Lebendigkeit

Wie ist das Leben nach dem Alkohol ohne Alkohol? Erfahrungsberichte und Lebensgeschichten von schon länger trockenen Alkoholikern im Alkoholforum
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Mäuki
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Beitrag von Mäuki » 20.04.2015, 00:14

Hallo Elly und alle anderen die hier lesen,
ich bin am Mittwoch entlassen worden.War in der Klinik jetzt 4 Wochen.Der Aufenthalt diente des gegenseitigen Kennenlernens und der Diagnostik.Habe noch einige Diagnosen dazu bekommen.Es wurde zum ersten Mal in meinem Leben richtig diagnostiziert.Und da ich schon seit ich Kind bin......diese Beschwerden habe.......denke ich das sie auch schon seitdem bestehen.Bin traurig und wütend darüber ,das es so lange dauern mußte.......bis erstmal jemand auf die Idee kommt.
In 6 - 8 Wochen muß ich wieder in die Klinik für 6 Wochen.In der Zwischenzeit werde ich von der Institutsambulanz betreut.Habe immer noch keinen Therapeuten gefunden.
Meine Krankenkasse will mir jetzt vorschreiben das ich Kontakt zur Suchtberatung aufnehme.Ich soll Gesprächstermine nachweisen,ansonsten wollen sie mir das Geld sperren. Da bin ich nicht mit einverstanden,weil nicht wegen Suchtprobleme in der Klinik war.Darüber bin ich sehr ärgerlich.Nur weil ich Alkoholikerin bin (seit über drei Jahre trocken) und momentan sehr unter den Folgen meiner Traumen leide,soll ich zu dieser ,für mich momentan nutzlosen Maßnahme ,gezwungen werden.
Ich frage mich lesen die überhaupt die Berichte?
Ich frage mich ,wissen die eigentlich wie man sich fühlt,wenn einem mit dem Entzug seiner Exzistenzgrundlagen droht?
Ich kann nicht an "gefühlten tausend Stellen" Gespräche führen.Es ist schwer genug so im Moment.
Morgen fahre ich zur KK und versuche es zu klären.
Ich schreibe hier gerade in einem selten einigermaßen entspannten Moment.Ansonsten geht es mir weiterhin schlecht.Überlastungsgefühle,Erschöpfung,Ängste usw. begleiten mich weiter.
Aber noch ist Hoffnung in mir....... ,auch wenn ich sie nicht immer seh,das es besser wird.

Lg von Mäuki an alle die hier lesen,die mich kennen
und auch an jemand ,dessen Worte ich immer sehr
geschätzt habe.

silberkralle
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Beitrag von silberkralle » 21.04.2015, 08:44

glück auf mäuki

grüße und ne umärmelung

schöne zeit

:D
matthias

Linde66
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Beitrag von Linde66 » 21.04.2015, 09:13

Hallo Mäuki,

ich habe auch so einen Bürokratiemarathon hinter mich gebracht. Es war nicht einfach. Von daher kann ich dich gut verstehen.

Viele liebe Grüße und viel Erfolg bei der Krankenkasse.

Linde

Mäuki
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Beitrag von Mäuki » 26.04.2015, 22:16

Hallo Matthias und Linde,
danke für die lieben Grüße,ich schick welche zurück.
Sorry das es erst so spät passiert,hab es aber schon eher gelesen und mich gefreut.

Hallo auch an alle anderen.
ich konnte es mit der KK klären und sie überzeugen das ich keine Gespräche bei der SB brauche.
Es fällt mir schwer zu schreiben.Ich kann nichts neues berichten.Meine Stimmung ist sehr eingeschränkt.Ängste usw.
Ich mags gar nicht mehr schreiben,ich fühle mich als Belastung.Weiß nicht was ich tun kann das es mir besser geht.
Fühl mich allein und wills auch sein.Keine Lust zu reden.
Melde mich wenn es was neues gibt.
LG Mäuki

Elly
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Beitrag von Elly » 12.05.2015, 01:05

Liebe Ilo,

einen Gruss wollte ich dalassen und Dir damit schreiben,
das ich an Dich denke...

LG Elly

Mäuki
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Beitrag von Mäuki » 13.06.2015, 01:29

Hallo Elly,
lieben Dank dir für den Gruss.........hab mich sehr gefreut.

