal wieder Allergien auslösen kann.

Seit vorgestern habe ich jetzt das Soja ganz weggelassen. Der Juckreiz ist heute noch da. Wenn ich den Juckreiz auch am Wochenende noch habe, obwohl ich kein Soja zu mir nehme, ist der Grund wohl ein anderer. Bei meinem nächsten Arztbesuch werde ich dieses Thema ansprechen. Mal sehen was er meint.

So das war's für heute. Voraussichtlich melde ich mich erst wieder am Wochenende. Ich wünsch Euch eine trockene Zeit.

Viele Grüße
Correns

Correns
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 2516
Registriert: 09.01.2010, 19:52

Bin zurück und freu mich auf ein wiederlesen...

Beitrag von Correns » 05.02.2010, 20:48

Guten Abend allerseits,

die Dienstreise war richtig hart. Sehr viel zu tun, aufreibende Gespräche, abends war ich immer richtig fertig.

Auf dem Weg zum Hotel komme ich dabei immer an der Pizzeria vorbei, in der ich früher immer einen Absacker getrunken habe. Den Impuls hineinzugehen habe ich deutlich verspürt, aber mein Wille trocken zu bleiben hat gewonnen. Am 9. Februar habe ich vor, den ersten trockenen Monat zu feiern.

So ... jetzt muss ich erst wieder zur Ruhe kommen. Am Wochenende schreibe ich weiter. Ich denke dabei an das Thema Ehrlichkeit und wie ich die Ehrlichkeit immer mal wieder etwas beuge :oops: und mich dann schlecht fühle :( ... also bis später.

Viele Grüße
Correns

Antworten