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Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

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Sunshine_33
sehr aktiver Teilnehmer
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von Sunshine_33 » 25.05.2019, 11:24

Meene Jüte, Freewell, der zieht aber auch alle Register :roll:
Bitte spring nicht mehr drauf an, es sind nur die üblichen Manipulationen der krasseren Art, wenn der CO bisher nicht wieder auf Rolle zu bekommen war mit den üblichen Manipulationen. Mehr is das nich...
Er hat alle seine Freunde und seine Familie verloren mit seinem Verhalten. Nun bin ich auch weg und nur noch eine Nachbarin hilft ihm etwas mit Essen und Zigaretten. Es tut so weh, einen eigentlich charmanten, wunderbaren Mann seinem nichtabwendbaren Schicksal zu überlassen und nur noch zuzuschauen, wie alles immer schneller den Bach runter geht ohne eine Chance einer Rettung oder Änderung ...
Das sehe ich anders.
Es MUSS erst viel den Bach runter gehen, ehe man zu einer Änderung bereit ist !
Kann es sein, das DU ihn aber retten möchtest? Das wird nix, er muss sich da schon selbst retten, UND er kann dabei sehr viel Hilfe und Unterstützung bekommen.
Er ist also keinesfalls auf sich allein gestellt, aber die "Rettungsaktion" muss er selbst einleiten.
Und sein Schicksal ist KEINESFALLS unabwendbar... er hat es in der eigenen Hand, sein weiteres Leben zu bestimmen !
Unsere Krankheit ist weder gottgewollt noch unstoppbar.
Ganz im Gegenteil, es ist möglich, unsere nicht heilbare Krankheit komplett zu stoppen ! Wer kann denn sowas noch von einer unheilbaren Krankheit behaupten?

Freewell, ich hoffe, immer, das alles ganz schnell den Bach runter geht !
Das mag ich böse und brutal anhören, aber dann besteht (in meiner persönlichen Hoffnung) noch eine gewisse Chance, das der Körper noch nicht zu arg geschädigt ist.
Bei mir ging alles eher langsam den Bach runter... ich hatte auch nicht alles verloren, hatte noch meine Familie, meinen Job, Haus und Garten, Führerschein... aber ich habe körperliche Beeinträchtigungen durch meine Alkoholkrankheit bekommen.
Manchmal wäre es mir lieber, ich hätte schneller mehr verloren und wäre so evtl. eher umgekehrt und hätte eher Hilfe angenommen.
Dann hätte ich vielleicht heute nicht diese Beinträchtigungen.
Aber es ist nun mal so wie es ist.
Es ist aber eindeutig so, das CO-Abhängigkeit alkoholkranke Menschen auch mit in der Sucht hält. Nämlich durch das Decken, das Vertuschen etc.pp.
Ich halte es persönlich also für besser, wenn es schnell und tief bergab geht.
Und danach natürlich hoffentlich auch wieder bergauf !

