War's die richtige Entscheidung

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
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Vreni68
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War's die richtige Entscheidung

Beitrag von Vreni68 » 16.04.2014, 11:37

Hallo ihr Alle,
Herzlichen Dank für all eure Beiträge hier. Sie sind meine Rettung aus tiefster Not.
Ich habe mich ganz frisch aus meiner 18 jährigen Beziehung getrennt und habe immer wieder Zweifel, ob es die richtige Entscheidung war? Mein Mann trank schon als ich Ihn kennenlernte und dass hat sich nicht geändert bis heute! Aber dafür hat sich seine Persönlichkeit geändert. Er war nie wirklich Handgreiflich, hat mich zwar ab und zu festgehalten oder weg geschubst, aber nur weil ich als Kranke nicht von ihm lassen konnte. Aber er war verbal sehr gemein und hat immer gewusst, wo er ansetzen musste um mich in Wut zu versetzen. Dann liess ich mich immer voll auf dieses Spiel ein.
Fakt ist, ich wollte eine räumliche Trennung nichts anderes. Zur Ruhe kommen, aufatmen. Es war von meiner Seite her nicht die Absicht da mich von ihm zu trennen. Es wurden viele Vorwürfe hin und her geschleudert, nichts wirklich konstruktives oder lösungsorientiertes. Mein Mann hat sich zurückgezogen, bezeichnet mich als psychisch krank ( bin ich, ganz klar), krankhaft Eifersüchtig ( ausgelöst durch sein Verhalten) Kontrollsüchtig, etc. Er wisse nicht ob er mich noch als Partnerin wolle, brauche Zeit zum überlegen. Will seine Ruhe haben, will machen was er will, wolle keinen Streit mehr, wobei es zu 95% von seiner Seite her zum streit kommt.
Er wirft mir vor, ich sei Schuld dass er trinkt, er werde immer wie Depressiver wegen mir, er hätte keine Kollegen mehr etc. Alles habe ich verursacht!
Und trotzdem ziehe ich immer noch einen Neuanfang mit ihm in Erwägung. Erkläre ihm immer wieder, dass ich ihn noch gerne habe.
Leider ist es schon so, dass er wohl trotz Alkohol, der gesündere von uns beiden ist! Ich kann ihn nicht loslassen!!!
Was läuft bei mir falsch?

girasole
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Beitrag von girasole » 16.04.2014, 12:39

Hallo Vreni,

wilkommen hier :D Ich wünsche Dir einen guten, fruchtbaren Austausch!

Ich finde es einen guten Ansatz, als erstes bei DIr zu gucken und nicht den Fokus auf XY zu legen!
Wobei ich mal dahingestellt lasse, ob Du so viel "Schlimmer krank" (so kommt es bei mir an) bist als er.
Kann es sein, dass Du manchmal sehr hart mit Dir ins Gericht gehst?

Tja, was läuft bei Dir "schief"? Da solltest Du am besten in DIch hineinspüren. Kannst Du das (noch)?
Dich spüren, fühlen, wie es Dir geht, was Du gerade brauchst, mit Dir alleine einfach "sein", ohne Ablenkung, Beschäftigung?

Was ist Dein Ziel, warum hast Du DIch hier angemeldet?

LG
Girasole

Vreni68
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Beitrag von Vreni68 » 16.04.2014, 12:55

Glaube das ist der springende Punkt, nein ich spüre mich nicht mehr so richtig. Alleine sein ist manchmal schon nicht so einfach, und dann aber doch, geht es!
Weist du das mit dem Krank sein ist schon so, ich habe das die letzten Monate immer wieder gehört, was ich alles bin oder nicht bin! Leider richtet xy seinen Fokus auf mich, statt auf sich. Er macht es sich relativ einfach, so von wegen, mir egal und Hauptsache lustig!

Ich kam über eine andere Seite zu Euch und ich habe vieles gelesen.
Auch bin ich nicht so sicher ob mein xy wirklich ein Alkoholproblem hat, er funktioniert tiptop ist in seiner beruflichen Tätigkeit einer der besten, gegen aussen ein toller, spassiger Typ der beliebt ist, also habe ich doch wohl das Problem?

Sunshine_33
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Beitrag von Sunshine_33 » 16.04.2014, 13:18

Hallo Vreni68

Du schreibst:
Leider richtet xy seinen Fokus auf mich, statt auf sich.
Ach tatsächlich ?
Dann tut er ja "nur" genau das gleiche wie Du 8)

LG Sunshine

Speranza
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Beitrag von Speranza » 16.04.2014, 13:23

Hallo Vreni!

