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Wie ist das Leben nach dem Alkohol ohne Alkohol? Erfahrungsberichte und Lebensgeschichten von schon länger trockenen Alkoholikern im Alkoholforum
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schatzmeister
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Beitrag von schatzmeister » 04.12.2014, 22:21

Hallo Manfred,
ich bin sehr beeindruckt und berührt von Deinen Zeilen.
Danke daß Du deine Gedanken mit uns teilst und wie offen und mutig Du mit Deiner Krankheit umgehst und Neues anpackst.
Ich wünsche Dir Gute Genesung
LG Schatzmeister

Slowly
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Beitrag von Slowly » 05.12.2014, 07:49

Hallo Manfred,

für mich sind deine Worte immer wie Balsam für meine Seele und es sind zudem viele Denkanstöße dabei.

Schön, dass du hier wieder schreibst !

Weiterhin eine gute Genesung und zufriedene Vorweihnachtstage wünscht....

Slowly

kaltblut
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Beitrag von kaltblut » 11.12.2014, 17:06

Lieber Manfred,

ich freue mich Dich zu lesen, auch wenn Deine gesundheitliche Lage nicht so gut war oder ist. Dank, dass Du uns an Deinem Leben teilhaben lässt.
Gute Genesung, weiterhin Kraft und Hoffnung, aufstehen, aufstehen aufstehen und schreiben.

Alles Gute Karl

viola
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Beitrag von viola » 11.12.2014, 17:32

Lieber Manfred,

es freut mich zu hören, dass es dir mittlerweile wieder so gut geht, dass du bereits wieder über Projekte nachdenkst, und dass du dich "nur" mit Nebenwirkungen rumschlägst... bedeutet offenbar, dass die Wirkung der Therapien angeschlagen hat, und das ist ja das wichtigste!

Herzlichen Gruß und dir eine schöne Weihnachtszeit,
viola

Manfred
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Beitrag von Manfred » 15.12.2014, 19:09

Liebe/r schatzmeister, slowly, kaltblut und viola,
vielen Dank für Euren Besuch und Eure freundlichen Worte.
Ich habe mich sehr darüber gefreut.

Ich bin z.Zt. sehr mit der Betreuung meiner Mutter beschäftigt.
Sie ist vor einigen Jahren an einer seltenen Krankheit erkrankt, die einen schleichenden,
fortschreitenden Prozess nimmt.
Die Frage, ob meine Mutter noch zu Hause alleine leben kann, drängt sich immer mehr in den Vordergrund.
Nach Abwägung und Prüfung aller Möglichkeiten steht zumindest so viel fest:
Eine für alle Beteiligten „perfekte“ Lösung gibt es nicht.

Ich habe auch festgestellt, dass ich nach meiner Erkrankung nicht mehr so belastbar wie vorher bin.
Glücklicherweise bin ich da in einem guten Austausch mit meinem Bruder und meiner Schwester, die mich nach ihren Möglichkeiten unterstützen.
Wie suchen gemeinsam (unter Einbeziehung der Wünsche meiner Mutter) eine Lösung, die meiner Mutter eine würdevolle restliche Lebenszeit bietet.

Soviel für den Moment.

LG Manfred

silberkralle
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Beitrag von silberkralle » 15.12.2014, 19:49

glück auf Manfred

hoffentlich lässt sich bald ne lösung finden - würde is wichtig.

schöne zeit

:D
matthias

Manfred
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Beitrag von Manfred » 25.02.2015, 17:12

Hallo zusammen,
in den letzten Wochen war ich sehr damit beschäftigt die Betreuung/Pflege meiner Mutter neu zu gestalten.
Mit Unterstützung meiner Geschwister habe ich jetzt einen Rahmen und eine Struktur gefunden, die es meiner Mutter ermöglichen sich so wohl wie möglich in ihren eigenen vier Wänden zu fühlen.

Mich haben die Wochen psychisch wie physisch sehr angestrengt, einerseits.
Andererseits bin ich dadurch in einen gewissen Aktivitätsmodus gekommen, der mir auch gut getan hat.
Zentral ist für ich immer noch das Thema „Essen“.
Mein Geschmackssinn hat sich etwas zum Positiven verändert und auch der Appetit ist größer geworden. Ich kann also insgesamt wieder mehr Nahrung zu mir nehmen und gelegentlich empfinde ich sogar ein wenig Genuss dabei :-)

Leider gibt es auch weniger gute Nachrichten:
Nach einer Kontrolluntersuchung hat sich meine Genesungsprognose deutlich verschlechtert.
Sollten sich die Ergebnisse bestätigen, dann bewegt sich meine Lebenserwartung zwischen einigen Monaten (wenn ich mich nicht weiter behandeln lasse) und einigen Jahren.
So ganz genau kann das natürlich niemand vorhersagen …

Ob und welcher Form ich mich weiter behandeln lasse, dass habe ich noch nicht entschieden.

Entschieden habe ich, dass ich mich jetzt psychoonkologisch begleiten lasse. Ein erstes Orientierungsgespräch hat mir schon mal sehr gut getan.

Wie gehe ich aktuell mit der Situation um?
Mir war noch nie so bewusst, dass mein Leben endlich ist.
Was mache ich jetzt mit der mir noch verbleibenden Zeit?
Neben vielen formalen Fragen (Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Testament, Beerdigung, etc.) kristallisiert sich z.Zt. eine Frage heraus:

In welchem Maße gelingt es mir mich mit allen Lebensbereichen in denen ich mich gescheitert fühle (u.a Beruf, Partnerschaft, Freundschaften) zu versöhnen?
Im Kern geht es wohl darum, dass ich es (in der Tiefe) annehmen kann, dass auch mein unvollkommenes Leben, mein Leben mit den vielen Brüchen und Scherben, in seiner Gesamtheit Sinn hatte, dass es nicht vergebens war.

Wenn ich das so schreibe, dann klingt es wie aus einer gewissen Distanz geschrieben. Und so ist es auch häufig: Ich halte eine gewisse Distanz zu den tieferen Gefühlen, die mit all dem verbunden sind. Ich kann diese Gefühle spüren, aber ich brauche diese Distanz auch um handlungsfähig zu bleiben.

Euch allen eine schöne Zeit!
Manfred

Seidenraupe
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Beitrag von Seidenraupe » 25.02.2015, 19:22

Hallo Manfred,
das Wenige, das ich bisher von dir gelesen habe, hat mich sehr angesprochen!
Dein letzter Eintrag geht mir unter die Haut. Ich wünsche dir ganz viel positive Kraft für den Weg,
der vor dir liegt! Ich finde es toll, dass du dir psychoonkologischen Beistand gesucht hast.
Es ist bemerkenswert, was für eine menschlich wertvolle Arbeit manche leisten (können).
Ich wünsche es dir sehr, dass du dich in deiner Unvollkommenheit lieben lernst und noch
möglichst lange ein für dich lebenswertes Leben führen darfst.
Alles Gute
Seidenraupe (die meistens auch vollkommen sein wollte/will :wink: )

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