Der Narizissmus ist immer weiter auf dem Vormarsch, immer mehr, vor allem Männer, sind davon betroffen.
Das hat eine Studie ergeben, habe ich jedenfalls so mal gelesen vor einiger Zeit.
Viele Gründe führen dazu, das ist ein ganz umfassendes Problem, was auch gesellschaftlich mit bedingt ist.
Im Grunde kann man tatsächlich mit einem Narzissten keine Beziehung führen, denn wie soll das funzen?
Es wird sich alles um den Narzissten drehen müssen, sonst macht der Terror.
Da bleibt dann nix mehr für einen selbst.
Ich spreche da leider aus eigener Erfahrung, ich hatte mal eine Beziehung mit einem Narzissten und stieß auch durch Zufall drauf, das es sich um so einen Menschen mit dieser Verhaltensstörung handelt (oder Krankheit, wird glaube ich schon als Krankheit eingestuft?).
Am Anfang war alles noch ganz nett, aber nach einer Weile brach der Narzissmus immer mehr durch.
Der Nazisst fordert ja Aufmerksamkeit ohne Ende, alles hat sich nur um ihn un SEIN BEFINDEN zu drehen.
Man selbst ist da nur Beiwerk zum eigenen Zweck.
Ich bin auch in dieser Beziehung in eine Art CO-Abhängigkeit geraten, zumal der Ex auch noch unter Depressionen litt und auch noch andere Diagnosen hatte, die eine Beziehung arg beschwerten bzw. im Grunde unmöglich machten.
Als die Beziehung zu Ende war, war ich erst sehr traurig darüber. Das dauerte auch eine lange Zeit.
Aber irgendwann, so nach nen Jahr vielleicht, spürte ich doch immer mehr die Erleichterung, das es vorbei ist !
Ich bin weiter gegangen in meinem eigenen Leben und habe mich auch nicht mehr umgedreht.
Heute ist die Geschichte für mich lange her, ich denke eigentlich kaum noch dran, es ist längst ein Stück meiner Vergangenheit.
Und ich bin immer noch froh, das es so gekommen ist, denn ein weiteres Leben mit dem Ex wäre für mich die Hölle auf Erden geworden.
Bzw. wäre es NIEMALS gut gegangen, ich wäre so oder so gegangen... wäre auch nur ne Frage der Zeit gewesen.
DIe Betroffenen, die so eine Beziehung führten, berichten oft davon, das sie sich danach wie eine ausgequetschte Zitrone fühlten.
Genau das war auch mein Gefühl ! Aber ich habe mich wieder davon berappelt...und das hat auch gar nicht sooo lange gedauert,
die Bezieung allerdings auch nicht.
Von daher war ich dieser Krankheit nicht über Jahre ausgesetzt und konnte mich vielleicht auch deshalb relativ schnell regnerieren?
Nun hat er bald Geburtstag und erwartet, dass ich da für ihn eine riesige Aktion mache. Warum sollte ich ... wenn ich aber dann nichts mache, will er sich dann umbringen.
Sorry, aber ich musste darüber eben herzhaft lachen :lol:
Der Typ hat echt n Sockenschuss :roll: :lol: ... bzw. ist er wohl wirklich ein Extrem-Narzisst. :roll:
Spring nicht auf so einen Mist an...ansonsten hat er genau das bekommen, was er wollte.
Sein Verhalten erinnert ich an ein bockiges Kind und sicher nicht an einen erwachsenen Menschen.
Obwohl... selbst bockige Kinder sind nicht so bekloppt... :mrgreen:

Freewell, ich kann Dir nur wünschen, das Du stark bleibst und irgendwann auch die letzten Fesseln ablegst, die er Dir umzulegen versucht und damit leider immer noch mehr oder weniger erfolgreich ist.
Und wenn es nur Gedanken sind, die an ihn fesseln, das ist schon schlimm genug.
Noch gehst Du ans Telefon und sprichst mit ihm, und ich sage Dir, das tut Dir nicht gut. Auch wenn Du das nicht wahrhaben willst.
Du bist im Grunde ebenso süchtig wie er, sonst würdest Du das nicht immer wieder tun. 8)
Er ist süchtig nach Alk, Du bist süchtig nach ihm. Kurz zusammen gefasst :wink:

Ich wollte Dir gerade schreiben, das Du erst wieder völlig frei bist, wenn Du den Typen los bist.
Und habe das gerade als das positivste gesehen, was man erreichen kann, aber da bin ich von mir selbst ausgegangen, weil Freiheit für mich persönlich das höchste Gut überhaupt ist.
Aber ist es für CO-Abhängige vielleicht sogar eher bedrohlich, wieder völlig frei zu sein?
Denn es würde in fast allen Fällen ja auch bedeuten, erstmal wieder allein zu sein, sein Leben wieder komplett in die eigenen Hände nehmen zu müssen etc.pp.
Macht das eher Angst oder wäre das für einen CO auch erstrebenswert?
Das weiß ich nicht.

LG Sunshine

FreeWell
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von FreeWell » 25.05.2019, 12:32

