Mein Weg zu mir

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
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garcia
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Beitrag von garcia » 25.05.2017, 00:54

Lena,

ich hoffe daß das was dich gerade belastet - dir “wehtut“ - nix allzu Großes ist, jedenfalls etwas was bewältigbar ist (ich glaube das wird auch so sein weil du ziemlich viel schaffst, denn du bist stärker als du vielleicht vermutest - ist jedenfalls mein Eindruck)...

jedenfalls hab ich mitgenommen daß es dir grad schlecht geht. So insgesamt.

Da bleibe ich mal bei dir in meinen Gedanken. Ich halt ja wenig von magischem Denken aber vielleicht hilfst ja doch :-)

Du hast soviel erreicht... runterziehen gildet nicht ... du bist auch nur so für dich beeindruckend. Alles andre kommt später. Wenn es nicht eh wegbleibt ;-)

Silberkralle würde jetzt von Umärmelung reden. Ich sag einfach: ich drück dich.

LG Frank

Lena40
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Re: Mein Weg zu mir

Beitrag von Lena40 » 25.05.2017, 21:36

Lieber Frank,

hmm also da ist aber nun etwas falsch rüber gekommen....weil insgesamt geht es mir gut und nicht schlecht :wink: trotzdem nehme ich dein drücken und bei mir bleiben gerne an, denn das tut einfach immer gut :D

und es ist sehr schwer zu beschreiben, was ich eigentlich meinte, war, das es da gerade etwas gibt in meinem Leben, was mich sehr traurig macht. Doch ich habe mittlerweile für mich erkannt, das es wichtig ist, auch solche Gefühle (wie Traurigkeit, Enttäuschung, Verletzt sein) anzunehmen, und zwar genau so wie sie sind...denn auch nicht so schöne, nicht so einfache, scheinbar unangenehme Gefühle haben ihre Berechtigung und vor allem ihren Sinn. Sie gehören dazu, um Dinge zu verarbeiten, sich mit etwas auseinanderzusetzen und auch um etwas zu begreifen, zu verstehen....das kann auch mal weh tun, doch es gehört zu einem wirklich gelebten Leben dazu. Solche Gefühle zu verdrängen und aus Angst beiseite zu schieben haben mich alkoholkrank werden lassen...und ich sage nicht, das es einfach ist, schwierige Gefühle auszuhalten und noch besser, annehmen zu können....doch ich glaube, das dies ganz wichtig ist, um mit dem Leben im Ganzen besser zurecht zu kommen.

Ich finde auch, das Traurigkeit nichts schlimmes oder bedrohliches ist- und wenn ich traurig bin, bin ich einfach traurig- es muss mir nicht zwangsläufig gleichzeitig schlecht gehen. Ich weiß nicht, ob ich es halbwegs verständlich erklären konnte, was ich meine. Es ist auch ein langer Prozess und ich bin da noch mittendrin...doch ich glaube, ich komme gerade voran...

Es geht bei dem Ganzen im Groben um Freundschaften, um Qualität und Quantität, um miteinander reden, um Missverständnisse und um sich auseinander entwickeln....festhalten und loslassen. Heute gab es nach längerer Zeit ein miteinander reden, was sehr gut getan hat und Hoffnung schenkt....nun brauche ich erstmal ein bißchen Zeit zum Nachdenken.

Vielleicht kannst du ja damit etwas anfangen....Drücker zurück und hab eine gute Zeit, lg von Lena

garcia
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Beitrag von garcia » 26.05.2017, 21:01

Hallo Lena,

daß es dir insgesamt gut geht hör / lese ich gerne :-)

Ich mach mir ja immer lieber zehnmal mehr zuviel Gedanken als einmal zu wenig ;-) also diesmal zu viele und das ist ok so

Ich freu mich ja immer wie Hulle daß und wie du deinen Weg gehst. So auch heute. Du bist mir eine Art Lampion auf meinem eignen Weg geworden, bei allen Unterschieden, aber wenn ich mal im Dunkeln am Rumtasten bin lese ich hier.

Ich finde klasse wie du die Dinge meisterst. Umso mehr als das wir - glaube ich - nicht allzu verschieden sind

Bemüh dich doch wenn es dir was bringt ein bissl regelmäßiger was hierzulassen... wär so ein kleiner Wunsch von mir ;-)


einen schönen Sommer wünsch ich dir,

LG Frank

Lena40
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Re: Mein Weg zu mir

Beitrag von Lena40 » 08.12.2017, 17:31

Hallo Ihr alle zusammen,

puh, ist wirklich schon soviel Zeit vergangen, seit meinem letzten Eintrag hier??? Also lieber Frank, das hat nu leider nicht wirklich geklappt mit deinem "kleinem" Wunsch.... ich möchte mich auch gar nicht groß rechtfertigen, ich denke, es ist eben wie es ist....der eine schreibt mehr, der andere weniger....ich habe immer regelmäßig hier gelesen, das wird auch so bleiben. Das Forum hat eine große Bedeutung für mich und ich bin einfach dankbar, das es das gibt. Mit dem selber schreiben hat es die letzten Monate nicht geklappt, doch das hat für mich nichts mit einer Wertigkeit zu tun. Und nun melde ich mich doch mal wieder :)

