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Hallo, ich bin neu hier

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.
mari41
neuer Teilnehmer
Beiträge: 6
Registriert: 22.06.2006, 08:34

Hallo, ich bin neu hier

Beitrag von mari41 » 29.06.2006, 18:58

Hallo,

mein Name ist Marion, ich bin 41 jahre alt und ich trinke seit ca. 10 Jahren und das mit einem ständig steigenden Alkoholkonsum. Angefangen hat alles in meiner ersten Ehe, in der mein Mann der Alkoholiker war und ich nach einer gewissen Zeit (wenn auch noch nicht so heftig) mitgemacht habe. Als ich dann merkte, daß es so nicht mehr weiter gehen kann, haben wir uns getrennt. Danach ging es eine Zeit lang gut, und auf einmal war ich wieder da, wo ich vorher auch war. Obwohl es zu dem damaligen Zeitpunkt bei weitem nicht so schlimm war wie heute.

Ich lernte meinen neuen Partner kennen, der mich nach zwei Jahren betrog. Und dann ging es richtig ab. Ich kannte kein Maß mehr und versuchte meine verletzten Gefühle im Suff zu ertränken. Das ging soweit, daß meine 17 jährige Tochter mir drohte auszuziehen. Das war vor einer Woche. Seit dem habe ich keinen Tropfen mehr angerührt und obwohl ich "nur" abends getrunken habe, fällt es mir super schwer den alk stehen zu lassen.

Mittlerweile habe ich Termine bei einer Suchtberatungsstelle und bei einem Therapeuten, wo ich hoffe herauszufinden, was die Ursache für meine Trinkerei ist.

Mein Mann(der der mich auch betrogen hat), hilft mir sehr in dieser ganzen Angelegenheit und ich hoffe doch sehr, dass ich es schaffe!!

Marion

Joachim

Beitrag von Joachim » 29.06.2006, 19:26

Hallo Marion,

und herzlich Willkommen hier im Forum.

Eine Woche ist doch schon mal ein guter Anfang !

Da gerade am Anfang die Gedanken noch oft um den Alkohol kreisen können, wäre es sehr wichtig Dir ein alkoholfreies zu Hause und Umfeld zu schaffen.

Kleine Anregung: Nicht nur hoffen, dass Du es schaffst, sondern Dir selber sagen. Ich schaffe es, und will alles dafür tun!!!

Ich wünsch Dir jedenfalls ganz viel Kraft und Konsequenz für Deinen Weg, und Unterstützung wirst Du hier im Forum sicher bekommen, wenn Du es willst.
Falls also Fragen sind, stell sie gerne.

Gruss Joachim

meriamun
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Beiträge: 98
Registriert: 03.06.2006, 23:59

Beitrag von meriamun » 29.06.2006, 19:33

wo ich hoffe herauszufinden, was die Ursache für meine Trinkerei ist.
hallo marion,

ich begrüsse dich hier im forum.

der anfang könnte meine eigene geschichte sein.

ich gehe davon aus, dass der grundstein für sucht in der frühen kindheit gelegt wird, zudem ist es veranlagung ob jemand zur suchtanfälligkeit neigt oder nicht. ich bin zu dieser überzeugung gekommen weil es viele menschen gibt die dem alkohol zugeneigt, aber nicht süchtig sind. hier kenne/kannte ich einige.

in erster linie muss man selbst an sich arbeiten, um aus der sucht raus zu kommen über die ursache habe ich mir damals keine gedanken gemacht, ich wollte nur wieder ein normales leben ohne alkohol.

mari41
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Beitrag von mari41 » 30.06.2006, 07:44

Hallo und guten Morgen,

vielen Dank, für die schnellen Antworten auf meine Geschichte. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich gestern ein unheimliches Tief und hab mir desshalb hier alles von der Seele geschrieben. Danach ging es mir doch tatsächlich besser.