Herzlich willkommen hier im Forum :)

Es mag ja sein dass ihr beide krank seid aber ihr habt verschiedene Baustellen. Ein zufriedenes Zusammenleben mit einem nassen Alkoholiker ist schlichtweg unmöglich ich bin auch darüber krankgeworden.

Sein Problem muss er selber in den Griff bekommen das schafft er nur wenn er die Einsicht dazu besitzt, du kannst dich drehen und wenden du wirst seine Probleme nicht lösen können.

Du kannst nur für dich alleine etwas tun um aus dieser Spirale herauszukommen.
Leider richtet xy seinen Fokus auf mich, statt auf sich. Er macht es sich relativ einfach, so von wegen, mir egal und Hauptsache lustig!
Das ist total typisch für einen nassen Alkoholiker immer sind andere schuld an seinem Konsum. Ich habe meinem Ex mal gesagt er bräuchte wegen mir nicht zu trinken er könne ja gehen wenn er es mit mir nicht mehr aushalten kann aber Pustekuchen ich musste mich schon selber auf den Weg machen.

Von seiner Seite wäre die Beziehung noch ewig so weitergegangen, er war dem gegenüber was ich sagte schon total abgestumpft, es war ihm egal wie unglücklich und krank ich war, das wollte er gar nicht wissen, Hauptsache ich funktioniere und halte den Mund.
Auch bin ich nicht so sicher ob mein xy wirklich ein Alkoholproblem hat, er funktioniert tiptop ist in seiner beruflichen Tätigkeit einer der besten, gegen aussen ein toller, spassiger Typ der beliebt ist, also habe ich doch wohl das Problem?
Es gibt auch den funktionierenden Alkoholiker, mein Ex war genauso. Ich habe dann immer an meiner Wahrnehmung gezweifelt und gedacht ich sehe das falsch und hätte ein Problem. Er hat mir auch immer eingeredet dass andere Menschen negativ über mich reden würden und ich wurde immer kleiner an seiner Seite.

Wenn du viel hier liest wirst du merken dass sich die Geschichten ähneln und dass es viele auch geschafft haben ihrem Leben eine glückliche Wendung zu geben.

Ich wünsche dir viel Kraft dazu.

Liebe Grüsse
Speranza

Vreni68
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Beitrag von Vreni68 » 17.04.2014, 09:20

Guten morgen, danke für eure Antworten.
Genau so ist es Sunshine er macht genau das gleiche wie ich! Danke für die Erkenntnis😊.
Das zweifeln an meiner Urteilsfähigkeit ist wirklich sehr gross!, aber wohl eher weil ich mich manchmal wegen der Trennung schlecht fühle! Habe bei euch über das Thema loslassen gelesen. Und muss sagen meine Geschichten sind sehr ähnlich mit denen hier! Die Co-abhängigkeit ist etwas schreckliches! Und trotzdem geht es mir von Tag zu Tag ein wenig besser!
Werde die Ostertage etwas abseits von hier verbringen, geniesst die Tage ein wenig
Lg Vreni

Speranza
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Beitrag von Speranza » 17.04.2014, 11:00

Hallo Vreni!
Die Co-abhängigkeit ist etwas schreckliches! Und trotzdem geht es mir von Tag zu Tag ein wenig besser!
Die Co-Abhängigkeit ist eine Krankheit, die bessert sich nicht von heute auf morgen. Das braucht Zeit und Geduld aber je mehr man sich damit befasst umso klarer sieht man irgendwann.

Es sind oft nur kleine Schritte die man gehen kann aber auch diese führen zum Ziel.

Ich wünsche dir ein schönes Osterfest.

Liebe Grüsse
Speranza

Neuweg
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Beitrag von Neuweg » 18.04.2014, 22:05

Hallo Vreni,

ich komme immer mehr dahinter, wie sehr sich manche Geschichten hier ähneln.
Ich kenne diese Zweifel, ob man vielleicht wirklich nur spinnt "sich in was verrannt" hat, der Partner gar kein A-Problem hat...
Wie oft hab ich dem schon glauben geschenkt, dann doch wieder Enttäuschung!
Aber das ist es ja, von dem wir Abstand nehmen müssen, auch wenns schwer fällt.
Vreni, schön für dich, dass du den Schritt getan hast und alles Gute weiterhin!

Speranza, deinen Thread hab gerne gelesen und mich in ganz vielem auch wieder gefunden. Und er hat mir auch viel Motivation gegeben!

Liebe Grüße
Neuweg

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