Was mag ich denn berichten? Also das für mich wichtigste in diesem Jahr war mein Entschluss, mit dem rauchen aufzuhören....und ja, ich bin nachwievor rauchfrei und das nun schon seit über 10 Monaten. Darauf bin ich wirklich stolz und ich denke, es hat einfach klick gemacht. Auch wenn ich immer mal wieder daran denke, so fühle ich mich doch recht stabil....eigentlich ist es ähnlich wie beim Alkohol, es kommen mal Gedanken daran, doch ich kann sie einfach weiter ziehen lassen und ich bin es mir wert, nicht auf ihre vermeintlichen "Versprechungen" einzugehen bzw. herein zu fallen. Ich bin es mir wert, meinem Körper dieses Gift nicht mehr zuzumuten und mich vor allem wieder frei und unabhängig zu fühlen. Dieses Gefühl ist großartig und es hat ganz viel mit meinem eigenen Wert zu tun....

Ich bin sehr glücklich mit meinem Partner zusammen und seit dem Sommer sind wir nun auch fest zusammen...wir kennen uns ja nun schon über 2 Jahre, und ich möchte es hier auch gar nicht näher erläutern, warum wir erst seit dem Sommer fest zusammen sind. Wir haben beide ein bewegtes Leben hinter uns und sind auch beide einen eher "ungeraden" und schwierigen Weg gegangen....doch wir sind auch beide Herzensmenschen und wir haben unabhängig voneinander ganz viel gutes geschafft in unserem Leben. Wir hatten von Anfang an ein tiefes Vertrauen zueinander und auch eine fast schon kindliche Nähe zwischen uns. Trotzdem ist auch viel Schweres da gewesen und manchmal war es nicht leicht. Doch wir sind auf einem guten und sehr ehrlichen Weg zusammen und dafür bin ich unendlich dankbar. Das gibt mir viel Kraft und ich bin erstaunt, wieviel ich noch von ihm lernen kann und darf....

Für mich ist jetzt im Dezember wieder die Zeit der Rückschau und gleichzeitig der Vorschau....ich mag es sehr und es erdet mich regelrecht- vor allem wenn ich mir diese große Unsicherheit auf der Welt betrachte. Ich versuche mir meine kleine Welt so harmonisch, achtsam und wertschätzend wie möglich zu gestalten....und mir kleine (vielleicht auch größere, das weiß ich noch nicht genau) Ziele und Pläne für das nächste Jahr zu überlegen. Weil ich glaube, das Ziele, egal ob kleine oder große, ganz wichtig für mich sind.

Zum Schluss möchte ich euch noch mitteilen, das ich morgen meinen 6-jährigen Jahrestag ohne Alk habe :D das stimmt mich von Herzen froh und ich merke heute schon, das ich diesmal sehr emotional bin....ich bin so dankbar, das ich es geschafft habe, mich vom Alkohol zu lösen und das ich so gut und offen mit meiner Alkoholkrankheit leben kann.

Ich sende euch ganz liebe Grüße und wünsche euch eine feine und wunderbare Adventszeit, eure Lena :wink:

Carl Friedrich
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Re: Mein Weg zu mir

Beitrag von Carl Friedrich » 09.12.2017, 17:06

Lena40 hat geschrieben: Zum Schluss möchte ich euch noch mitteilen, das ich morgen meinen 6-jährigen Jahrestag ohne Alk habe :D das stimmt mich von Herzen froh und ich merke heute schon, das ich diesmal sehr emotional bin....ich bin so dankbar, das ich es geschafft habe, mich vom Alkohol zu lösen und das ich so gut und offen mit meiner Alkoholkrankheit leben kann.
Hallo!

Glückwunsch. Du hast Deinen Weg zu Dir gefunden. Klasse Leistung.

Gruß
Carl Friedrich

kossi
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Beitrag von kossi » 09.12.2017, 17:36

Hallo Lena, schön das es Dir gut geht. Mir gefällt Dein Satz, Mein Weg zu mir. ich habe ab meinen 13 Lebensjahr getrunken, 32 Jahre lang.
Vor 10 Jahren bei meiner Entgiftung, sah ich im Spiegel, einen Menschen den ich nicht kannte. Diesen Menschen mochte ich nicht, der Alk. hat mir geholfen andere Menschen zu kopieren.
Ich bin seit dem in Psychologischer Betreuung, wurde langsam an mein wirkliche ich herangeführt.
ich habe fast 10 Jahre gebraucht mich zu mögen.
Ich finde Heute, ich bin gut so wie ich bin.
Mir geht es zur Zeit auch gut.
Ich wünsche Dir eine gute und gesunde Zeit,
kossi

sue05
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Beitrag von sue05 » 09.12.2017, 19:02

Liebe Lena,

da husch ich doch auch mal aus der "Geschlossenen" bei Dir vorbei und gratuliere Dir von Herzen zu den 6 Jahren!! Toll! Du liest Dich sehr "bei Dir angekommen", das find ich klasse. Mach weiter so!

Viele Grüße
Sue

Martin

Beitrag von Martin » 10.12.2017, 00:25

Hallo Lena,

herzlichen Glückwunsch zu 6 Jahren ohne Alkohol.

Kommst du jetzt in die Schule :lol:

LG Martin

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