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Meine Mutti ist Tod

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.
Marienkäfer
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Meine Mutti ist Tod

Beitrag von Marienkäfer » 02.07.2006, 18:02

Hallo, ich bin 39 Jahre alt, neu hier und sehr traurig. Meine Mutti ist letzten Dienstag nach 6 Wochen Intensivstation im Alter von nur 64 Jahren an den Folgen ihrer Alkohol- und Nikotinsucht gestorben. Sie hat - seit ich denken kann - Alkohol getrunken. Und ich habe immer sehr darunter gelitten. In den letzten Jahre hatten wir nur noch sehr wenig Kontakt. Als ich sie im Februar nach langer Zeit wieder gesehen habe, bin ich sehr erschrocken, wie dünn sie war und wie krank sie aussah.

Ich hatte mich von ihr distanziert, seit ich selbst eine Familie habe. Jetzt mache ich mir viele Vorwürfe: Hätte ich sie nicht doch mehr unterstützen können, damit sie vom Alkohol loskommt? Immer habe ich ihr Vorwürfe wegen des Trinkens gemacht. Ich glaube, ich habe sie nie gefragt, warum sie trinkt. Hätte ich sie nur mit ihrer Sucht annehmen können, ihr sagen können, dass ich sie lieb habe. Aber jetzt ist es zu spät. Sie war in den letzten Wochen in einem künstlichen Koma und wurde maschinell beatmet. Ich hätte ihr gerne noch vieles gesagt, aber das war leider nicht mehr möglich. Wie soll ich nur damit klarkommen?

chiara
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Beitrag von chiara » 02.07.2006, 18:10

Lieber Marienkäfer,
mein herzlichstes Beileid.
Du machst Dir Vorwürfe und Du bist sehr sehr traurig über all das was nicht mehr gesagt werden konnte. Wenn das irgendwie geht, nimm es einfach an.
Die Trauer muss sein. Das Verlorene ist jetzt nicht mehr verloren, denn der geliebte Mensch ist jetzt nahe bei Dir und versteht all Deine Gedanken.
Mach Dir ja keine Sorgen von wegen: hätte ich was tun können. Das ist ein völlig sinnloser Gedanke und NEIN, Du hättest nichts tun können. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass Du Dich nun bald wieder auf Deine eigene Familie konzentrieren kannst.
Alles Liebe
Chiara

Karsten
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Beitrag von Karsten » 02.07.2006, 18:16

Hallo Marienkäfer,

ich möchte Dir mein tiefstes Beileid ausdrücken.
Leider weiß man in solchen Momenten nicht, welche die richtigen Worte sind, um Dich zu trösten.

Eins solltest Du aber wissen. Selbstvorwürfe bringen weder Dir etwas, noch helfen sie Dir bei der Bewältigung der Trauer.
Ich bin sicher, Du hast alles in Deinen Möglichkeiten stehende getan, um Deine Mutter bei ihrer Alkoholsucht zu helfen.

henri
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Beitrag von henri » 02.07.2006, 19:10

Hallo Marienkäfer

Mein herzliches Beileid zum Tode deiner Mutter.

Die Gedanken, möglicherweise falsch gehandelt zu haben, kommen zwangsläufig. Aber, es gibt keinen Grund anzunehmen, dass es etwas genützt hätte, wenn du bei ihr geblieben wärst. Im Gegenteil, bleibst du bei ihr, dann gibt es für sie keine Veranlassung, mit ihrem trinken aufzuhören. Deshalb sind deine Selbstvorwürfe in keiner Weise gerechtfertigt.

Es gibt Abläufe im Leben, die du nicht ändern kannst und die du nur akzeptieren kannst wie sie sind. Deine Mutter hat sich für das trinken entschieden, hat dieses „andere Leben“ ohne Alkohol nicht kennen gelernt und war vielleicht auch so mit ihrem Leben zufrieden.

Du hast ihr vieles nicht mehr sagen können, besonders wie lieb du sie hast. Solange du an deine Mutter denkst, ist sie bei dir und sie weiß ganz bestimmt was du ihr alles sagen wolltest.

Dir einen lieben Gruß
Henri

mari41
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Beitrag von mari41 » 02.07.2006, 19:17

Hallo Marienkäfer,

zu aller erst einmal, tut es mir schrecklich leid mit Deiner Mutti, aber wenn sie sich nicht helfen lassen wollte, dann hilft es auch nicht, wenn man sie unterstützt bei Dingen, die sie ja eigentlich gar nicht will. Weißt Du, es ist schon schrecklich, wenn grade der Mensch stirbt der einem so wahnsinnig viel bedeutet, und wenn man dann meint, man hätte nicht alles getan, dann macht einen das verrückt. Das ist falsch!!!Was hättest Du denn machen sollen???? Sie wollte Deine Hilfe nicht und Du hast ein Recht auf ein eigenes Leben!! Mach es Dir nicht so schwer, Du hast alles richtig gemacht!!

Marion

Joachim

Beitrag von Joachim » 02.07.2006, 21:47

Hallo Marienkäfer,

ich möchte Dir mein herzliches Beileid aussprechen.

Du solltest Dir jetzt keine Vorwürfe machen, denn Du konntest nicht mehr tun, weil Deine Mutter sich für das Trinken entschieden hat.
Auch, wenn es für Dich im Moment sicher schwer ist, nimm es so an.

Ich wünsch Dir alles Gute.

Lieben Gruss Joachim

black-billy2006
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Beitrag von black-billy2006 » 03.07.2006, 06:25

Guten morgen Marienkäfer,

herzlich willkommen hier im Forum.
Ich möchte dir mein herzliches Beileid zu deiner Mutter ausprechen!
Dieses Gefühl kenne ich auch,ich hätte doch noch so viel sagen wollen!Mein Vater ist genau heute vor 3 Wochen gestorben und dadurch wurde ich Rückfällig.Bin heute den 8.Tag wieder trocken.

Ich denke auch das deine Mutti ganz nah bei dir ist und genau weiß,was du ihr sagen wolltest!Sie ist tief in deinem Herzen!

Helfen hättest du ihr nicht können,das weiß ich,also mach dir da bitte keine Vorwürfe!

Ich wünsche dir viel Kraft und liebe Grüße

die Billy

Teufelchen

Beitrag von Teufelchen » 03.07.2006, 09:32

Hallo Marienkäfer,

mein aufrichtiges Beileid zu Deinem schmerzlichen Verlust.

Du konntest nichts für sie tun. Nimm es an, damit Du nach Bewältigung der Trauer, Deinen Frieden wieder finden kannst.

Viel Kraft.

Liebe Grüsse
Teufelchen

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