Lebendigkeit

Wie ist das Leben nach dem Alkohol ohne Alkohol? Erfahrungsberichte und Lebensgeschichten von schon länger trockenen Alkoholikern im Alkoholforum
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Mäuki
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Lebendigkeit

Beitrag von Mäuki » 29.03.2013, 03:13

Hallo hatte mich vorhin ganz kurz im Vorstellungsbereich vorgestellt und stells jetzt mal hier rein.....(ich habs kopiert )

Hallo..
wollte heute noch mal kurz von mir schreiben.

Als ich hier im Mai 2011 das erste Mal geschrieben habe,
ging es mir ziemlich schlecht.
Eine Zeit in dem ich jeden Tag irgendwann volltrunken war,oft mit Filmrißen.......
Es gab keine positive Wirkung mehr durch den Alk,
meine Depressionen verstärkten sich........
mir wurde auch langsam bewußt das ich nicht einfach aufhören konnte------wenn ich nicht trank bekam ich Entzugserscheinungen.....
In meinem Umfeld waren so ziemlich alle am trinken,
mein Problem wurde nicht ernst genommen.............

Ich wollte mich im Internet informieren und wahr wohl auch auf der Suche nach "Gehört"werden.......
Ich fühlte mich ziemlich alleine........
auf die Idee SB kam ich nicht....
es wär wohl auch zu früh gewesen........

In einem anderem Forum habe ich viel geschrieben,
auch betrunken,was bestimmt nicht immer lustig war.....
ich glaube aber das mir dieser Austausch über das Thema das Leben gerettet hat,und auch das mich einzelne immer unterstützt haben ,mir Mut zugesprochen haben
ich habe es dadurch geschafft im September 2011 zur SB zu gehen(immer noch trinkend)
dort konnte ich mich irgendwann durchringen eine LZT durchringen......
auch weil ich merkte ich schaff es nicht allein und zu Hause schon mal gar nicht...........
Im Februar2012 bin ich dann zur LZT (Sucht-und Traumatherapie)
Aufgehört zu trinken hab ich erst 9 Tage vorher zu Hause alleine,
das war ziemlich schlimm,hatte Entzugserscheinungen.......
und obwohl ich vorher meinem Freund gesagt hatte ich will nicht zur Entgiftung.........hab ich ihn irgendwann gebeten mich dorthin zu fahren...........
Tat er aber nicht........
mußte ich alleine durch...
Ich würde nie wieder Entzug zu Hause machen,nicht zu empfehlen....
Wie gesagt 13 Wochen LZT und seitdem bin ich trocken.......
Jetzt knapp über ein Jahr.......
Das war mal ein kleiner Einblick meinerseits...........
erstmal

LG Mäuki :)

consuela
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Beitrag von consuela » 29.03.2013, 08:20

Hallo Mäuki, schön dass Du hier bist und Dich austauschen willst, und ich gratuliere Dir ganz herzlich zu einem Jahr Trockenheit, das Leben bekommt dadurch wieder Qualität und Sinn finde ich, ich selber bin unheimlich froh, dass ich nicht mehr trinken muss.
Ich finde es ganz wichtig, dass Du auch betont hast, wie notwendig es ist, den Entzug mit Arzt oder Klinik zu machen, das was Du hinter Dir hast, Alkoholentzug alleine und Zuhause , das ist absolut lebensgefährlich, da hast Du einfach Glück gehabt. Ich hatte das früher auch vollkommen unterschätzt. Heute kann ich das gar nicht mehr nachvollziehen, warum ich dachte es alleine hinkriegen zu müssen..
Wär schön, wenn Du jetzt öfter berichten würdest von Dir, das Lesen und Schreiben hier ist für mich jedenfalls sehr gut und eine Riesenunterstützung.
Schönen Tag heute consuela

NNGNeo
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Beitrag von NNGNeo » 29.03.2013, 14:41

hallo mäuki

erstmal herzlichen glückwunsch zu 1 jahr trockenheit.

das du einen kalten entzug gemacht hast war nicht gerade clever. du hast richtig glück gehabt, denn so etwas ist wirklich sehr gefährlich.

aber du schreibst ja auch das du es nicht nochmal machen würdest und niemanden empfehlen würdest. das finde ich gut.

bist du denn nach deiner lzt noch in behandlung? gehst du zu einer shg?

gruß
NNGNeo

Mäuki
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Beitrag von Mäuki » 29.03.2013, 23:49

Nein ihr habt Recht es war nicht gut der kalte Entzug......
- edit, Details über Kalten Entzug entfernt, Linde -
Nach der LZT.......letztes Jahr Mai hab ich August ambulante Nachsorge gemacht die ich dieses Jahr im Februar beendet habe............
Nun bin ich auf mich allein gestellt..........
ich hab zur Zeit auch ein gutes Gefühl damit.......
LG Mäuki :)

Karsten
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Beitrag von Karsten » 18.05.2013, 08:56

Hallo Mäuki,

wie kommste denn bisher mit dem auf sich allein gestellt sein, zurecht?