Ich hab schon länger nicht mehr geschrieben,ich kann mich nur schwer aufraffen.
Letzte Woche Dienstag hab ich einen Anruf bekommen,das ich zwei Tage später zur Aufnahme kommen kann,zu meinem zweiten Klinikaufenthalt.
Letzten Donnerstag Aufnahme.Bin mit schlechtem Gefühl dahin,bin nur ungern von zu Hause weg.Ich habs in Kauf genommen,in der Hoffnung das es mir besser gehen wird.
Freitag Abend habe ich gesagt das ich den nächsten Tag wieder nach Hause gehe.Bin gegen ärztlichen Rat entlassen worden.Es ging mir schlechter dort.Ich habe mich nicht gut aufgehoben gefühlt dort..........all das Elend da,der tägliche Blick auf die Forensik ,das nicht gesehen werden.Ich habe mich in meiner Freiheit eingeschränkt gefühlt.Mußte mich an lächerlichen Regeln halten.Ich mag keine Regeln.
Das schlimmste war ,das ich das Gefühl bekam bestraft zu werden.Ich habe nichts getan,muß von zu Hause weg,bin den Launen der Schwestern ausgesetzt und muß mich teiweise wie ein Kind behandeln lassen.
Ich will das nicht.Werde nie wieder in eine Klinik gehen.
Als ich es am Abend sagte das ich gehen will,
keine Frage.........warum
keine Frage ......wie es mir geht.
Man hat gesehen wie es mir geht.
Am nächsten Tag hat mich dann doch noch eine Schwester gefragt.
(Ich hatte kaum geschlafen.......die Nachtschwester hats nicht interessiert.)
Ich habe meine Gründe aufgeführt außerdem habe ich gesagt,das ich was besseres verdient hätte.
Klingt überheblich........mag sein......ich denke es aber.
Nun bin ich wieder zu Hause,soweit wie vorher.......auf der Suche nach einem ambulanten Therapeuten,der mich wahrnimmt.
Ich fange an Sachen zu packen......wir ziehen im August um.
Vielleicht ein wenig früh anzufangen,aber ich bin immer noch nicht belastbar,schnell erschöpft.Manchmal geht auch gar nichts.........Ängste und Niedergeschlagenheit.
Ich habe daraus gelernt,das ich es selber schaffen muß zum größten Teil.Was mir passiert ist,man hört es sich an..........und weiter gehts.

Ich lebe mit meinen Monstern.........manchmal schlafen sie,
manchmal sind sie ziemlich aktiv und zerren an mir.
So ist es und eigentlich sollte ich anfangen es zu akzeptieren........
ich kenne sie schon ein Leben lang.Ich dachte immer sie gehören zu mir,
aber ich habe Zeiten erlebt wo sie nicht da waren.
Es gefällt mir mehr ,wenn sie nicht da sind.
Was normal ist kann ich nicht sagen...........
sind alltägliche Dinge normal?
Oder sind die kurzen Zeiten ohne die Monster normal?

Kleine gedankliche Verzettelung.........

Lg an alle die mich kennen und an alle die mich lesen
Lg auch an die ,die die Monster kennen..........und sie hoffentlich besiegen konnten.
Ilo

viola
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Beitrag von viola » 13.06.2015, 08:38

Liebe Ilo,

danke für dein Lebenszeichen!

So wie du diesen stationären Aufenthalt schilderst, kann ich dich gut verstehen. Schlimm, wie "egal" die Patienten dort offenbar sind. Dass dir das alles andere als gut tut, ist doch klar. Und um Hilfe zu erhalten und auch annehmen zu können, ist ja ein Minimum an Vertrauen nötig, auch das war offenbar nicht mehr gegeben.

Hast du eigene Regeln? Also Regeln, die du selber für dich gemacht hast und mit denen du gut klar kommst?
Ich kann mir denken, dass eine gewisse Struktur hilfreich sein kann in Krisenzeiten, wenn alles andere verschwimmt. Aber eben eine Struktur, die noch Luft zum Atmen lässt.

Pass auf dich auf auch bei dem Umzug. Neue Räumlichkeiten sind immer auch eine Umbruchzeit für die Seele.
Ich drück dir die Daumen, dass deine Therapeutensuche bald Erfolg hat!

Ich schönes Wochenende dir, trotz allem!
LG viola

Elly
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Beitrag von Elly » 18.06.2015, 00:29

Liebe Ilo,

wie schade, ich hatte wirklich gehofft, das man Dir dort irgendwie helfen und beistehen kann.

Vielleicht ist diese Klinik einfach viel zu gross, um näher auf die Patienten einzugehen.

Das gibt es ja auch bei vielen Firmen, bei denen jeder Angestellte nur noch eine Nummer ist.

Aber vielleicht hast Du auch zu schnell das Handtuch geworfen und hättest erstmal abwarten sollen???

Der behandelnde Arzt war vielleicht zu dem Zeitpunkt nicht im Haus...

Nun, die Entscheidung ist getroffen und ich wünsche Dir, das Du mehr Ruhe findest und auch
einen Therapeuten, der Dir etwas Last von den Schultern nehmen kann.

Liebe Grüsse Elly

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