Das meine Gedanken um den Alkoholkreisen, habe ich gemerkt, morgens, mittags und abends. Als ich noch getrunken habe, hab ich mir da keine Gedanken drum gemacht, habe lediglich überlegt, wo ich den nächsten Wein herbekommen. Das allerschlimmste ist, ich arbeite in einer Getränkfachgroßhandlung als kaufm. Mitarbeiterin. Tag für Tag sehe ich die Leute den Alk kaufen und frage mich dann: Warum dürfen die?? Und warum darf ich nicht mehr!!! Na ja, da werd ich wohl irgendwann drüber stehen müssen.

Schönen Tag Euch allen!!
Marion

hiippi

Beitrag von hiippi » 30.06.2006, 11:37

Hallo Marion,
Guten Tag - und herzlich willkommen-
Bleib weiter hin standhaft - versuch der "Versuchung"
aus den Weg zu gehen...
Du brauchst das nicht...sag Dir das jeder Tag...
Körper - Geist - Seele werden dir es danken..

Sebastian

Teufelchen

Beitrag von Teufelchen » 30.06.2006, 11:57

Hallo Marion,

hiipi hat das schon sehr schön ausgedrückt.

Diese Tiefs gehören mit zum trocken werden. Leider werden noch einige davon kommen. Da bleibt Dir nichts anderes übrig, als das zu akzptieren.

Erinnere Dich bei einem nächsten Tief, wie gut es Dir getan hat, viel zu schreiben. Diese Erfahrung ist sehr wichtig für Dich. Mach es also beim nächsten mal genau so wieder.
Leute den Alk kaufen und frage mich dann: Warum dürfen die?? Und warum darf ich nicht mehr!!!
Weisst Du, nachdem ich vor dem Alkohol kapituliert habe, darf ich endlich alles was ich will. Das geniesse ich sehr und deshalb will ich nicht mehr trinken.

Tausche dieses darf bitte ganz schnell in ein will um. Versuche es Dir zu verinnerlichen. Dann wirst Du auch eines Tages alles dürfen, jedoch den Alkohol wirst Du auf keinen Fall mehr wollen und die Leute, die ihn kaufen, werden Dir völlig gleichgültig werden.

lg
Teufelchen

Karsten
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Beitrag von Karsten » 30.06.2006, 12:04

Hallo Marion,

eines Tages wird dann aus dem "ich will nicht" ein "ich brauch nicht mehr"

Der Alkohol hat uns mit seiner Anziehung in ein Leben versetzt, was wir anfangs schön fanden. Dann wurde er zur Sucht und wir hatten keine Kontrolle mehr über ihn. Er hat unser Leben zerstört.

Der Anfang der Nüchternheit beginnt mit der Erkenntnis, dass man etwas ändern will und nichts mehr trinken will.
Wenn man sich geändert hat, erkennt man, dass man den Alkohol nicht mehr zum Leben braucht.

Dieses "ich darf nicht" zeigt mir eigentlich, dass Du das Nichttrinken als Verlust ansiehst und nicht als Gewinn.

mari41
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Beitrag von mari41 » 30.06.2006, 13:01

Hallo Karsten,
Du hast recht. Im Moment sehe ich es wohl noch als Verlust an. Aber ich denke, mit der Zeit wird es den richtigen Gedanken weichen. Was ich absolut nicht mehr will, ist die Übelkeit, das Kopfweh, das sich einfach schrecklich fühlen am nächsten morgen. Und vor allem hasse ich diese Blackouts und ich hasse mich als den Menschen der ich bin, wenn ich Alkohol getrunken habe.

Und desshalb werde ich alles daran setzen es sein zu lassen, um mein Leben endlich so zu genießen, wie ich es gern möchte und zwar mit einem klaren Kopf.

Das komische ist, ich habe mir abends immer gewünscht betrunken zu sein, aber wenn ich es dann war, wollte ich nur eins: nämlich wieder nüchtern werden!! Kennt Ihr das auch??

Gruß Marion

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