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Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
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Correns
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Beitrag von Correns » 13.07.2017, 06:34

Guten Morgen Katha,

ich habe Deinen Thread wieder gefunden.
Drei Jahre ist es schon her.
Deine Beiträge sind mir noch sehr vertraut.
Vielleicht findest Du ja die Zeit zum Weiterschreiben.
Oder Du machst einfach ein neues Thema auf.
Mir würde dies sehr gefallen.

Viele Grüße
Correns

Katharsis
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Beitrag von Katharsis » 13.07.2017, 18:59

Guten Abend Correns,

ich freue mich sehr über Deinen Besuch!
Hoffentlich dachtest Du nicht,
ich wollte mich bitten lassen,
denn so ist es nicht:
Ich habe mich grob vorsortiert
in den letzten Tagen... ganz grob.

Letzte Woche hab´ich noch geschnaubt:
„Holt mich hier raus!“
Und dann bin ich am Wochenende
auf den Mors geplumpst.
Magen/Darm -
verursacht durch Seele und Hirni.
Manchmal interessiert mich schon,
wer bei mir eigentlich die Strippen zieht ;-).

So wurde ich still
und habe mich durch alle 438 Seiten
Deines Threads gewühlt.
Und dabei Johanniskrauttee getrunken,
den ich im Übrigen erst einmal suchen musste...
so weit weg vom Kopf.

Ich habe Perlen gefunden, wie diese hier:
„Ich gehe inzwischen davon aus, dass sich viele
schädliche Verhaltensweisen in Luft auflösen, wenn
ein Mensch beginnt zu akzeptieren, dass er Bedürfnisse
hat, die abweichend von denen sind, die andere
Menschen an ihn haben.“ Slowly

und diese, von Dir:
„...das Verschieben von Bergen ist nicht sehr einfach
(sagt man) und das Bezwingen (zumindest für mich)
ziemlich schweißtreibend. 
Wie wär's damit, den einen oder anderen einfach
zu umgehen? 
Das senkt ein wenig den Druck, oder :-)  „

Und natürlich abgrundtief stumpfe Anmerkungen
von mir, die dieses Prädikat verdient haben,
weil ich mich auf der Wiederholspur entdecke:
„Der Vorgänger Deines Arztes weiß jedenfalls,
wovon er spricht. Ich hielt mich Jobtechnisch nie für
unersetzlich, oft habe ich jedoch Stellen angetreten,
die vorher – wie ich dann später erfuhr – von zwei
bis drei Leuten ausgefüllt wurden. 
Ich habe mich durchgewühlt wie ein Terrier und
Überstunden gemacht, um das Ganze auf den
aktuellen Stand zu bringen. 
Als ich dann aufatmete, weil die schlimmste Zeit
vermeintlich überstanden war, bekam ich zusätzlich
neue Aufgaben, weil ja alles so schön funktioniert
hatte und rund lief . Ich kroch bereits auf dem
Zahnfleisch, als ich das Sprechen lernen durfte :-) .  „

Natürlich gibt es leichte Variationen im Thema.
Heute heißt es: Wenn die Frau X das alles so locker reißt,
was haben dann die vier anderen Frauen
eigentlich bisher gemacht?

Offensichtlich nicht alles so gründlich
verkehrt wie ich :-).

Und ich habe darüber nachgedacht,
wie viel Glück Du aber auch oft hattest,
weil Du mit Deinem Chef offen reden konntest.
Das Sprechen habe ich nicht verlernt,
doch das Echo antwortete mit
„Den Urlaub kann ich leider nicht genehmigen“.
Da hab ich grün geblitzt,
nicht aus Zorn, eher aus Verzweiflung,
und nun darf ich doch.
Für gaaanz lange.

Wie konnte ich mich bloß selbst
als geheilt entlassen,
als die Gesichter um mich herum
immer länger wurden.
Ich verzeihe mir.
Die dreijährige erzwungene
Arbeitsabstinenz hatte mein
Hirni ganz hohl gemacht und ich
war so wild drauf, mich wieder
reinzustürzen.
Aber ich verzeihe mir
nur noch dieses eine Mal.

Jetzt möcht ich den Staub von
meiner Iso-Matte kloppen und
mich auf den Teppich schmeißen,
da meine Rückenmuskulatur die
Grätsche gemacht hat und eine
Etage tiefer hängt wie ein
verdammter Nierengurt.
War ja nie Zeit.
Wat is Arbeit bloß schön?!
Kann man auch gleich den
Sommer noch hinterher schmeißen.

Wir haben dieselben Themen,
außer Marathon natürlich -
das wäre dann doch zu verwegen.
Das Auf und Ab bei Dir, das Dich
gefühlt manchmal zur Verzweiflung trieb,
hat mich beim Lesen Deines Threads
irgendwie beruhigt.
Weil es beständig war.

Klingt blöd?
Macht nix.
Ich werde Dich weiter empfehlen :-).

Neues Thema wäre:
Butter bei die Fische.
Ich fürchte allerdings,
dieses Gericht wird erst
im Überübermorgenland serviert.

Viele Grüße
Katha

Correns
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Beitrag von Correns » 16.07.2017, 08:48

"...Aber ich verzeihe mir nur noch dieses eine Mal..."

