"er"

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
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Linde66
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"er"

Beitrag von Linde66 » 06.01.2013, 17:42

Hallo,

wenn man sich aus der Co-Abhängigkeit wirklich lösen will, dann ist es vielleicht hilfreich, die eigenen Texte mal genau nachzulesen, um eine Standortbestimmung zu machen:

Wie oft steht in meinem Beitrag "er" oder "sein" oder "ihm" oder "xy"?

Ziemlich oft?

Das zeigt, wo momentan der Fokus der Aufmerksamkeit liegt: auf "ihm".


Wie bei der Freischaltung kenntlich gemacht wird, möchten wir nicht, daß über die Angehörigen hier im öffentlichen www seitenlange Texte veröffentlicht werden. Daher werden diese Texte von uns gelöscht.

Detailierte Beschreibungen was er tut, was er denkt, warum er so geworden ist, was er nicht tut, was er getan oder nicht getan hat usw., haben im öffentlichen www nichts zu suchen. Wie würdet ihr es finden, wenn jemand anderes monatelang über euch im öffentlichen Internet schreibt? Das ist das eine.

Das andere ist die Frage, ob man sich wirklich aus der Co-Abhängigkeit lösen will. Seitenweise wird über "ihn" geschrieben und an den Fingern kann man das Wort "ich" abzählen - da stellt sich schon die Frage, ob da ein zielführender Austausch stattfindet oder "nur" gejammert wird.

Ich schreibe absichtlich mal etwas provozierend. :wink:

Wie gesagt, längere Texte über "ihn" werden gelöscht, denn es geht um EUCH und eure Co-Abhängigkeit.

Grüße, Linde
Zuletzt geändert von Linde66 am 10.01.2013, 13:44, insgesamt 1-mal geändert.

Blumenwiese
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Beitrag von Blumenwiese » 06.01.2013, 18:32

Manchmal muss jammern auch sein. Solange man da wieder raus kommt ist es auch ok. Manche brauchen eben länger als andere, bis sie das verarbeitet haben und nicht immer nur "ihn" oder den "xy" sehen. Jeder hat sein eigenes Tempo. Es befreit aber doch auch, wenn man darüber schreibt, was man mit dem Partner erlebt hat. Ob die anderen das auch so sehen oder ob man nur alleine solch eine Meinung hat über diese oder jene Verhaltensmuster. Sicher ist es nicht schön, wenn jemand über jemand anderen schreibt. Aber wie sind doch die Co-Abhängigen, da gehört der Abhängige doch dazu, oder nicht? Ohne ihn wären wir alle nicht hier!

Karsten
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Beitrag von Karsten » 06.01.2013, 18:45

Hallo Blumenwiese,

wenn das unbedingt sein muss, weil man halt noch nicht soweit ist, sich auf sein eigenes Leben zu besinnen, dann sollte man sich einfach mal die Frage stellen, ob es dann unbedingt das offene Internet sein muss.

Meine Antwort : NEIN

Es gibt auch andere Hilfen, wie Beratungsstellen.

Das Thema ist hier nicht dafür gedacht, dass man sich Gründe sucht, warum es doch so sein muss, sondern dass man selbst darüber nachdenkt, was man hier überhaupt FÜR SICH erreichen möchte.

Gruß
Karsten

topas
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Beitrag von topas » 07.01.2013, 18:44

hi
ich stimme karsten zu...
Ich schreibe zur zeit relativ wenig hier. Wenn in einen tread 100 seiten nur gejammert wird, wie sehr er fehlt!! Dann kann man dazu nicht mehr viel sagen...
Daß man mal seinen kummer ausdruck gibt ist entlastend und gehört dazu. Aber diese endlosen beiträge...

Wie gesagt
da schreibe ich einfach lieber nichts dazu

topas

dorothea
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Beitrag von dorothea » 07.01.2013, 19:05

hallo ihr

ich schreibe hier ja nicht sehr oft, weil das "er" "ihm" und und und mich einfach an einen nassen alki erinnert der sich eine hintertür nach der anderen sucht um weiter saufen zu können. da hab ich einfach keine lust zu meine zeit damit zu vertun. zumal jemand der weiterhin trinkt hier ja auch nicht lange bleiben würde. hier bei den cos wird sich dieses recht aber von einigen heraus genommen, und das kann ich nicht nachvollziehen. entweder ich will was ändern weil ich so nicht weiter leben will, dann kann ich mich an die ratschläge der alten hasen hier halten. oder aber ich will so weiter machen und weiter jammern, sorry dann bin ich falsch hier. mehr möchte ich dazu nicht sagen, außer das ich alle bitte die das betrifft mal darüber nachzudenken was sie eigentlich wollen.

doro

kaltblut
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Beitrag von kaltblut » 08.01.2013, 18:24

Hallo Ihr,

da es ja auch um "Sie" und nicht nur um "Ihn" geht:

Es hat lange gebraucht, um zu begreifen:
Aber wir sind doch die Co-Abhängigen, da gehört der Abhängige doch dazu, oder nicht?

Nein! Aber dann ist ja da nichts mehr zum Verbeißen, zum Festkrallen, kein Alibi.

Deshalb rufen ja auch fast alle den Klempner, weil es so unangenehm ist in den eigenen Haufen zu langen, wenn der Topf bis oben hin zu ist.

Der Angehörige ist lediglich mein Suchtmittel, an den ich mich klammere, um meine eigene Unfähigkeit zu leben zu deckeln, um nicht hinzuschauen, was da alles für ein Unrat in mir brodelt.

Die Zeit hätte ich gerne nochmals für mich zur Verfügung, die ich damals für und mit der Krankheit meiner Exfrau verbrachte, die sich um meine Exfrau drehte, anstatt um mich.

Damals schien es mir egoistisch, unbarmherzig, gefühlslos und unmöglich ohne Gedanken an Sie zu sein. Das Einzige was da nicht stimmte war meine Unfähigkeit die Dinge auch anders anzunehmen, meine Unfähigkeit zu leben.

LG Kaltblut

zerfreila
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Beitrag von zerfreila » 08.01.2013, 21:27

Hallo Linde,

ich finde es ausgesprochen gut, dass Du diesen Thread eröffnet hast und kann mich dem Inhalt Deines Beitrags nur anschließen. - LG zerfreila

siddy
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Beitrag von siddy » 08.01.2013, 21:43

Hallo kaltblut,

Dein beitrag tut wirklich gut. Wort fuer wort. Ungeschoent, klar und deutlich.

Da kann ich etwas fuer mich mitnehmen.

Das hilft mir ein riesen stueck weiter.

Danke!

nikada

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