Gruß
Karsten

Mäuki
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Beitrag von Mäuki » 29.05.2013, 02:35

Hallo ...
wollt mich mal wieder melden.........
ja wie komm ich allein zurecht??
Die Tage wo ich arbeite,da passiert nicht viel,
hab nur Nachtwache und tags schlaf ich, eventl mal einkaufen..............
die anderen Tage an denen ich frei hab....
bin ich Nachts ca bis 6Uhr auf mach irgendwas am Computer............
tags lange im Bett,ca 15Uhr aufstehen ,manchmal auch später...............
es passiert da auch nicht viel,eigentlich nichts.......

Ich habe viele Ideen im Kopf........
will Englisch lernen,Gitarre spielen lernen.......
will wieder mit Sport anfangen......
vielleicht malen...weil ich in der Reha gemerkt habe
das es entspannt........
Und was tue ich...............NICHTS...

Nach der Reha habe ich eine Lebendigkeit in mir gespürt wie ich sie noch nie in meinem Leben gehabt habe................
Ich merke auch sie ist noch da.........
aber ich merke auch ich muß aufpassen,
das sie mir nicht wieder verloren geht........
ich finde den Dreh im Moment nicht.....

Ich hänge schlechten Erinnerungen nach die mir nicht gut tun...........
es kommen ungute Gedanken in mir auf die ich ewig kenne,aber irgendwie gedacht habe sie sind weg..wie z.B.:

Ich bin nicht gut genug.........
Ich bin zu langweilig....
Für mich interrisiert (weiß jetzt nicht wie man es schreibt)sich keiner...

Ich lebe in einer neuen Großstadt,
Familie und frühere Freunde weit weg........
Freunde melden sich nicht.......

Die Familie fehlt mir nicht.........
wegen den Freunden bin ich entäuscht......
habe das Gefühl wenn ich nicht jedem hinterhertelefonieren würde...
würde gar nix passieren......ich hab es auch schon verringert......
Die Folge...................NIX

Fühle mich im Moment eingekapselt........
ich bin Suchtgefährdet in jeglicher Form..........
weil die Vorstellung............wegzutauchen.......Stunden im Nebel zu verbringen finde ich nicht abstoßend...........

Ja so gehts mir im Moment.........

LG Mäuki

kaltblut
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Beitrag von kaltblut » 30.05.2013, 20:11

Hallo Mäuki,

das war doch die vergangenen Monate eine tolle Leistung oder zweifelst Du daran?

Natürlich bekommst Du nichts dafür, dass Du trocken bist, keinen Händedruck, keine Anerkennung, nichts Bares, ist ja nur für Dich, ganz alleine für Dich, damit Du bewusst erlebst was um Dich herum und in Dir abgeht. Das life und trocken zu erleben ist es wert.  Andere können da wenig mit anfangen, die sind weiterhin auf irgendeine Art weggebeamt oder waren es nie, das bleibt Deins. 

Gegen Tiefs hilft zu reden, zu schreiben, hier oder in realen Gruppen. Du lebst ja in einer Grossstadt, da stehen Dir alle Möglichkeiten zur Verfügung, nutze sie und bleib am Ball.

Viel Glück auf Deinem Weg. 

LG Kaltblut

Tina
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Beitrag von Tina » 30.05.2013, 21:10

Hallo Mäuki,
der Vorteil unserer SHG ist ja, dass hier auch nachts geöffnet ist. Was hälst Du also davon, wenn Du Dich hier wieder öfter meldest und regelmäßiger schreibst ? Evtl. sogar im geschlossenen Bereich ? Da ist es etwas intensiver.

Du bist interessant und es wäre schön, etwas mehr von Deinem Leben mitzubekommen !

Hast Du Dir die ausschließliche Nachtwache eigentlich selber ausgesucht ?

Grüße
Tina

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