Bin total verzweifelt

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Emmiliea
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Bin total verzweifelt

Beitrag von Emmiliea » 01.04.2006, 12:33

Hallo!
Ich bin völlig verzweifelt! Ich habe gestern nach 5 Tagen wieder 2 Flaschen Wein getrunken. Dann habe ich wild Sms verschickt und kann mich an gar nichts mehr erinnern.
Ich schäme mich so. Ich habe dann heute meinen Freund gefragt, ob ich zu ihm kommen darf, weil es mir nicht gut geht, aber er wollte heute mal einen Tag Zeit für sich haben.
Jetzt sitze ich hier und habe totale Schuldgefühle und weiss überhaupt nicht, was ich dagegen tun soll.

Kann mir vielleicht jemand sagen, wie ich diese Situation überstehen kann?

Danke! Emmiliea

Karsten
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Beitrag von Karsten » 01.04.2006, 12:42

Hallo Emmiliea,

Schuldgefühle brauchst Du eigentlich nur vor Dir selbst zu haben.
Aber wenn Du es als Erfahrung ansiehst und daus lernst, werden diese auch wieder vergehen.
Nicht nach hinten sehen, sondern den heutigen Tag als neue Chance nutzen.
Du kannst es jetzt nicht mehr rückgängig machen.

Was Dein Freund betrift, hast Du ihm Deine Situation geschildert?
Ein Freund sollte in solchen Augenblicken auch ein Freund sein.

Emmiliea
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Beitrag von Emmiliea » 01.04.2006, 12:57

Danke!
Ich versuche ja schon, trotzdem meine Freizeitgestaltung zu ändern und nicht alleine zu Hause zu sitzen.
Mein Freund weiss von dem Problem und auch, dass diese Schuldgefühle mich fast auffressen. Das ist so schlimm, dass ich mir als Selbstbestrafung immer die Arme aufschneide.
Aber jedesmall, wenn ich so ein Tief habe (sei es wg. Alkoholkonsum oder der Essstörung, die ich nebenbei auch noch habe), ist er komplett überfordert und wendet sich von mir ab.
Ich habe Angst, ihn deswegen auch noch zu verlieren. Ich mache auch schon eine Therapie, nehme Antidepressiva und gehe zu einer Selbsthilfegruppe. Aber irgendwie wird es nicht besser.

schorni67

Beitrag von schorni67 » 01.04.2006, 14:09

hallo emmiliea,

wie soll es denn besser gehen, wenn du nach 5 tagen zwei flaschen wein reinschüttest?

dein freund ist mit der situation überfordert, es ist schwierig für einen nichtabhängigen, die situation zu meistern.
du machst dich körperlich völlig fertig, du mußt aufhören zu trinken.
du mußt gedult haben, es geht nicht so schnell, nach 5 tagen ist der körper nicht mal entgiftet.

ich denke dein freund wird sich immer weiter entfernen, wenn du nicht aufhörst. nimm den kopf hoch und schäme dich nicht, du bist krank, dafür kannst du nicht.

aber du kannst etwas dagegen tun.

liebe grüße

schorni

rose1412

Re: bin total verzweilfelt

Beitrag von rose1412 » 01.04.2006, 14:19

Liebe Emmiliea,

das tut mir leid, daß es dir so schlecht geht,

hast du denn keine freundin, familie, die dir jetzt helfen.

ich denke, daß dein freund mit der situation überfordert ist, und er auch mal eine auszeit für sich braucht.

Du bist ja schon in ärztlicher behandlung und therapie, wie ich lese, wie lange denn schon ? man muß sich natürlich auch die zeit geben, zum gesunden, du bist ja auch nicht an einem tag krank geworden, das war sicherlich auch ein langer prozeß.

alkohol ist, bei den ganzen anderen problemen die du schon hast, mit sicherheit überhaupt keine lösung. das macht das ganze nur noch schlimmer und verträgt sich überhaupt nicht mit antidepressiva !!!

ich weiß wo von ich schreibe, das ist eine ganze fatale kombination

du willst doch leben ????!!!!!!

ich wünsch dir alles liebe und viel kraft, und wenn du magst, scheib wieder.

hier im forum, können dich sicherlich viele unterstützen, aber du mußt es auch wollen.

warst du schon einemal in einer psychosomatischen klinik für eßgestörte und selbstverletzungen, kann ich nur empfehlen.

liebe grüße
rose1412

Emmiliea
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Beitrag von Emmiliea » 01.04.2006, 20:45

Hallo rose!

Danke für Deine Unterstützung. Ja, ich war auch schon 2x in der Klinik. Ich weiss auch, dass mein Freund völlig überfordert ist, ich werde dann in solchen Situationen auch sehr unfair, das tut mir dann anschliessend auch immer total leid.
Meine Familie ist leider überhaupt keine Unterstützung. Meine Mutter ist vor drei Jahren gestorben und mein Vater hat zuviel mit seiner Karriere zu tun. Er ist der Meinung, statt zu zu trinken, soll ich Spazieren gehen oder- wie er es nennt- zu einem "anonymen Säufer-Treffen".
Glücklicherweise habe ich eine tolle Freundin, die immer für mich da ist.
Aber ich fühle mich selber so unfähig, weil ich grade mal 5 Tage ohne Alkohol durchgehalten habe. Dabei melden sich bei mir Gott-sei-Dank nichtmal körperliche Entzugssymptome.

Liebe Grüße! Emmiliea

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