Liebe Sunshine,

danke dir für deine lieben Worte !
... der zieht aber auch alle Register
Ja, da ist er Profi !
Bitte spring nicht mehr drauf an, es sind nur die üblichen Manipulationen der krasseren Art, wenn der CO bisher nicht wieder auf Rolle zu bekommen war mit den üblichen Manipulationen. Mehr is das nich...
Ja, mein Kopf sagt mir das auch und ich bleibe bei mir und schaue nicht nach ... aber es ist schwer auszuhalten.
Das sehe ich anders.
Es MUSS erst viel den Bach runter gehen, ehe man zu einer Änderung bereit ist !
Ja, bestimmt. Das sehe ich auch so. Nur, er wird jetzt bald sein Haus verlieren und niemand wird ihn mehr aufnehmen, da dieses Narzisst-Verhalten jeden einfach nur nervt. Und das ist in den letzten 1,5 Jahren immer extremer rausgekommen ... mit steigendem Alkohol-Konsum.
Kann es sein, das DU ihn aber retten möchtest?
Bestimmt. Ich kann es einfach nicht mit ansehen, wie er elendig zugrunde geht. Wir hatten einfach auch zu viele sehr schöne Zeiten und neben all dem Suchtverhalten auf beiden Seiten, war irgendwo auch Liebe, die sich echt anfühlte ...
Der Narizissmus ist immer weiter auf dem Vormarsch, immer mehr, vor allem Männer, sind davon betroffen.
Im Grunde kann man tatsächlich mit einem Narzissten keine Beziehung führen, denn wie soll das funzen?
Es wird sich alles um den Narzissten drehen müssen, sonst macht der Terror.
Da bleibt dann nix mehr für einen selbst.
Ja ! Das ist ja der Punkt, wo ich im Dezember stand. Ich war eine leere Hülle und meine Familie hatte Angst um mich. Jeder sagte, dass ich da raus müsste, dass ich sonst kaputt gehe. Und als meine Kräfte schwanden, habe ich dann eine Wohnung gesucht und wie ein Wunder die erste angeschaute Wohnung auch bekommen :-) !
Der Nazisst fordert ja Aufmerksamkeit ohne Ende, alles hat sich nur um ihn un SEIN BEFINDEN zu drehen.
Man selbst ist da nur Beiwerk zum eigenen Zweck.
Ja, es geht sogar soweit, dass der Narzisst einem glaubhaft macht, dass er die ganze Zeit für andere da war, der Partnerin zur Seite stand in ihren Problemen, aber selbst dann im Stich gelassen wird. Es wird genau umgekehrt von ihm dargestellt wie es ist ...
Als die Beziehung zu Ende war, war ich erst sehr traurig darüber. Das dauerte auch eine lange Zeit.
Aber irgendwann, so nach nen Jahr vielleicht, spürte ich doch immer mehr die Erleichterung, das es vorbei ist !
Au Mann, so lange dauert das ? Ich habe gerade drei Wochen durchgehalten ...
DIe Betroffenen, die so eine Beziehung führten, berichten oft davon, das sie sich danach wie eine ausgequetschte Zitrone fühlten.
Genau das war auch mein Gefühl !
Ja !! Besser könnte ich das nicht beschreiben !
Von daher war ich dieser Krankheit nicht über Jahre ausgesetzt und konnte mich vielleicht auch deshalb relativ schnell regnerieren?
Das mag gut sein. Ich bin zwar erst seit ca. 4 Jahren mit meinem Alk zusammen und am Anfang wohnten wir auch nicht zusammen und er war trocken. Erst als ich zu ihm zog, wurde es immer krasser.

Weißt du, Sunshine, ich habe sehr früh meine Schwester verloren und habe damals immer versucht zu helfen, dass es ihr gut ging. Meine Mutter war überfordert. Nach dem Tod meiner Schwester fühlte ich mich verantwortlich und hatte das Gefühl, nicht genug getan zu haben ... und damals gab es noch keine therapeutischen Hilfsangebote. Ich musste alleine damit klar kommen. Und ich vermute, dass ich mein Leben lang mein "schlechtes Gewissen, versagt zu haben, versucht habe zu heilen, indem ich mir dann die passenden Partner gesucht habe. So bin ich wahrscheinlich sehr früh unbewusst zur CO geworden, ohne es zu merken. Daher auch mein Thema: Wo ist der Unterschied zwischen menschlicher Hilfe und Co-Abhängigkeit ?
Er ist süchtig nach Alk, Du bist süchtig nach ihm. Kurz zusammen gefasst :wink:
Ja, so kann man das nennen :P
Ich wollte Dir gerade schreiben, das Du erst wieder völlig frei bist, wenn Du den Typen los bist.
Und habe das gerade als das positivste gesehen, was man erreichen kann, aber da bin ich von mir selbst ausgegangen, weil Freiheit für mich persönlich das höchste Gut überhaupt ist.
Aber ist es für CO-Abhängige vielleicht sogar eher bedrohlich, wieder völlig frei zu sein?
Denn es würde in fast allen Fällen ja auch bedeuten, erstmal wieder allein zu sein, sein Leben wieder komplett in die eigenen Hände nehmen zu müssen etc.pp.
Macht das eher Angst oder wäre das für einen CO auch erstrebenswert?
Weißt du, dass ist ein gutes Argument, aber ich kann Gott sei Dank sehr gut alleine bleiben. Ich war auch jahrelang alleinerziehend. In der Bibel steht, bleibe alleine wenn du kannst und wenn du das nicht kannst, nimm dir einen passenden Partner.
Ich habe gerne einen Partner, um gemeinsam durchs Leben zu gehen, aber ich habe definitiv keine Angst vor dem Alleinesein. Ich muss wahrscheinlich einfach meine Sucht zu helfen, aushalten, den Entzug durchmachen und hoffen, dass ich in einem Jahr hier schreiben kann, dass ich es geschafft habe :-) !

