Wie wichtig ist Dir Deine Nüchternheit?

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Wie wichtig ist Dir Deine Nüchternheit?

Sie kommt für mich an erster Stelle
402
90%
Es gibt Dinge, die mir wichtiger sind
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8%
Meine Nüchternheit ist mir nicht wichtig
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Abstimmungen insgesamt: 447

Karsten
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Wie wichtig ist Dir Deine Nüchternheit?

Beitrag von Karsten » 12.06.2006, 10:36

Hallo,

in letzter Zeit werden hier viele Fragen gestellt, die darauf hinauslaufen, nur unter bestimmten Bedingungen seine Nüchternheit in Angriff zu nehmen.
Ich möchte hier mal eine Umfrage und eine Diskussion anregen, wie wichtig jedem seine eigene Nüchternheit ist.
Gibt es für Dich Aspekte, die Du über Deine Nüchternheit stellst? Ich meine damit solche Argumente, wie Arbeit, Partner und öffentliches Ansehen.

Gruß
Karsten
Zuletzt geändert von Karsten am 17.09.2008, 17:55, insgesamt 5-mal geändert.

Teufelchen

Beitrag von Teufelchen » 12.06.2006, 10:46

Hallo Karsten,

na das ist doch endlich mal ein leichte Frage. Natürlich an erster Stelle! Alles andere macht doch gar keinen Sinn mehr, wenn man weiter trinkt. Bei der Arbeit sinkt erst unmerklich dann immer stärker die Leistungsfähigkeit. Bis die Kollegen und Chef was mitbekommen, ist nur eine Frage der Zeit.

Partner? Wenn man trinkt, kann man keine richtige Partnerschaft mehr führen, denn die erfordert Vertrauen und Respekt. Wenn man trinkt, ist man kaum noch fähig offen und ehrlich zu sein. Zu stark ist man schon versunken im Lügen, Betrügen und Manipulieren. Sich selbst und die anderen, die man vorgibt zu lieben.

Natürlich auch noch die Gesundheit. Wenn man zufrieden sehr alt werden möchte, geht das nur nüchtern.

Also mir fallen jetzt noch ganz viele andere Gründe ein.

Es ist einfach zu schön, nicht mehr trinken zu müssen und endlich frei über sein Leben bestimmen können. Schon allein deshalb, wird es für mich immer an erster Stelle bleiben, alles für meine dauerhafte Nüchternheit zu tun.

lg
Teufelchen

britney
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Beitrag von britney » 12.06.2006, 10:58

Hallo Karsten,

als ich anfing nüchtern zu leben, war mir die Nüchternheit sehr wichtig, sie stand aber nicht an erster Stelle. Immer wieder habe Kompromisse geschlossen und damit diese Nüchternheit gefährdet. Im Laufe der Zeit ist mir bewußt geworden, dass es ein ewiger Kampf sein würde, den ich irgendwann verloren hätte, wenn ich mein Leben und meine Nüchternheit nicht über Alles stelle. Seitdem geht es mir gut damit und ich werde nichts tun, was meine Nüchternheit in irgend einer Weise gefährdet. Sie hat oberste Priorität.

LG Britney

soul42
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Beitrag von soul42 » 12.06.2006, 11:06

hallo,

nüchterneheit steht bei mir IMMER an erster stelle, ohne wenn und aber!! denn ICH möchte NICHT dort wieder hin, wo ich her kam. mein leben, mein kind, ALLES ist mir ZU wichtig geworden, um es nochmal an den teufel alkohol zu übergeben.
lg soul

Karsten
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Beitrag von Karsten » 12.06.2006, 11:19

Hallo,

ich möchte mit dieser Frage verdeutlichen, wie Menschen darüber denken, die Ihren Weg gefunden haben.
Viele Forenteilnehmer stellen hier ihre Fragen, wie sie dauerhaft nüchtern leben können. Wenn es aber dann darum geht, etwas dafür zu tun, zum Beispiel Ehrlichkeit, Veränderungen im Leben und Duchbrechung von Gewohnheiten, ist die Motivation sehr schnell verflogen und sie bleiben weg.

Danke für Eure Unterstreichung der Grundvorausetzung für eine dauerhafte Nüchternheit.

Gruß
Karsten
Zuletzt geändert von Karsten am 12.01.2008, 14:54, insgesamt 1-mal geändert.

Annika
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Beitrag von Annika » 12.06.2006, 13:53

Hallo,


als ich mich hier im Forum angemeldet habe, hatte ich den körperlichen Entzug ja schon hinter mir.

Seitdem steht meine Nüchternheit an erster Stelle.

Ich habe hier lesen dürfen, wie die Alkoholkrankheit anfängt und wo sie enden kann.

Nachdem ich Karstens Lebenslauf gelesen habe hat sich mein Vorhaben für ein trockenes Leben noch mehr gefestigt.

