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Neues, altes Bekenntnis abhängig zu sein..

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.
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Günni
neuer Teilnehmer
Beiträge: 1
Registriert: 25.06.2006, 17:14

Neues, altes Bekenntnis abhängig zu sein..

Beitrag von Günni » 25.06.2006, 17:38

Wie stellt sich jemand hier vor wie ich es bin ?
Ich könnte im Grunde einen Roman schreiben und ich spekuliere mit dieser Idee schon länger.
Jetzt 56 Jahre alt, habe ich eine gut 20 Jahre lange Alkoholikerkarriere hinter mir. Davon lebte ich einige Jahre obdachlos in München, ging anschließend nach Stuttgart und wurde 1992 trocken, zufrieden trocken.
Ein langer harterWeg. Drei Langzeittherapien, etl. Monate Aufenthalt in sozialtherapeutischen Wohnheimen, regelmäßige Teinahme in Selbsthilfegruppe und dennoch. dennoch, dennoch.
Ich wurde vor ca. 5 Jahren spielsüchtig und war noch vor einigen Wochen in der Fachklinik Münchwies für 8 Wochen stationär.
Ja ich bin berufstätig und ja, ich denke jetzt wieder meine Abhängigkeiten neu zu akzeptieren, neu zu kapitulieren. Ich habe einen sozialen Beruf und ich bin ausgebildeter Gestalttherapeut für Behinderte und dennoch, dennoch ist das alles nur Theorie. Dieses schleichende Thema Sucht, es ist gegenwärtig und es bedarf einer ständigen Achtung.
Ob ich warnen möchte ?
Ja nutzt das denn irgendjemandem ?
Ich lass das hier mal offen und freue mich dieses Forum hier gefunden zu haben.
Günni

Karsten
Administrator
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Beiträge: 31962
Registriert: 04.11.2004, 23:21
Geschlecht: Männlich

Beitrag von Karsten » 25.06.2006, 18:19

Hallo und Willkommen Günni,

die Sucht darf man nie aus den Augen verlieren. Egal wie lange man trocken oder eine anderen Suchtform zum Stillstand gebracht hat, man kommt mit dem ersten Glas wieder zurück, dorthin wo man war und beginnt seinen Abwärtstrend von neuem.
Gerade langjährige Abstinenzler trauen sich einen Neuanfang nur selten zu, weil sie sich dann selbst aufgeben.

Der Umstieg bzw. die Suchtverlagerung ist immer gegeben, weil sich das Unterbewußtsein daran erinnert, wie man früher gelebt hat.
Extremes Verhalten, egal in welcher Form, ist für einen Suchtkranken immer der erneute Einstig in eine Suchtform.
Ob ich warnen möchte ?
Ja nutzt das denn irgendjemandem ?
Viele Beiträge tragen diesen Charakter, anderen Menschen zu zeigen, wo ihr Weg hinführt und wie schnell man wieder in die Abhängigkeit rutscht.
Nutzen tut es den Menschen, die den Willen haben, etwas gegen ihre Sucht zu tun.

Wer das nicht will, wird sich hier nicht lange aufhalten, aber vielleicht in ein paar Jahren daran zurück denken, was er hier gelesen hat.
Also nützt es jedem, der mal hier war.

Joachim

Beitrag von Joachim » 25.06.2006, 20:17

Hallo Günni,

ich begrüsse Dich auch hier im Forum.
Sei herzlich Willkommen.

Wenn es auch vielleicht nicht direkt ein Roman ist, so würde ich mich trotzdem freuen, mehr von Dir zu lesen, wenn Du magst.

Schön, dass Du hier her gefunden hast.

Gruss Joachim

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