Liebe Katha,

vermutlich wirst Du Dir noch viel öfter verzeihen.
Die Illusion, etwas gleich beim ersten Versuch zu schaffen,
habe ich mittlerweile als solche erkannt.
Ich nehme mir das Recht heraus zu scheitern.
Und wenn ich scheitere wird kein Zähler mehr aufgesetzt.

Dieser etwas sanftere Umgang mit mir selbst
hilft natürlich bei weitem nicht immer.
Aber manchmal komme ich dadurch in ein Fahrwasser,
in dem ich mich rundum wohl fühle.

Die Arbeitsvermehrungsmechanismen,
die Du beschreibst, kenne ich aus eigener Erfahrung.
Sobald ich gute Ergebnisse geliefert habe,
kamen sofort aus allen Löchern neue Arbeiten nach.
Heute schütze ich mich etwas besser dagegen.
Aber ich sehe noch viel Potenzial nach oben.

Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag
Correns

Katharsis
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Beitrag von Katharsis » 19.07.2017, 11:04

Lieber Correns,

ganz sicher werde ich mir noch öfter verzeihen –
aber in anderen Disziplinen ;-).
Diesen kleinen Terrier in mir, der immer knurrt:
„Niemals aufgeben!“, den lass ich jetzt frei,
um meine Energien für sinnvollere Ziele
einsetzen zu können.
Es ist kurzsichtig, noch zu schieben und zu zerren,
wenn man längst weiss, wohin die Reise geht.

Die letzten Berge habe ich übrigens hinter mir
gelassen, indem ich sie durchfahren habe –
eine Option, die mir bis dato noch gar nicht
eingefallen war :-).
Ich bin im Urlaub bei der Sonne und im
Handumdrehen sind Tonnengewichte von
mir abgefallen.
Wenn ich nicht gerade die Natur anstaune
oder dem Klappern der Pferdehufe vor der
Haustür lausche oder mein Eis auf einem
Berg löffle, dann liege ich wie ein Maikäfer
herum und freue mich, dass ich sein kann.
Die Sonne scheint mir auf den Bauch –
das soll sie auch :-).

Dir wünsche ich eine sonnige Restwoche.

Herzliche Grüsse
Katha

Correns
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Beitrag von Correns » 29.07.2017, 06:41

Katha hat geschrieben:...Es ist kurzsichtig, noch zu schieben und zu zerren,
wenn man längst weiss, wohin die Reise geht...
Guten Morgen Katha,

bei mir flackert solch eine Kurzsichtigkeit immer mal wieder auf.
Manchmal hält sie sich dann sogar hartnäckig
und schlägt bei mir ihr Quartier auf.

Dabei fühlt es sich so frei an, wenn es mir gelingt, eine Sache loszulassen.
Dieses Gefühl könnte ich viel öfter haben.
Mir fehlt wohl eine Brille...

Viele Grüße
Correns

Katharsis
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Beitrag von Katharsis » 29.07.2017, 17:14

Ich fühle so viel Angst -
Angst anderer Menschen.
Ich habe keine.
Ich vertraue.
Ich durfte einen Blick ins Überübermorgenland werfen.
Tolerante Menschen.
Offene Menschen.
Hilfsbereit
und kein bisschen kalt.
Keiner wird dort die indirekte Rede
so perfektionieren
dass er andere Menschen
unbeschadet beleidigen kann.
Sie haben andere Ziele.
Sie sagen konkret, was ihnen auf dem Herzen liegt.
Sie können „nein“ sagen.
Auf die beste menschliche Weise.
Ich war beschämt.
Das muss ich zugeben.
Es war, als würde ich in einen 35 Jahre alten Spiegel sehen
Hier habe ich gelernt
dass „menschlich sein“
ganz andere Dinge beinhaltet
als sie in meinem Vorstellungsvermögen Platz hatten.
„Menschlich zu sein“
hat für mich jahrzehntelang bedeutet
nur das Beste zu geben und zu sein.
Ich Depp.
Mir war gar nicht in den Sinn gekommen
dass all die negativen Eigenschaften
der Menschen
dazugehören.
Ich muss wohl noch einmal von vorn anfangen.
Und ich werde,
Alkoholismus ist vielleicht eine Krankheit.
Eines weiß ich:
Sie ist nicht ansteckend.
Mir geht es gut.
Draußen ist es nass
innen trocken.
Jeder ist entschuldigt, der mich nicht versteht.
Allen Carr: „Für immer Nichtraucher“.
Niemand hat in meinem Leben
eine Situation besser dargestellt als er
Trotz all meiner Kapriolen
weiß ich auch eines:
Nie wieder werde ich abhängig
trinken müssen.
Mein Haushalt ist alkoholfrei!

Das ist gut,
Persona non grata
Katha

Correns
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Beitrag von Correns » 08.01.2018, 21:03

Liebe Katha,

für mich bleibst Du immer eine Persona grata.
Mir wäre es sehr recht, mal wieder etwas von Dir zu lesen.
Du bist ja bekannt für lange Pausen,
aber die aktuelle dauert arg lange.
Wie wär's mit einem kleinen Lebenszeichen?

Viele Grüße
Correns

viola
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Beitrag von viola » 02.02.2018, 16:26

Liebe Katha,

knurrende Terrier soll man besser nicht aufhalten, und wer ganze Berge durchqueren kann, um anschließend die Sonne zu sehen und die Menschen zu begreifen, der kümmert sich anscheinend gut um sich selber.
Wie geht es dir heute?

Lieben Gruß ins Überübermorgenland,
viola

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