Ich habe durch das Forum so viel gelernt und manchmal werfen mir Bekannte vor, dass ich egoistisch geworden bin.

So ist es, aber auch nur so geht es, an erster Stelle stehe ich und meine Nüchternheit.

Mein Mann trinkt mir zu Liebe auch nicht mehr ( früher so 1 Mal im Monat)

Meine Wohnung ist für mich und auch für Gäste alkoholfrei.

Ich gehe nicht in Kneipen oder auf Parties, wo es darum geht sich zu betrinken.

Ich verkehre nicht mehr mit Bekannten die kein Verständnis für meine Krankheit aufbringen.

Und ich sage jeden morgen zu meinem Spiegelbild, heute trinke ich nicht.

Annika, 6 Monate trocken

tinka64
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Beitrag von tinka64 » 12.06.2006, 15:03

Hallo Karsten, hallo Forum!

Ich finde diese Frage für sich selbst zu beantworten ist wirklich entscheident. Auch wenn ich noch ganz am Anfang stehe - oder vielleicht gerade deshalb. Für mich besteht die Antwort aus den folgenden drei Aspekten:

1. Die Lebenszeit, die mir verloren geht...

... wenn ich mich im Rausch befinde ---- es ist einfach so schade um sie!
Wenn man betrunken ist kriegt man nichts mehr auf die Reihe.
Man weiß am nächsten Tag oft nicht mehr was los war, was man getan hat und schlimmer noch, wie man sich gegenüber anderen verhalten hat. Das Schlimmste am Alkohol sind diese entsetzlichen Filmrisse! Was hätte ich alles Sinnvolles tun können anstatt mich zu sinnlos betrinken!
Warum tue ich mir selbst so was an anstatt mir gut zu tun?

2. Die Freiheit, die mir verloren geht...

... wenn ich mir im Supermarkt eine Flasche Wein kaufen MUSS, weil mich meine Sucht dazu zwingt. Ich kann nicht mehr über mich und mein Leben selbst bestimmen, ich empfinde die Sucht wie eine Diktatur, die mich unterdrückt. Ich möchte aber frei sein, ich möchte mich zu nichts zwingen lassen, was mir nicht gut tut und mich langsam aber sicher zerstört!

3. Die Fähigkeit, andere und sich selbst zu achten...

... welcher Alkoholiker kennt das nicht? Der berühmte Blick in den Spiegel... ich kann mich nicht ertragen am nächsten Morgen. Ich verachte mich selbst für die Sauferei. Ich möchte mich aber wieder lieb haben. Das ist mir beim Trinken verloren gegangen, der Respekt vor mir selbst. Und auch der Respekt vor anderen Menschen hat sehr gelitten! Mein Sohn an erster Stelle!!! Er ist 15 und wir haben ein inniges Verhältnis. Wenn ich abends mit dem Weintrinken anfing kam er in letzter Zeit oft ins Zimmer und fragte mich: "Mutti, warum trinkst du schon wieder Wein?" Da bin ich in letzter Zeit oft grantelig geworden und hab ihm gesagt, dass das meine Entscheidung sei und auch gar nicht schlimm... ich habe ihn damit in jeder Hinsicht belogen! Das ist total Respektlos ihm gegenüber. Ich habe eine Verantwortung ihm (und mir selbst) gegenüber, verdammt nochmal, ich will endlich wieder dazu stehen. Und ich weiß, dass ich das auch kann, wenn ich es wirklich will.

FAZIT: Diese 3 Aspekte will ich mir immer wieder bewusst machen.

Ich denke, dass der Kampf gegen den Alkohol ein schwieriger Weg für mich wird. Heute (zweiter Tag) drehen sich meine Gedanken im Kreis und immer ist es dasselbe Thema: Alkohol. Und das ist erst der Anfang, ich weiß, es wird noch schlimmer kommen. Und das fiese ist, ich weiß, es wird niemals ganz weg sein. Wenn ich es längere Zeit schaffe nicht zu trinken, heißt das nicht, ahh super, der Teufel in mir ist besiegt. Er wird immer mein ganzes Leben lang in mir sein, er wird mir von Zeit zu Zeit immer mal wieder zuflüstern, wie "toll" es doch mit ihm war. Ich muss mich damit abfinden und lernen, ihn in den Griff zu bekommen.

Eure Tinka

Joachim

Beitrag von Joachim » 12.06.2006, 18:45

Hallo Karsten,

meine Nüchternheit steht für mich absolut an erster Stelle.
Da gibt es aber wirklich überhaupt kein WENN und ABER.

Ich bin jeden Tag dankbar und glücklich, dass ich den Alkohol nicht mehr brauche, und ich hab ne Menge dafür getan, damit ich nie mehr erleben muss, was ich in meiner "Karrriere" mitgemacht habe.

Das Leben ohne Alkohol ist für mich sehr viel schöner, weil selbstbestimmt und ehrlich.

Gruss Joachim

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