Danke dir, liebe Sunshine !Wünsche dir Licht und Kraft für dein Leben !

LG, FreeWell

Dhyana
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von Dhyana » 25.05.2019, 12:41

liebe FreeWell, danke für deine Erklärungen ... huh das ist hart, bin da ganz der Meinung von sunshine.
Gibt da ein Spruch von Buddha glaube ich, der mir beim lesen eingefallen ist: "Rette du dich, keiner sonst kann es für dich tun !"

Was Freiheit anbelangt, für mich ist es auch ein höchstes Gut. Mich zu befreien, mich zu lösen war, als ob eine Riesen Last von mir abgefallen ist. Endlich nur noch für mich verantwortlich zu sein ... ich ging Tag für Tag leichter und befreiter durchs Leben, mit einem lächeln. Aber auch ich musste erst ganz unten sinken, mein Leid wurde so unerträglich gross, ich befand mich in einem tiefen, dunklen Tal ... dann erst konnte ich loslassen... und sah langsam vor mir, die Lichtung, den Horizont. Es ist kein schneller Weg und auch kein leichter, aber es ist zu schaffen.
Ist ein Prozess, eine Entwicklung, um aus der Angst in die Freiheit zu kommen. Möglich ist es allemal und ich würde dir empfehlen, dir jede Hilfe zu holen, die du brauchst. Angst hatte ich auch, der andere würde es nicht schaffen ohne mich, mein Mitgefühl war gross, für ihn, aber nicht für mich, die ja auch litt... aber ich war es gewohnt zu leiden (Kindheit), mich Sorgen um andere zu machen (Kindheit), für andere da zu sein (Beruf Krankenschwester) ... ich hatte nur Augen und Trost für andere. Das es mich auch gibt und ich Bedürfnisse habe, die da sein dürfen, auch wenn sie dem anderen nicht gefallen ... das kannte ich nicht. Aber ich habe es gelernt und du kannst es auch, ganz bestimmt.
Bleib bei dir, habe dich lieb! Viel Kraft und Geduld und Durchhaltevermögen wünsche ich dir ! Denk ans Lichtvolle, wenn es dunkel um dich wird... es geht vorbei.
Sonnige Grüsse
Dhyana

Dhyana
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von Dhyana » 25.05.2019, 12:54

Wo ist der Unterschied zwischen menschlicher Hilfe und Co-Abhängigkeit ?
Meine Gedanken dazu:
Ich kann helfen, wenn ich selbst gesund bin, wenn ich mich dabei nicht selbst verletze, nicht über meine gesunden Grenzen gehe.
In der Co-Abhängigkeit versuche ich den anderen zu retten und gehe dabei selber runter. Weil ich selbst hilfsbedürftig bin. Wie zwei Menschen, die beide nicht schwimmen können und schwimmen lernen wollen. Sie springen ins Wasser, wollen sich gegenseitig helfen, aber beide werden ertrinken, wenn sie Pech haben. Sie brauchen zuerst erfahrene Schwimmer, die ihnen das Schwimmen beibringen.

FreeWell
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von FreeWell » 05.06.2019, 23:07

Liebe Dhyana,
Wo ist der Unterschied zwischen menschlicher Hilfe und Co-Abhängigkeit ?

Meine Gedanken dazu:
Ich kann helfen, wenn ich selbst gesund bin, wenn ich mich dabei nicht selbst verletze, nicht über meine gesunden Grenzen gehe.
In der Co-Abhängigkeit versuche ich den anderen zu retten und gehe dabei selber runter. Weil ich selbst hilfsbedürftig bin. Wie zwei Menschen, die beide nicht schwimmen können und schwimmen lernen wollen. Sie springen ins Wasser, wollen sich gegenseitig helfen, aber beide werden ertrinken, wenn sie Pech haben. Sie brauchen zuerst erfahrene Schwimmer, die ihnen das Schwimmen beibringen.
Das hast du sehr schön beschrieben und ich habe bis jetzt gebraucht, um es zu verstehen. Weißt du, ich bin sogar eine gute Schwimmerin und schwimme mit Leidenschaft und habe sogar einen Rettungsschein gemacht ... Sucht nach helfen oder einfach nur Ausbildung zum Lebensretter für alle Fälle ?

