Alkoholkrank oder selbst schuld?

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Xenica

Alkoholkrank oder selbst schuld?

Beitrag von Xenica » 12.11.2010, 15:03

Ich hatte letztens eine Diskussion mit einer Angehörigen von einem alkoholkranken Mann. Sie sagte, sie glaube nicht, daß es eine Krankheit ist, sondern sie meint, derjenige, der süchtig wird, ist selbst schuld daran- hätte ers nicht übertrieben..

Das hat mich sehr betroffen gemacht. Was meint ihr. Sind "wir" selbst schuld, daß wir nicht mit dem Alkohol umgehen können?

kante64

Beitrag von kante64 » 12.11.2010, 15:10

hallo Xenica,

dazu habe ich eine konkrete Meinung.

Es ist erstens eine Krankheit und zweitens ist der, der süchtig wird nicht
selber daran Schuld, vielmehr hat es was mit dem Umfeld zu tun.

Zumindest war es bei mir so, ich bin ja nicht als Alkoholiker gebohren.


Gruss kante

Paul P.

Beitrag von Paul P. » 12.11.2010, 15:49

selbst schuld dann wenn man nix unternimmt...dann ja.

Gruss

silberkralle
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Beitrag von silberkralle » 12.11.2010, 15:56

glück auf xen

fühlst du dich schuldig? - ich nich

:D
matthias

Pittchen
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Beitrag von Pittchen » 12.11.2010, 16:02

Hallo :D

ich denke auch, dass wir selbst dran schuld sind!
Jeder weiss/wusste, dass man davon süchtig werden kann, wenn man zu viel konsumiert!
Wieviel für den Einzelnen ZU viel war, haben wir "mutig" ausgetestet!
Die meisten Menschen müssen/wollen diese Grenze gar nicht austesten und sind vorsichtiger!
Könnte man auch gesundem Menschenverstand nennen!
Der hat uns beim Thema Alkohol/Rausch auf jeden Fall gefehlt!

Gruß
Pittchen

Hartmut
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Beitrag von Hartmut » 12.11.2010, 16:06

Hallo Xen,

wenn ich vorsätzlich süchtig geworden wäre, dann würde die Schuldfrage für mich eine Rolle spielen. Aber nur für den Vorsatz und nicht für die Krankheit.


Gruß Hartmut

Paul P.

Beitrag von Paul P. » 12.11.2010, 16:13

@ Matze

:? Ich irgendwie schon, ich glaube der Punkt an dem man vom "gesunden Trinken" ins krankhafte abrutscht dafür kann keiner was. ...ich könnte auch nicht sagen wann dieser Punkt war.

Ich weiss aber das es vor vielen vielen Jahren in meinem Leben schon Momente gab wo mir klar war kein "gesunder Alkoholgeniesser" mehr zu sein.
Und aus den Berichten vieler hier im Forum kann ich ähnliches erkennen.

Das war nicht erst seit dem ich nun 5 Monate trocken bin, auch nicht 2006 als ich das erste mal im Forum geschrieben habe sondern gut und gerne schon vor 10-14 Jahren.

Die Tasache das ich diese Zeit ignoriert habe bei vollem bewusstsein Alkoholkrank zu sein macht mich irgendwie schon "selbst schuld".

Auch veruteile ich mein Umfeld nicht, .... die haben nicht für mich getrunken sondern ich ganz allein.
Ich habe lediglich die Nähe dieses Umfeldes gesucht und nicht andersrum.

Aktuell sehe ich wie sich Dinge ändern und sie ändern sich teilweise dramatisch, weshalb ich mir ständig eine Ballern könnte diesen Schritt nicht schon viel eher gegangen zu sein.

Doch Matthias ich bin an dieser Misere einen Grossteil mit Schuld und die gottseidank überwiegend positiven Veränderungen die das trockene Leben mitbringen führen mir das gnadenlos vor Augen.

Und jedem dem das ebenso bewusst ist aber der nix dagegen unternimmt ist in gewissen Sinne "Schuldig" , denke mal die Bekannte von Xenica meint das auch so.

Pittchen
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Beitrag von Pittchen » 12.11.2010, 16:17

... naja??
Es wird auch keiner vorsätzlich Insolvent/Pleite.
Trotzdem weiss doch jeder, dass ein Leben "über den eigenen Verhältnissen" dazu führen wird/kann.
Wenn ich dann weiter fleißig einkaufen gehe, weiß ich doch um das Risiko ..., oder?

Gruß
Pittchen

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