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Ungewollt:-(

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.
laura2006
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Ungewollt:-(

Beitrag von laura2006 » 12.06.2006, 22:37

Ein schüchternes Hallo,

ich lese in diesem Forum als Gast seit ca. 4 Wochen und bin froh, Euch gefunden zu haben.

Auch ich habe - wie alle hier - ein immenses Problem mit dem Alkohol.

Nunmehr war/bin ich am Ende und habe bei einer Gruppe des Kreuzbundes emailmäßig um Hilfe gebeten (Diese bietet eine Vorab-email und eine evtl Alleinbesprechung vor Eintritt in Gruppen an). Das war vor ca. 4 Wochen. Keine Rückantwort, kein nichts. Bei einem Anruf sagten die mir nur: Kommen Sie zu unseren Gruppenabenden (die kann man eruieren)

Wollen die mich nicht?
Ich gehe gar nicht mehr aus dem Haus, wenn es nicht sein muß. Wenn ja, dann nur geschäftlich, was ich irgendwie noch gut auf die Reihe bekommen.

Was soll ich machen? Einfach irgendwo hinzugehen, dazu fehlt mir immer noch der Mut.


Laura

Kann mir jemand was sagen?

Laura

Karsten
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Beitrag von Karsten » 12.06.2006, 22:42

Hallo und Willkommen Laura,

die Selbsthilfegruppen haben in der Regel alle Abende, wo man einfach so hingehen kann.
Du mußt dort nichts sagen, sondern kannst einfach nur zuhören.
Eine gute Gruppe wird Dich niemals auffordern oder sogar drängen, etwas von Dir zu erzählen, außer vielleicht eine kurze Vorstellung.

henri
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Beitrag von henri » 12.06.2006, 23:02

Hallo Laura und herzlich willkommen

Von unserer Kreuzbundgruppe kenne ich das auch so, dass vorab ein Gespräch mit dem Gruppenleiter geführt wird. Dadurch fällt der erste Besuch nicht ganz so schwer. Was jetzt in der von dir erwähnten Gruppe los ist, kann ich nicht sagen. Wenn das ein etwas größerer Ort ist, dann gibt es dort auch noch andere Gruppen.

Du kannst aber auch gerne hier dein Problem schildern. Wir werden versuchen, dir zu helfen.

Lieben Gruß
Henri

Robert
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Beitrag von Robert » 13.06.2006, 12:15

Hallo Laura,

ich kenne das von "meiner" KB-Gruppe auch so wie Henry, erste Kontaktaufnahme am Telefon mit dem/der Gruppenleiter/in oder seiner/ihrer Vertretung, dann vor dem ersten Gruppenabend 30-40 Minuten Vorgespräch, so fällt der Sprung ins "kalte Wasser" nicht mehr ganz so schwer.
Wobei ich sagen möchte, wie fast alle immer wieder betonen, dass es gar nicht so "schlimm" war, wie angenommen wurde, also Kopf hoch und weiter suchen =)
Was in der von dir angesprochenen Gruppe "falsch" läuft, kann ich von hier nicht sagen, aber es gibt, so hoffe ich, in deiner nähe noch andere Gruppen oder SHG Organisationen die ein Hilfsangebot bieten.
Also "am Ball bleiben" um es im momentanen WM-Sprachgebrauch auszudrücken.

LG Robert
Zuletzt geändert von Robert am 13.06.2006, 12:16, insgesamt 1-mal geändert.

laura2006
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Beitrag von laura2006 » 13.06.2006, 12:15

Hallo Henri,

ich habe eine Email , leider an den Vorstand, geschickt und um einen Termin gebeten. Leider kam überhaupt keine Antwort. Jetzt habe ich allen Mut verloren:-(

laura

Teufelchen

Beitrag von Teufelchen » 13.06.2006, 12:30

Hallo Laura,

kein Grund den Mut zu verlieren! Dass Deine e-mail nicht beantwortet wurde, kann soviele Gründe haben. Es ist müßig darüber nachzudenken.

Ich persönlich kenne nur Gruppen, in denen man unangemeldet hin geht. Die Adressen besorge ich mir im Internet oder bei einer Suchtberatungsstelle. Dann gehe ich einfach hin, wenn ich das Gefühl habe, ich brauche eine.

Auch habe ich keine bestimmte mehr, die ich besuche. Zur Zeit suche ich noch die eine, in der ich mich richtig wohlfühlen kann.

Zugegeben zum Anfang ist das noch ein wenig eigenartig in eine SHG zu gehen. Doch ich bin mir ganz sicher, Du wirst Dich dort gut fühlen. Es ist schön auf Menschen zu treffen, die das gleiche Problem haben wie man selbst und offen und ehrlich darüber reden. Sofort fühlt man sich nicht mehr so allein mit seinen Ängsten, Sorgen.

Eine gute Gruppe wird dich wirklich nicht drängen, etwas zu sagen, wenn Du nicht willst. Es waren doch alle mal in genau der gleichen Situation wie Du und hatten Angst und Hemmungen.

Überwinde Deine Angst und geh in eine Gruppe! Es ist ganz, ganz wichtig für Dein weiteres zukünftiges Leben.

Viel Glück und Erfolg wünscht Dir

Teufelchen

laura2006
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Beitrag von laura2006 » 13.06.2006, 15:32

Hallo,

vielen Dank für Euere Antworten.

Richtig ist, dass der Besuch einer Gruppe mitbestimmend ist für mein zukünftiges Leben. Aber eigentlich habe ich mich schon aufgegeben:-(

Mein Geschäft ist kaputt, ich kann den aufgenommenen Kredit nicht mehr weiter bedienen, da 2 große Kunden in Konkurs gegangen sind und zudem noch ein Geschäftspartner mich übelst reingelegt und damit meiner Existenzgrundlage beraubt hat.

Morgen gehe ich das erste Mal im Leben zum Sozialamt und habe Angst, dass man mich da fertig macht.

Seit Februar versuche ich, eine feste Anstellung zu bekommen. Ich dachte, bei meinen Qualifikationen sei es nicht ganz so schwierig, auch wenn ich gerade die 50 erreicht habe. Ich habe mich sogar bei Zeitarbeitsunternehmen wie Sauerbier angepriesen: Nichts, überqualifiziert:-(

Ich habe keine Familie mehr und auch keine Freunde in der Nähe.
Im Gegenteil, ich werden von sogenannten Freunden auch noch immer angerufen, um mir deren Problemchen anzuhören.....

So sitze ich wie ein hypnotisiertes Kaninchen vor der Schlange herum. Ich weiß, dass ich umziehen muß. Aber wie? Alleine kann ich sowas nicht. Wahrscheinlich werde ich unter der Brücke landen. Irgendwie ist es mir fast egal.

Bitte nicht böse sein, dass ich jetzt so viel geschrieben habe.

Laura

henri
sehr aktiver Teilnehmer
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Beitrag von henri » 13.06.2006, 20:15

Hallo Laura

Sich aufgeben? Kommt nicht in Frage und es gibt auch keine Grund dafür.

Beim Sozialamt werden sie dir den Kopf schon nicht abreißen. Einfach hingehen, die Leistung steht dir zu und deshalb gibt es keinen Grund, dich zu genieren. Dich fertig mach, na, ich weiß nicht, da werden die schon mit viel schwierigeren Fällen zu tun gehabt haben.

Wünsche dir für morgen das Beste

Lieben Gruß
Henri

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