Schau bitte mal in meinen Thread, dort habe ich gerade meine aktuelle Entwicklung beschrieben und ich bin gerade dabei, mein Eingangsrätsel zu lösen und im Grunde mache ich es genau so, wie du es hier beschrieben hast.

Und nun zum Thema dieses Threads: Kann man zur CO erzogen werden ? Ich glaube, dass die Erziehung viel ausmachen kann, da man als kleines Kind möchte, dass die Eltern einen lieben und da tut man alles, damit man die Liebe erhält. Aber ich glaube auch, dass es eine gewisse genetische Disposition gibt, dass man "gerne" zum "Helfer" wird. Sprich, wenn man die Veranlagung dazu hat, dann hat die Erziehung ein leichtes Spiel.

Nun denke ich heute, dass es aber vielleicht auch umgekehrt geht. Ich stelle also provokativ die Frage: Kann ich mir die CO-Eigenschaften ab-erziehen sprich abgewöhnen oder ist es so, dass man einmal CO immer CO ist ? Ich kann nur für mich sprechen, aber ich bin überzeugt, dass man sich selbst erziehen kann und Verhaltensmuster üben kann, die das CO-Verhalten nach und nach abbauen. Es ist wohl wie das Laufen trainieren für einen Marathon. Willst du am Ende die 10 km laufen können, musst du einfach ständig laufen bzw. üben.

Ich wünsche allen CO's hier, dass sie in diesen Selbsterziehungsprozess mutig einsteigen und es für möglich halten. Schließlich gibt es hier auch genug Beispiele für trockene Alkoholiker. Hut ab vor dieser Leistung ! Warum sollte es nicht auch einige "trockene CO's" geben ? Ich halte es für möglich und es gibt einen schlauen Satz, der da sagt: "Nur wenn du Wunder für möglich hältst, wird das unmögliche möglich."

Ich halte Wunder für möglich !! Und eine Sucht zu überwinden, ob es nun Alkohol oder die Sucht zu helfen ist, ist doch schon fast egal, oder ? Wir CO's haben einen kleinen Vorteil: Wir haben keine körperlichen Symptome. Dafür sind aber die seelischen Suchterscheinungen weniger offensichtlich. Aber: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, oder ? Packen wir's an !

Ich wünsche allen den Mut zur Veränderung und Selbsterkenntnis !

LG, FreeWell

ideja
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von ideja » 06.06.2019, 00:04

Liebe FreeWell,

Natürlich bleibt eine CO immer CO, wie ein Alkoholiker, immer ein Alkoholiker bleibt.

ich glaube dass sie (wir?) auch müssen lebenslang das im Bewusstsein haben, und jede Beziehung in der wir uns befinden, von Zeit zur Zeit reflektieren damit es nicht passiert das wir in das Verhalten wieder reinrutschen.

Und das mit körperlichen Symptomen ist fraglich. Wie ich einem Alkoholiker nicht angesehen haben muss dass er getrunken hat, so auch einer CO du nicht sehen kannst zB. einige Krebszellen die wachsen...

lG ideja

Dhyana
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von Dhyana » 06.06.2019, 10:36

Liebe Freewell
Ich habe dein thread gelesen, du liest viel stabiler und entschlossener, das freut mich... bist auf guten Weg zu dir selbst.
Ich meine auch, so wie ich als trockene, nie vergessen werde (hoffentlich), dass ich süchtig bin, muss ich auch als CO genauso achtsam sein und bewusst bleiben. Änderungen sind möglich im Verhalten, wenn man sie nur will. Das gilt ebenso für den Partner. Nur er kann sich ändern.. mit therapeutischer Hilfe (Suchtherapie, Gruppen etc, mit Einsicht, Erkenntnis und den Wunsch es zu tun. Wenn er nicht will, kannst du nichts machen, ausser weiter für dich sorgen und ihn seinen Weg gehen lassen. Auch wenn es weh tut. Ist ja bei den eigenen Kinder auch so.
Liebe Grüsse und einen sonnigen Tag
Dhyana

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