Tabletten können auch schön helfen

Ambulante und stationäre Therapie und Entgiftung bei Alkoholproblemen und Alkoholabhängigkeit durch Psychologen ( Psychologie ) oder Therapeuten, sowie Ursachen der Alkoholkrankheit bzw. Coabhängigkeit aus medizinischer Sicht.
Außerdem gibt es noch eine Liste mit Hilfsangeboten zum Thema
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Susanne

Tabletten können auch schön helfen

Beitrag von Susanne » 11.11.2004, 18:59

Hallo@all

da ich ja in einem Krankenhaus arbeite. möchte ich mal schreiben, was da passiert.
Wer den kalten Entzug nicht aushält, kann auf einer Entgiftungsstation auch einen sogenannten warmen Entzug mit Tabletten machen.
Es hat schon vielen geholfenm es überhaupt zu schaffen.
Was leider auch bei uns der Fall ist, das man eine Kostenübernahme von einem Versicherungsträger braucht.
Da finde ich selbst die unbürokratische Hilfe der Selbsthilfewohngemeinschaften besser und vorallem schneller.
Susanne

Gast

Beitrag von Gast » 22.11.2004, 14:54

liebe Susanne

ich denke, Du brauchst hier nicht für die schulmedizin zu kämpfen, denn das man einen alkohol / tablettenentzug ausschliesslich im KH machen sollte, dürfte jedem hier klar sein.
denn wie wir alle wissen ist solch ein entzug lebensgefährlich. nicht umsonst wird in der hiesigen entzugsklinik gesagt (sollte man einen termin zum entzug bekommen) das man auf alle fälle weitertrinken / die tbl. weiter nehmen soll.

eine alternative zu einem warmen entzug gibt es nicht, es wäre lebensgefährlich.

ich denke, vieles an kritik an der schulmedizin ist berechtigt. doch zumindestens in sachen entzug sollte es klar sein.

wie der warme entzug aussieht, ist natürlich eine andere frage. hier ist distra - neurin wegen seines hohen suchtpotentials aus der medikamentenliste draussen.
dafür wird triapridex (ist jetzt garantiert falsch geschrieben) jetzt benutzt und hat den nachteil, dass es nicht sediert, wie distra, was ja nicht nur das zittern kompensieren soll, sondern in erster linie ein delir.

ich bin der meinung, das alkoholiker auch etwas brauchen, dass sie ein wenig beruhigt, denn meist wird man eingeliefert und hat nur noch tierische angst. ein freund von mir wurde regelrecht paranoid, manchmal hat er sich selbst mit benzos (edit - Medikamentennamen editiert - edit) entzogen. was ihm erleichterung gab. in der klinik bekam er nichts mehr ausser dem oben gennanten triapridex) er war quatrtalstrinker und ist schon seit einigen jahren tod.

einer der wenigen menschen, die ich vermisse, bei den vielen menschen die hier alleine dieses jahr - auch durch die hohe polizeipräsenz, die ja die guten bürger, die einkaufen wollen schützen sollen (als wenn von den junks auf der szene am bahnmhof eine grössere gefahr ausgeht als von anderen zeitgenossen (neonazis u.ä.)

zwei haben sich hier während eines aufenthaltes im pG das leben genommen, menschen werden eingesperrt, weil sie krank sind.

das ist etwas, was uns von den anderen süchtigen unterscheidet - wir werden kriminalisiert.



ich möchte auf keinen fall hier illegalisierte und legale süchtige auseinanderdividieren, beides ist eine schlimme erkrankung!





Alex

Susanne

Beitrag von Susanne » 22.11.2004, 19:39

Hallo, ihr hier alle

Das möchte ich nicht so stehen lassen. Auch im Krankenhaus wird Alkoholikern nicht immer Tabletten gegen den Entzug gegeben. Nur in schlimmen Fällen, wenn der Arzt das entscheidet. Auch aus den Gesprächen der Patienten, habe ich oft gehört, das sie keine Medikamente und Alkohol bei ihren ständigen Krankenhauseinweisungen erhalten haben. Sie sollen ja nicht Tablettenabhängig werden oder eine vielleicht schon bestehende Tablettenabhängig keit noch verstärken.

Susanne

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