Was wenn ich trotzdem Balsamico Creme esse?

Liste von alkoholhaltigen Lebensmitteln und alle Themen um Lebensmittel, kochen, backen und alkoholfreien Getränken
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Karsten
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Beitrag von Karsten » 23.09.2011, 14:37

Hallo Pirc,

wir sind ja hier ein Selbsthilfeforum, wo sich Betroffene austauschen.
Ich frage mich, was an dem Satz eines Nichtsüchtigen soooo glaubhaft, gut und besonders ist, dass er hier in einem Selbsthilfeforum verbreitet wird.

Meiner Meinung gefährdet so eine Aussage trockene Alkoholiker, wenn er es denn so gesagt haben sollte.
Wenn die Spuren sehr gering sind und weder Geschmack noch Geruch Alkohol vermuten lässt hält er es für unbedenklich.

Wo zieht man denn die Grenzen? Was ist unbedenklich?

Was passiert, wenn man drei Tage später doch erfährt, dass Alkohol enthalten war?

Dann können nämlich Zweifel aufkommen, ob man denn nicht vielleicht auch andere Dinge mit geringen Alkoholgehalt konsumieren kann, was wieder die Frage nach den Grenzen aufkommen läßt.

Gruß
Karsten

silberkralle
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Beitrag von silberkralle » 23.09.2011, 14:45

glück auf
Wenn die Spuren sehr gering sind und weder Geschmack noch Geruch Alkohol vermuten lässt hält er es für unbedenklich.
das is ja eindeutig ne (doppelte)"vermutung", nochdazu eines nicht selbst betroffenen. ich persönlich leg auf vermutungen nur geringen wert. ich bin vorsichtig wo es nur geht.

schöne zeit

:D
matthias

uwe.rothaemel
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Beitrag von uwe.rothaemel » 23.09.2011, 16:48

Ich weiß nicht, was der Therapeut wirklich gesagt hat und was er meinte. Was ich als Klient hineininterpretiere ist das Entscheidende.
Es ist meine Aufgabe und meine Eigenverantwortung mir meiner Grenzen bewusst zu sein. Senf, Essig, Säfte etc. werden immer wieder als Grund für müßige Diskussionen hervorgeholt, wo ich mich frage: „Was ist der wirkliche Grund für meine Suche?“ Erhoffe ich mir Hintertüren? Brauche ich einen Grund für den latenten Rückfall? Was macht mir an der Aussage Angst, und warum projiziere ich diese Ängste?
Es sind immer meine Verhaltensweisen, welch ich hinterfragen soll, bei dem was ich tue oder lasse. Mich den Erfahrungen anderer „Trockener“ zu stellen, zu vertrauen. Das ist dann Selbsthilfe.
Gruß Uwe

beagle
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Beitrag von beagle » 25.03.2012, 13:35

Im Grunde ist doch alles, was einem Zersetzungsprozess unterliegt, "Gärung".

Da ich eine Histaminintoleranz habe, weiß ich dass jedes Lebensmittel irgendwann "gärt", da es sich notgedrungen zersetzt.
Allerdings wird kaum jemand ein 3 Tage altes Wurstbrot essen, das schon vor sich hin gammelt, jedoch einen Balsamicoessig schon - der ist lange vergoren. Auch Obst beginnt zu gären, und war sofart wenn es von der Pflanze getrennt wird.

Somit ist man umzingelt von gärenden produkten. Inwieweit sich dann etwas in Alkohol umwandelt, weiß ich allerdings nicht.
Bedeutet Gärung damit automatisch die Erzeugung von Alkohol?

Ich kann nur von mir sprechen, als Histaminintolerante sind mir von hausaus schon Sachen "verboten", die gären. Sauerkraut, Balsamico und Parmesan stehen da an erster Stelle, auch Senf und Ketchup sind dabei.

Aber was mich jetzt schreckt sind die Lebensmittel für Kinder, in denen Alkhohol enthalten ist!!!! Ich hielt nämlich ebenfalls den Grundsatz, der vor bei (ich weiß nicht mehr wem) gefallen ist, für gut: iss nichts was du deine kinder auch nicht essen lassen würdest.
Jetzt habe ich von euch durch diesen Thread viele neue Dinge erfahren und werde mich jetzt damit beschäftigen.

Ich dachte auch, was nicht aussieht, riecht und schmeckt wie Alkhohol, das juckt mich nicht. Aber WENN ich es einmal weiß, dann will ich es auch nicht mehr absichtlich essen.
Wenn ich etwas "erwische" ohne mein Wissen und es keine Auswirkungen hat, ok. Das ist dann unter Unwissenheit mit Glück zu verbuchen.
Aber ich WILL mich jetzt informieren, ich mag echt keinen Rückfall provozieren.

