Angst vor Verlusten - Verlustängste

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
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Karsten
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Angst vor Verlusten - Verlustängste

Beitrag von Karsten » 11.02.2010, 11:16

Hallo,

ich möchte mal die Frage an die Angehörigen stellen, wie weit die "Scheu" vor Veränderungen, die vielleicht im Kopf schon real sind, aber vom Gefühl her umstritten sind, etwas mit der Angst vor Verlusten zu tun haben könnte.

Gibt es aus eurer Sicht einen Zusammenhang, Angst vor der Zukunft zu haben und das bisherige Leben vielleicht aufgeben zu müssen?

Gruß
Karsten
Zuletzt geändert von Karsten am 06.03.2010, 10:01, insgesamt 1-mal geändert.

Martha66
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Beitrag von Martha66 » 11.02.2010, 11:26

Hallo Karsten,

ist die Angst vor Verlusten nicht eine grundsätzliche Urangst des Menschen, die jeden betrifft?

LG Martha

Nancy
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Beitrag von Nancy » 11.02.2010, 11:26

Hallo Karsten,
bei mir ist diese angst ganz real, da das devot sein jahrelang praktiziert, meine Stütze war und ich mich daran festhalten konnte. Da ich jetzt versuche mich zu leben, mit der ganzen verantwortung, d.h. mich auch spühren lernen macht mir das auch angst, da es was ist was ich nicht kenne, da jahrelang nicht gelebt. Das Co-Verhalten, da kenne ich mich aus, das war "sicherheit"! Aber ich bin so froh, meine erkrankung erkannt zu haben und nun eben diesen neuen Weg zu gehen, sodaß ich diese angst(die immer wieder mal kommt) überwinde!
Wünsche dir einen schönen Tag und ich hoffe ich habe mich nicht zu verworren ausgedrückt.
Ganz lieben Gruß
Nancy

Karsten
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Beitrag von Karsten » 11.02.2010, 11:35

Hallo Martha,

sicherlich sind diese Ängste in uns allen, aber ich denke, eine Diskussion darüber können zum nachdenken anregen, warum wir vielleicht, entgegen der ralen Vernunft, oft anders handeln.
Es als gegeben hinzunehmen, ist zwar irgendwo leicht, aber bringt uns aber nicht weiter.

@Nancy

verworren war s nicht, denn genau darauf wollte ich hinaus.

Gruß
Karsten

graupe
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Beitrag von graupe » 11.02.2010, 11:51

Hallo Karsten,

ja,

Angst vor der Reaktion vom Partner, Angst allein zu sein, Angst sein Kind zu verlieren, Angst gemeinsame Freunde zu verlieren, Angst finazielle vor Verlusten, Angst vor der Niederlage, Angst vor den Kollegen, Angst das Gesicht zu verlieren.

Die größte Angst, es alleine nicht zu schaffen.

Ja,Ja,Ja,Ja,Ja,Ja,Ja,Ja,
Graupe

Doro
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Beitrag von Doro » 11.02.2010, 11:55

Halllo Karsten,

ich denke, wenn man gewohnte Bahnen verlässt, fühlt es sich oft einfach merkwürdig an.
Es ist vielleicht wirklich ein Verlust von Vertrautheit, von einer Art Geborgenheit, die darin liegt, dass ich mich eben so kenne und die anderen mich so kennen.
Angst vor dem Ausbrechen aus dem gewohnten Muster sicher auch.
Was werden die anderen sagen?

Doro

silberkralle
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Beitrag von silberkralle » 11.02.2010, 12:08

glück auf nanci

:lol: klar + deutlich :lol:

:?: kanns sein dass gerade - "das verstärkte sicherheitsbedürfnis" n wesentlicher bestandteil der co-abhängigkeit is :?:

:D
matthias

Kaleu
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Beitrag von Kaleu » 11.02.2010, 13:13

Ein spannendes Thema. Ich hab ja in meinem Thread erwähnt, dass ich selbst Co-Abhängiger bin und meine Alkoholsucht zur Kompensation dieser Ängste anfing.

In meiner Therapie hab ich viel darüber gelernt, woher das Klammerverhalten des Co-Abhängigen kommt.

Ich hatte ebenfalls massive Verlustängste, mit Verlusten kam ich eigentlich überhaupt nicht zurecht. Mein Sicherheitsbedürfnis war extrem hoch - allerdings lief das konträr zu meiner Beziehung. Denn hier hatte ich ja nur Unsicherheit. Das weckt eine Art Omnipotenz und sogar krankhaften Narzissmus (wenn auch versteckt)

Ich muss mich noch mehr anstrengen, ich kann das, um meinen Partner zu retten, hab ich ihn gerettet wird er mir Sicherheit geben.


Ich verlagerte somit das Sicherheitsbedürfnis aufgrund der Verlustängste auf den Partner und machte ihn dafür verantwortlich, für meine Sicherheit zu sorgen. Was dieser widerum nicht kann, denn er kommt ja mit sich selbst nicht klar, und so kann man Klasse davon ablenken, dass man selbst dafür verantwortlich ist, für sich und sein Sicherheitsbedürfnis zu sorgen. Liegt ja alles am "bösen" Partner!

Ich hab lang gebraucht um das zu verstehen. Es loszuwerden brauchte aber nicht nur das Verstehen, sondern da musste ich viel tiefer buddeln. Nämlich wo kam meine extreme Verlustangst eigentlich her. Und da kam einiges zum Vorschein was ich schön brav verdrängt habe.[/i]

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