Letztens habe ich ungeschaut einen Bissen Torte von meiner Freundin gekostet, wir waren im Cafe. Ich habe in dem Moment keinen Gedanken daran verschwendet, dass da evtl Alk drin sein könnte. Jetzt fällt es mir aber gerade wieder ein und werde nichts mehr kosten, von dem ich nicht weiß was drin ist.

Notyetaname
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Beitrag von Notyetaname » 29.03.2012, 11:08

Nur um mal eben einen Irrtum auszuräumen: NICHT ERST mit dem Pflücken einer Frucht vom Baum setzt eine Gärung ein. Sobald die Frucht Zucker enthält und mit den notwendigen Hefepilzen infiziert ist (was praktisch immer der Fall ist), kann Gärung stattfinden.

Gruß
Noty

beagle
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Beitrag von beagle » 30.03.2012, 00:39

@notyetaname:
stimmt, du hast recht. hab ich blöd formuliert. danke für die berichtigung!
:)

lg
b

Cora723
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Beitrag von Cora723 » 18.01.2013, 21:12

Hallo,

ich hatte meine Therapie 1989/90 - also schon ein paar Jahre her. Mir fällt nur bei der Diskussion hier ein, dass es dort und auch in der Klinik, wo ich zur Entgiftung war, Senf, Ketchup und Salat aus der benachbarten Kurklinik mit normalen Dressing gab.

Im Gegensatz zu meinem Partner und einigen netten Kontakten aus der Zeit hatte ich regelmässige Rückfälle. Aber diese lagen sicher nicht am Senf und Ketchup sondern an mangelnder Arbeit an mir und "ein Hammer nach dem anderen" in meinem Leben.

Ich bin der Meinung, dass man selbst entscheiden sollte, was einem gut oder schlecht bekommt, beim Essen und Trinken spielt auch die Psyhe eine Rolle und die Hemmschwelle, die bei dem einen oder anderen sinken könnte.

Kuchen der stinkt und nach Sprit schmeckt habe ich noch nie gemocht, daher brauche ich keine Schwarzw. Kirschtorte etc. Aber Wurstsalat mit Obstessig?! Ich habe auf einer Internetseite mal einen interessanten Bericht vom Alkoholgehalt in Säften gelesen. Soll ich jetzt auchb auf A-Saftschorle verzichten?

Was mich stört, ist auf einem Empfang ein Sektglas mit O-Saft. Rein psyhisch aber aus so einem Glas mag ich nicht trinken. Oder was ich zum Beispiel gar nicht mag ist der sogenannte "Kinderpunsch" den es u. a. auch auf der o. g. Therapie gab oder, wie ich von einer anderen gehört habe, in der Klinik. Der Geruch, Geschmack etc. schafft in meinem Kopf verknüpfungen, die nicht gut für mich sind.

Gruß Cora

Frozen Tears
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Beitrag von Frozen Tears » 06.02.2013, 22:06

Ich habe einen Vater,der Alkoholiker ist und nun aber schon seit ca 30 Jahren trocken ist. wir haben seit seiner Therapie eigentlich immer drauf geachtet, dass kein Alkohol vorkommt. Alles, was nach Alkohol riecht und in medizin ist schon klar. dass es aber darüber hinaus so viele Dinge gibst in denen Alkohol enthalten ist wie ZB Senf war mir auch nicht klar. Also die Ausmaße, die es hat. Und all das was ihr hier so aufzählt ißt er also jetzt schon seit all den Jahren munter weiter. Meint ihr, wenn ich ihn jetzt noch drauf ansprechen würde, würde das eher schlecht für ihn sein?
In dem Sinne, dass es ihm dann plötzlich ins Bewußtsein gerufen wird? Mein Vater gehört ja auch zu der Generation, wo man eher solche Hausmannskost ist und so ne Wurst mit Senf gehört für ihn dazu. Jedes Jahr aufs neue beim Grillen. Auch trinkt er gerne Säfte.
Dann noch ne Frage: Alkohol verfliegt ja auch beim Kochen. Könnte man bei einem Saft nicht vielleicht den minimalen Alkoholgehalt duch kurzes Aufkochen komplett vernichten?
Passiert das nicht auch ohnehin beim Backen von Brot, wenn da gegorene Hefe drin ist? Der alkoholische Geruch der Hefe nach dem Backen verschwindet doch. Weß jemand genaueres?
Nicht aber dass ihr jetzt meint, weil mein Vater nie getriggert wurde, dass es Euch nicht auch passieren könnte. Sicher spielt auch ein bißchen das Wissen um den Alkohol mit eine Rolle. daher ja auch meine Frage: Soll ichs ihm jetzt nach alle den Jahren überhaupt noch andeuten?

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